„Kindisches Scharmützel“

Corona-Streit: Jürgen Klopp mischt sich in den Drosten-Bild-Konflikt ein - „Verdammt nochmal“

Christian Drosten kämpft gegen die Bild-Zeitung. Nun mischt sich auch Fußball-Trainer Jürgen Klopp in die Debatte ein - mit einer klaren Ansage.

Liverpool - Zwischen der Bild-Zeitung und dem Virologen Christian Drosten ist ein heftiger Streit entbrannt. Das Boulevard-Blatt warf dem Wissenschaftler unzulängliche Forschungspraktiken vor und plötzlich kritisierte auch Alexander Kekulé seinen Virologen-Kollegen heftig.

Mittlerweile diskutiert halb Deutschland kräftig mit. Von der Insel meldet sich nun auch ein Fußball-Auswanderer. Kult-Trainer Jürgen Klopp bezieht klare Stellung und schimpft über die Bild

Coronavirus: Bild-Zeitung kritisiert Christian Drosten - Jürgen Klopp platzt der Kragen

„Ich finde es schon schwierig, wie man Virologen plötzlichen so in den Mittelpunkt drückt“, beklagt er im Gespräch mit SkySportNews eine falsche Behandlung der Mediziner, „und zwar nicht, dass ich es nicht hören wollte, wenn sie etwas zu sagen haben, sondern, dass es für diese Leute ganz ungewohnt ist.“

Schließlich ist ihr Beruf die Forschung* und nicht der Auftritt in der Öffentlichkeit. Gerade in der aktuellen Krise wird der Stellenwert ihrer Arbeit deutlich spürbar. Nur wegen des gesteigerten Interesses an den Erkenntnissen der Wissenschaftler, sollte man nicht vergessen, dass sie eben keine PR-Profis sind. 

„Wir sind alle keine Medienprofis - zumindest sind wir nicht als solche geboren worden“, mahnt Klopp, „also soll man uns auch verdammt nochmal nicht so behandeln. Wenn dann mich, aber nicht einen Virologen, der glücklicherweise die meiste Zeit seines Lebens im Labor verbracht hat und uns jetzt hilft, aus der Situation rauszukommen*.“

Corona-Zoff um Virologe Drosten: Ex-BVB-Trainer Klopp versteht die Bild nicht - „Kindisches Scharmützel“

Für den ehemaligen BVB-Trainer ist es absolut unverständlich, warum man aus der Sache nun so ein „kindisches Scharmützel“ mache. Wer hat überhaupt etwas von der harschen Bild-Schelte an Christian Drosten?

Mischt sich in den Drosten-Zoff ein: Trainer Jürgen Klopp.

Nur wegen eines Ergebnisses, das nicht als „zu 100 Prozent richtig“ herausstellte, bleibt Drosten für Klopp „immer noch ein hochintelligenter Mann“. Fehler in der Forschung seien schließlich früher schon passiert und würden auch in Zukunft passieren, ordnet der Fußballlehrer die unglückliche Studie ein. 

Greift das Coronavirus auch das Gehirn an? Ein Münchner Facharzt forscht in diese Richtung.*

Jürgen Klopp verteidigt Christian Drosten: „Mensch, der zu 100 Prozent immer das Richtige sagen wollte“

Vor allen Dingen brauche man jetzt nicht so zu tun, schimpft Klopp, als habe Christian Drosten mit Absicht falsche Meldungen* präsentiert. Er sei ein Wissenschaftler, „der zu 99,9 Prozent immer nur das Richtige gesagt hat und zu 100 Prozent immer das Richtige sagen wollte“, ist der Champions-League-Sieger überzeugt.

„Ich hoffe sehr, dass die Bild-Zeitung aufhört, so einen Kleinkrieg mit Herrn Drosten zuführen“, appelliert Jürgen Klopp, „das macht einfach überhaupt keinen Sinn.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Redaktionsnetzwerks von Ippen-Digital.

Rubriklistenbild: © dpa/Bernd von Jutrczenka, dpa / Martin Rickett

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