Massive Verstöße gegen Corona-Verordnung

Polizei feiert Corona-Party – Wirt zeigt sich nach Vorfall selbst an

+
Corona-Party bei der Polizei: In Mainz sollen Polizisten in einer Kneipe gefeiert haben, mit zu wenig Abstand und ohne Mundschutz (Symbolbild).

Corona-Party: Eine Gruppe der Polizei hat in Mainz in einer Gaststätte gefeiert – ohne die Corona-Regeln zu beachten. Das hat jetzt auch Konsequenzen für den Wirt.

  • Corona-Party: Polizisten feiern am Montag (18.05.2020) in einer Gaststätte in Mainz.
  • Dabei halten sie sich nicht an die Corona*-Regeln: Sie tragen weder Mundschutz noch halten sie den vorgeschriebenen Abstand ein.
  • Die Polizei Mainz hat interne Ermittlungen eingeleitet; der Wirt zeigt sich selbst an.

Update vom Freitag, 22.05.2020, 18.57 Uhr: Der Fall sorgt für Furore: Trotz der Corona-Verordnungen hat eine Gruppe von Polizisten in einer Kneipe in Mainz über die Stränge geschlagen. Zu lange gefeiert, mit zu wenig Abstand und auch ohne Mundschutz. Bis 22 Uhr hätte die Kneipe öffnen dürfen, doch diese Sperrstunde haben die Polizisten bei ihrer „geschlossenen Gesellschaft“ gebrochen. Die maximale Anzahl an erlaubten Gästen sei bei der Corona-Party der Polizei ebenfalls überschritten worden.

Der Wirt der Kneipe in Mainz hat jetzt Konsequenzen gezogen und nach der Corona-Party Selbstanzeige erstattet, berichtet der „Merkurist“. Außerdem widerspricht der Wirt den Vorwürfen, dass fast 40 Menschen in seiner Kneipe gefeiert hätten. Es seien höchstens 25 bis 27 Feiernde gewesen. Aber dass die Feier bis nach 22 Uhr angedauert hätte, dafür wolle der Wirt die Verantwortung übernehmen, so das Portal weiter. Neben der Selbstanzeige wolle er das Geld spenden, das er nach 22 Uhr eingenommen habe.

Ohne Abstand und Mundschutz: Polizei feiert Corona-Party – das hat jetzt Konsequenzen

Update vom Donnerstag, 21.05.2020, 20.48 Uhr: Eine Gruppe von Polizisten in Mainz hat in einer Kneipe in der Altstadt länger als erlaubt gefeiert. Zudem haben sie den in der Corona-Krise verlangten Abstand nicht eingehalten. Zu dem Vorfall am Montag (18.05.2020) werden jetzt weitere Details bekannt.

Anlass des Treffens in der Gaststätte sei zum einen der Beförderungstag der rheinland-pfälzischen Polizei gewesen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mainz. Zum anderen habe an diesem Tag die Beerdigung eines unerwartet verstorbenen Kollegen stattgefunden. An dieser hätten die Polizisten wegen der Corona-Auflagen nicht teilnehmen können.

Bis zu 40 Menschen bei Corona-Party der Polizei in Mainz: Disziplinarrechtliche Konsequenzen

Zuerst hatten dem Sprecher zufolge zehn bis zwölf Beamte ordnungsgemäß Plätze in der Gaststätte reserviert. Im Lauf des Abends soll die Zahl der Gäste nach Angaben von Zeugen auf bis zu 40 gestiegen sein. Eine genaue Zahl nannte die Polizei nicht. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Mainz sagte, werden disziplinarrechtliche Konsequenzen für die Beamten geprüft.

Erstmeldung vom Donnerstag, 21.05.2020, 16.10 Uhr: Mainz – Ganz massiv soll eine Gruppe von Polizisten am Montag (18.05.2020) in Mainz gegen die Corona-Verordnung* verstoßen haben. In einer Gaststätte in der Altstadt haben sie zu lange gefeiert – ohne den nötigen Mindestabstand und ohne Mundschutz zu tragen.

Polizei feiert Corona-Party in Gaststätte in Mainz – ohne Abstand und Mundschutz

Die Beamten der Polizei hätten sich zunächst „ordnungsgemäß Plätze reserviert und sich in geringer Anzahl dort aufgehalten“, teilte das Polizeipräsidium Mainz am Mittwoch (20.05.2020) mit. Im Verlauf des Abends habe aber die Zahl der Gäste auf bis zu 40 zugenommen. Ein Großteil der Gäste der Corona-Party seien Polizeibeamte gewesen.

Dabei sind laut Polizei weder Abstände eingehalten noch Mund-Nase-Masken getragen worden. Auch sei die Gaststätte länger geöffnet gewesen als bis zur in der Corona-Zeit erlaubten Uhrzeit 22 Uhr.

Corona in Mainz: Polizei feiert in Gaststätte – Interne Ermittlungen eingeleitet

Das Polizeipräsidium Mainz sei „durch eine Presseanfrage auf Verstöße gegen die 7. CoBelVo (Corona-Bekämpfungsverordnung, Anm. d. Red.) durch Polizeibeamte hingewiesen worden“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. „Dieses Verhalten ist keineswegs ein Kavaliersdelikt und wird mit aller Konsequenz aufgeklärt.“ 

Das Polizeipräsidium prüft infolge der Corona-Party nach eigenen Angaben disziplinarrechtliche Maßnahmen. „Es ist für die Führung der Polizei in Mainz nicht akzeptabel, dass offensichtlich eine kleine Gruppe Polizeibeamter das gute Ansehen der Mainzer Polizei mit diesem nicht zu tolerierenden Verhalten schädigt.“

Polizei löst Corona-Partys auf

Normalerweise feiert die Polizei keine Corona-Partys, sondern löst diese auf. So zum Beispiel in Hanau, wo die Polizei verschärft Corona-Kontrollen durchführt, weil sich am Kinzigbogen zu viele Jugendliche treffen. Nicht immer geht es aber friedlich zu, wenn die Polizei Corona-Partys auflöst: Bei Darmstadt hat ein Mann bei einer Grillparty die Polizisten angegriffen – dann wurde er von einem Polizeihund gestoppt.

kke

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare