15 Millionen Nerze werden getötet

Angst vor Corona-Mutation in Dänemark: Wie gefährlich ist das neue Virus wirklich?

Eine Corona-Mutation sorgt in Dänemark für Aufsehen. Die Regierung lässt deshalb 15 Millionen Nerze töten. Doch wie gefährlich ist das mutierte Coronavirus für Menschen? 

Nord-Jütland - Die Region Nord-Jütland ist wegen einer Corona-Mutation komplett abgeriegelt. Dass bei der Bevölkerung und auch bei der dänischen Regierung Panik herrscht, ist offensichtlich. Schließlich lässt Dänemark nun 15 Millionen Tiere töten, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu bremsen.

Tier Nerz
FamilieMarder
Lebensraumsemiaquatisch
Verbreitungsgebieteinst in ganz Europa / heute hauptsächlich in Osteuropa

Mutiertes Coronavirus durch Nerze in Dänemark: 214 Menschen infiziert

Bei den Tieren handelt es sich um Nerze - das sind kleine Raubtiere, die zur Familie der Marder gehören. Unter ihnen verbreitete sich die neue Corona-Form zuletzt rasant, weshalb sich die dänische Regierung zu dieser Maßnahme gezwungen sah.

Doch wie gefährlich ist diese Mutation des Coronavirus für den Menschen? Bislang gibt 214 Menschen, bei denen jene heimtückische Form des Virus festgestellt wurde. Scheinbar ist das Virus bereits von den Nerzen auf die Menschen übergesprungen.

Die 214 Personen stammen allesamt aus Dänemark. Laut eines Berichts von tagesschau.de kommen allein 200 aus der Region Nord-Jütland - eben jene Gegend in Dänemark, die rund 280.000 Einwohner zählt und mittlerweile quasi komplett abgeriegelt wurde.

Angst vor Corona-Mutation in Dänemark: 15 Millionen Nerze werden getötet

Die dänische Regierung sehe sich in der Verantwortung. Deshalb werden nicht nur rund 15 Millionen Nerze getötet, sondern auch drastische Einschränkungen die Verbreitung unter den Menschen stoppen. Sporthallen, Schwimmbäder und weitere Einrichtungen machten dicht, während ein Teil der Schüler nun nur noch aus der Ferne unterrichtet wird.

Ob diese Maßnahmen zur Einschränkung der neuartigen Corona-Mutation in Dänemark wirklich notwendig sind - darüber herrscht zum jetzigen Stand noch keine wirkliche Klarheit. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommt es immer wieder zu derartigen Mutationen.

Aus Angst vor dem Coronavirus hat die dänische Regierung die Tötung von 15 Millionen Nerzen in Auftrag gegeben.

Angst vor Corona-Mutation durch Nerze in Dänemark: Laut WHO nicht per se gefährlicher als andere Mutationen

Eine Risikobewertung der WHO zur Mutation des Coronavirus, über die auch merkur.de* berichtet, gibt nun zumindest eine kleine Entwarnung. Es gebe nach derzeitigem Stand keinen Beleg oder Hinweis dafür, dass diese Corona-Mutation durch Nerze für den Menschen gefährlicher seien als andere Mutationen von SARS-CoVid-19.

WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan sagte: „Die Belege, die wir haben, weisen nicht darauf hin, dass diese Variante sich in irgendeiner Form anders verhält“ und forderte trotzdem einen sensiblen Umgang mit dem Thema - insbesondere was Sicherheitsmaßnahmen in Tierbetrieben betrifft.

Die Corona-Mutation des Virus wirkt sich ersten Erkenntnissen zufolge auf das sogenannte Spike-Protein aus, über das es schließlich in menschliche Zellen gelangt. Dort kann es sich vervielfachen. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass das Immunsystem in der Folge Antikörper bildet, die das Spike-Eiweiß blockieren und das Virus darin unschädlich machen sollen.

Angst vor Corona-Mutation in Dänemark: Einfluss auf Antikörper ungeklärt

Allerdings sind die Antikörper unter Umständen weniger effektiv, wenn sich die Proteine des Virus durch Mutationen verändern. Den Forschern zufolge ist bisher jedoch nicht klar, welchen Einfluss die Veränderungen haben - und eben auch, wie gefährlich sie sind. Deshalb können auch über die Corona-Mutation in Dänemark durch Nerze noch keine sicheren Aussagen über die Gefahr getroffen werden. Gleiches gilt für andere Mutationen mit dem Coronavirus.

Die Frage nach dem Einfluss auf Antikörper ist insbesondere für die Herstellung eines Impfstoffs relevant. Dazu hat sich Ulrich Lauer im Gespräch mit wa.de ausführlich geäußert. Der Leiter der Forschergruppe Virotherapie an der Medizinischen Klinik VIII der Universität Tübingen widmet sich einer Impfstoffentwicklung für Nasenspray.

Unter anderem sagt er: „In der Tat könnte es sein, dass Varianten vom SARS-CoV2-2 Viren, die sich in Tieren herausbilden und dann wieder auf den Menschen zurück überspringen, nicht mehr vom ursprünglichen Impfstoff erfasst werden.“ So könnte es zu einem kompletten Schutz-Verlust kommen. - *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Mette Moerk / dpa

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