Lage in Deutschland

Corona in Deutschland: Merkel bezeichnet Neuinfektionen als besorgniserregend – aber beherrschbar

Das Coronavirus macht Deutschland zu schaffen. Jetzt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Einschätzung der Lage abgegeben. 

+++ 13.05 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die ansteigenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen in Deutschland als besorgniserregend, aber noch beherrschbar bezeichnet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der ersten virtuellen CDU-Präsidiumssitzung nach der Sommerpause sagte Merkel am Montag demnach weiter, es könne deswegen derzeit keine weiteren Lockerungen geben. Dies gelte auch für Fußballspiele.

Nach weiteren Informationen aus Parteikreisen laufen derzeit Gespräche über ein Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin in der kommenden Woche, bei der über die Corona-Lage beraten werden soll. Die Entscheidung solle noch im Laufe des Tages bei Beratungen von Kanzleramtschef Helge Braun mit den Chefs der Staatskanzleien fallen. Wann das Treffen sein könnte und ob es mit persönlicher Anwesenheit im Kanzleramt stattfindet, war zunächst nicht bekannt. Bei den Beratungen soll es demnach auch um die uneinheitlichen Regeln im Umgang mit der Pandemie gehen.

Corona in Deutschland: RKI meldet tagesaktuelle Zahlen

Update vom Montag, 17.08.2020, 05.51 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 561 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Montagmorgen (17.08.2020) hervor. Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. An Sonntagen und Montagen liegen die Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger*, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Corona in Deutschland: R-Wert deutlich über kritischer Marke

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 224.014 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete (Datenstand 17.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9232. Seit dem Vortag wurde ein Todesfall mehr gemeldet. Bis Montagmorgen hatten etwa 202.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 16.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,21 (Vortag: 1,29). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Corona in Deutschland: Maskenpflicht sorgt in Marburg für erhitzte Gemüter

+++ 15.45 Uhr: Die aufgrund der Corona-Pandemie geltende Maskenpflicht sorgte am Wochenende in Magdeburg für erhitzte Gemüter: Mehrere Gäste eines Schnellrestaurants haben die Bedienung verprügelt, nachdem sie auf die geltende Maskenpflicht hingewiesen worden waren. Bei den Tätern soll es sich um die Teilnehmer eines Junggesellenabschieds gehandelt haben, teilte die Polizei Magdeburg am Sonntag mit. Nach ersten Erkenntnissen waren die Männer am Samstagabend (15.08.2020) in das Schnellrestaurant gekommen. Als ein 21 Jahre alter Mitarbeiter sie an die Maskenpflicht erinnerte, sollen mehrere von ihnen auf den Mann eingeschlagen haben. Der Mann musste ambulant in einem Krankenhaus versorgt werden. Die Polizei sucht nach Zeugen, die Hinweise zu den Tätern haben.

Corona-Testpanne in Bayern: 46 positiv Getestete noch nicht informiert

+++ 14.42 Uhr: Das Gesundheitsministerium in Bayern hat am Sonntagnachmittag (16.08.2020) für etwas mehr Klarheit im Hinblick auf die Pannenserie bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen gesorgt. Der Großteil der 949 positiv getetsteten Reiserückkehrer sei bis zum Mittag erreicht worden, teilte das Ministerium mit. „Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat mit großartiger Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei unter Hochdruck daran gearbeitet, die positiven Befunde den Getesteten zuzuordnen. Das ist in den meisten Fällen gelungen", Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Der Mitteilung zufolge wurden 903 von 949 Betroffenen über das positive Corona-Testergebnis informiert. Es hätten „zigtausende Dokumente“ gesichtet werden müssen, um die Getesteten ermitteln zu können. Bei den restlichen 46 Befunden sei das bislang nicht gelungen, weil keine passenden Personendaten vorlägen. Auch bei den negativen Tests würden die Betroffenen ermittelt und informiert. Huml betonte: „Es war wichtig, dass nun möglichst viele Getestete ermittelt werden konnten. Ich danke allen Beteiligten für ihren Einsatz.“

Streit um Finanzierung von Corona-Tests für Reiserückkehrer

+++ 13.25 Uhr: Um die Finanzierung der Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten entbrennt ein neuer Streit. Urlauber müssen für die verpflichtenden Tests nichts zahlen - das stößt einigen übel auf. So sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) der „Bild am Sonntag“: „Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollten sich an den Kosten für die Corona-Tests mindestens beteiligen müssen. „Denn sie gehen bewusst ein Risiko ein und gefährden die Allgemeinheit.“

Ähnlich sieht es FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle: „Wer jetzt noch nach Mallorca oder in andere Risikogebiete reist, sollte seinen Corona-Test selber zahlen müssen“, sagte er der Zeitung. „Diese Kosten kann Gesundheitsminister Spahn nicht ernsthaft die Allgemeinheit zahlen lassen.“ Momentan werden die Tests mit Geldern der gesetzlichen Krankenkassen finanziert - die notwendigen Mittel werden aus der Liquiditätsrücklage des Gesundheitsfonds entnommen, der Bund soll dies aber durch einen zusätzlichen Zuschuss ersetzen.

Reisende stehen am Frankfurter Flughafen für den Coronavirus-Test an.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält an den kostenlosen Corona-Tests fest. Ob sich jemand testen lasse, dürfe keine Frage des Geldbeutels sein. „Ich weiß, dass viele im ersten Impuls denken, die Urlauber sollten den Test zahlen. Aber einem Test, der was kostet, dem versucht man zu entkommen. Das kann nicht in unserem Interesse sein“, so Spahn.

Corona-Panne in Bayern: Zahlen noch immer nicht bekannt

+++ 10.00 Uhr: Die Gesundheitsbehörden in Bayern waren auch am Samstag nicht in der Lage, das Problem bei der Benachrichtigung von positiv auf das Coronavirus getesteten Urlaubsrückkehrern zu lösen. Die Zahlen, die unter anderem darüber Auskunft geben sollen, wie viele der positiv Getesteten ihr Ergebnis nun inzwischen erfahren haben, sollen nun am Sonntagnachmittag bekanntgegeben werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Samstag. Medien berichten davon, dass noch immer 150 positiv getestete Personen nicht aufgefunden werden konnten.

Ursprünglich hatte die Staatsregierung erklärt, bis Donnerstagmittag soll jeder der positiv Getesteten sein Ergebnis kennen. Diese Deadline verstrich, mehrere weitere am Freitag und Samstag ebenfalls. Es müssten noch «weitere Details» geklärt werden, hieß es.

625 registrierte Corona-Neuinfektionen am Samstag

Update Vom Sonntag, 06.15 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 625 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen hervor. Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet - so viel wie seit Anfang Mai nicht mehr.

An Sonntagen sind die gemeldeten Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.  

Corona in Deutschland: SPD-Politiker Karl Lauterbach fürchtet zweite Welle

Update vom Samstag, 19:09 Uhr: „Wir müssen schneller teste, mehr testen“, forderte Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im „ZDF“-Morgen Magazin. Der Politiker fürchtet, dass sich Deutschland am Beginn einer zweiten Corona-Welle befinde. Momentan würden sich die Menschen unvorsichtiger verhalten. „Die Pandemie ist nicht vorbei. Es gibt zahlreiche Anhaltspunkte dafür, dass wir so nicht weitermachen können wie jetzt“, sagte Lauterbach.

Wie Virologe Christian Drosten schlug Karl Lauterbach vor, dass man sich wie in Japan, sogenannte Cluster genauer vornehmen müsse. Darunter versteht man eine räumliche Ballung viele Corona-Infektionen. Der Politiker sprach ebenfalls über entspanntere Zulassungsregeln für Tests, die schnellere Ergebnise liefern.

Corona in Deutschland: Drohen bald mehr tägliche Corona Infektionszahlen?

+++ 13:16 Uhr: Drohen Deutschland in der Pandemie bald noch weitaus mehr tägliche Corona-Infektionszahlen? Laut „Tagesspiegel“ ist das ein Szenario, das gar nicht so fern ist. Demnach könnten Mitte Oktober täglich 10.000 Fälle vorliegen. Dann wäre die Lage noch dramatischer als Mitte März. Voraussetzung dafür wäre jedoch, dass der R-Wert durchschnittlich 1,2 beträgt. Das bedeutet, dass ein Infizierter durchschnittlich etwas mehr als einen Menschen ansteckt.

Baden-Württemberg hat eine Corona-Teststation an einer Autobahn eingerichtet.

Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Samstag, 15. August, lag er bei 1,08. Damit es täglich 10.000 Corona-Fälle im Oktober gäbe, müsste der Wert also noch etwas ansteigen und auch konstant bleiben. Da sich die Urlaubssaison bald dem Ende zuneigt, werden jedoch voraussichtlich die Infektionszahlen, die mit Reiserückkehrern aus Risiko-Gebieten im Zusammenhang stehen, im Herbst abnehmen.

+++ 08.40 Uhr: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die Länder zu einer engen Zusammenarbeit bei Corona-Regeln aufgerufen und sie vor Profilierungen gewarnt. „Es war sehr wirkungsvoll für Deutschland, dass sich die Länder im März und April sehr eng mit der Bundesregierung abgestimmt haben“, sagte der amtierende Bundesratspräsident der Deutschen Presse-Agentur. „Es war die Basis, um so bei uns bisher relativ glimpflich und moderat durch diese Corona-Krise zu kommen.“

Ein Mitarbeiter des DRK führt auf einem Autobahnparkplatz den Abstrich für den Corona-Test durch.

Angesichts steigender Zahlen neuer Corona-Infektionen in Deutschland und auch in Brandenburg hält der Ministerpräsident Lockerungen der bestehenden Einschränkungen derzeit nicht für geboten. „Wir sind in einem Marathonlauf ohne Kilometerbegrenzung. Wir wissen nicht, wie lange dieser Weg noch sein wird.“

Der SPD-Politiker kritisierte das Verhalten von Gegnern der Corona-Einschränkungen auf Protestdemonstrationen scharf. „Was mich an den Anti-Corona-Demos stört, ist nicht, dass es Meinungsäußerungen gegen die Maßnahmen gibt“, sagte Woidke. „Aber dass bei diesen Demos massenhaft Verhaltensmaßregeln missachtet werden und damit wissentlich und willentlich die Gefährdung anderer Menschen in Kauf genommen wird, kann ich nicht akzeptieren.“ Dort geisterten Verschwörungstheorien herum, die „geradezu beängstigend“ seien.

Neue Fallzahlen für den Samstag: Neuinfektionen sinken leicht

Update Samstag, 15.08.2020, 07.15 Uhr: Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag leicht gesunken. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Samstagmorgen 1415 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 222-828 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 15.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden 6 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9231. Bis Samstag hatten 200 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 14.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,08. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 14.8., 0.00 Uhr, bei 1,14. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Die R-Werte liegen nach RKI-Angaben seit Mitte Juli 2020 wieder bei 1 beziehungsweise leicht darüber. „Dies hängt mit einer größeren Anzahl kleiner Ausbrüche, aber auch mit den bundesweiten Fallzahlen zusammen, die seit den Lockerungen der Maßnahmen sowie durch zunehmende Fälle unter Einreisenden in den letzten Wochen stetig gestiegen sind“, hieß es.

Corona-Infektion in Kita: Kinder und Erzieher müssen in Quarantäne

+++ 19:30 Uhr: Nachdem ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet worden war, wurde über eine Kindertagesstätte in Uetersen (Schleswig-Holstein) Quarantäne verhängt. Davon betroffen sind 40 Kinder und vier Erzieher. Die Kinder sollen nach Informationen der „Tagesschau“ gemeinsam im Freien gespielt haben.

Das infizierte Kind soll kurz zuvor mit seiner Familie vom Urlaub heimgekommen sein. Den verbrachten sie in einer Region im Balkan, die zurzeit nicht als Corona-Risikogebiet gilt. Deshalb habe keine Testpflicht bestanden. Wie die „Tagesschau" auf ihrer Internetseite meldet, seien die mittlerweile bei der ganzen Familie durchgeführten Corona-Tests negativ ausgefallen.

+++ 15.15 Uhr: Acht deutsche Urlauber haben sich mit dem Coronavirus infiziert und sitzen auf einer Almhütte in Kärnten in Quarantäne. Zuerst hätten sich drei Urlauber mit Corona-Symptomen bei den Behörden gemeldet, am Montag seien fünf weitere Personen der Gruppe dazugekommen. „Alle befinden sich in der gleichen Hütte und werden versorgt“, teilte ein Behördensprecher der „Kronen Zeitung“ mit. Wo sich die deutschen Urlauber angesteckt haben, ist unklar: Sie waren vor dem Ausflug nach Kärnten an der Adria. Gemeinsam mit den deutschen Behörden arbeite man an einer „Rücküberstellung der Gruppe in ihre Heimat“, heißt es.

Acht deutsche Urlauber sitzen auf einer Almhütte in Kärnten fest - sie befinden sich nach einer Corona-Infektion in Quarantäne. (Symbolbild)

Corona in Deutschland: RKI findet bei Studie hohe Dunkelziffer

+++ 13.19 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bei einer Studie in Kupferzell in Baden-Württemberg eine hohe Dunkelziffer bei Corona-Infektionen ermittelt. In der Gemeinde mit rund 6000 Einwohnern wurden fast viermal (3,9) so viele Infizierte entdeckt, wie zuvor offiziell gemeldet wurden. Dieses Ergebnis stellten Forscher des RKI am Freitag (14.08.2020) in Kupferzell vor. Bei 7,7 Prozent der getesteten Erwachsenen wurden Antikörper gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 gefunden. 2203 Personen waren untersucht worden.

Fast 30 Prozent der Erkrankten ohne Antikörper gegen Coronavirus

Trotz einer im Bundesvergleich hohen „Durchseuchung“ könne eine zweite Welle von Ausbrüchen durch so einen Wert nicht verhindert werden, erklärte RKI-Vizepräsident Lars Schaade. In der gleichen Studie wurden bei 28,2 Prozent der zuvor erkannten Corona-Infektionen keine Antikörper nachgewiesen, erläuterte Studienleiterin Claudia Santos-Hövener. Allerdings sei das Fehlen von Antikörpern kein Hinweis darauf, dass es auch an Immunität fehlt. Zugleich waren 16,8 Prozent der positiven Befunde „atypisch“. Es wurden also keine der bekannten Krankheitssymptome der Lungenkrankheit Covid-19 gefunden, als deren Auslöser das Coronavirus gilt.

In Kupferzell* hatte sich nach einem Kirchenkonzert am 01. März ein Corona-Hotspot gebildet. 100 Menschen waren nach dem Konzert erkrankt, drei von ihnen verstorben. Neben der Kleinstadt wurden in der Studie „Corona Monitoring lokal“ durch das RKI auch drei andere Hotspots untersucht. Insgesamt sollen Daten von 8000 Menschen ausgewertet werden.

Baden-Württemberg richtet Corona-Teststationen ein

+++ 10.15 Uhr: Nach Bayern hat nun auch Baden-Württemberg eine Teststation an einer Autobahn und einem Bahnhof eröffnet: Die Corona-Teststation befindet sich an der Autobahn A5 nahe der Grenze zu Frankreich. „Die ersten Autofahrer sind durch, die Tests wurden genommen“, sagte Karin Bundschuh, Sprecherin des Badischen Roten Kreuzes, das das Testcenter auf dem Parkplatz Neuenburg-Ost führt. Neben Reiserückerer*innen aus Risikogebieten, für die ein Test Pflicht ist, können sich auch andere Reisende gratis testen lassen. Die Kosten trägt das Land. Auch in Frankreich stiegen die Corona-Neuinfektionen wieder an.

Corona-Tests in Baden-Württemberg: Erstes Testzentrum an Autobahn eröffnet

In Baden-Württemberg sind Corona-Tests zudem an den Flughäfen Stuttgart, Friedrichshafen und Karlsruhe/Baden-Baden möglich sowie seit Donnerstag (13.08.2020) am Stuttgarter Hauptbahnhof.
Die Getesteten müssten sich allerdings etwas in Geduld üben, bis ein Ergebnis vorliegt. Nach Angaben von Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) kann es bis zu vier Tage dauern.

Corona in Deutschland: Zahl der Neuinfektionen erneut höher als am Vortag

Update vom Freitag, 14.08.2020, 6.10 Uhr: Erneut ist die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland leicht in die Höhe gegangen. So hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin die Zahl der infizierten Menschen am Freitag mit 221.413 angegeben - ein Plus von 1449 seit dem Vortag*. Höher lag der Wert zuletzt am 1. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen an einem Tag. Gestern lag die Zahl bei 1445 Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. 

Zudem registrierte das RKI insgesamt 9225 Todesfälle und damit 14 mehr als am Tag zuvor. Währenddessen lag die Reproduktionszahl nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 13.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,91. Der Wert des Sieben-Tage-R lag laut RKI mit Datenstand 13.8., 0.00 Uhr, bei 1,06. 

Corona in Deutschland: Epidemiologe sieht keinerlei Spielraum für Rückkehr zu Großveranstaltungen

Unterdessen rät der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz von einer Rückkehr zu Großveranstaltungen ab. „Die zweite Welle zeichnet sich deutlich ab, da wir nun über mehrere Wochen einen Anstieg der aktiven Infektionszahlen feststellen“, sagte Scholz der Nachrichtenagentur dpa. „Ich sehe daher aktuell keinerlei Spielraum für weitere Lockerungen - auch und gerade nicht für Großveranstaltungen.“

Bereits sich abzeichnende Effekte durch Reiserückkehrer sind laut Scholz „stark beunruhigend.“ Es müsse daher jetzt darum gehen, den Schulbetrieb zu normalisieren. „Wir sollten uns nun zunächst darauf konzentrieren, wie die Hygienekonzepte mit Lüften und Maskentragen in den Schulen funktionieren“, sagte der Professor.

Bei Großveranstaltungen gebe es mehrere Risiken, die beachtet werden müssten. „Die Menschen gehen umher, holen sich Getränke, gehen auf die Toilette - da finden dann sehr viele Kontakte statt, die bei einer großen Personenanzahl kaum nachzuvollziehen sind“, sagte Scholz. Auch die Hygienekonzepte, die etwa festgelegte Wege oder eine Maskenpflicht vorsähen, ließen sich bei großen Menschenansammlungen kaum durchsetzen.

Corona hat Deutschland weiter im Griff.

Frau aus Deutschland bricht Corona-Quarantäne – und muss 10.000 Euro Strafe zahlen

+++ 17.40 Uhr: Weil sie ihre Corona-Quarantäne gebrochen hat, muss eine Frau aus Deutschland 10.800 Euro Strafe zahlen. Die 54-Jährige lebt in Schwaz in Tirol und war im April positiv auf das Coronavirus getestet worden. Deshalb hatte sie einen Bescheid über ihre Heimquarantäne erhalten. In den Tagen darauf ging sie jedoch einkaufen, nutzte den Angaben nach den Aufzug in ihrem Wohnhaus, ging im Park spazieren und fuhr mit einer Verletzung per Taxi ins Krankenhaus, anstatt den Notarzt zu rufen.

Die Polizei nahm die Frau fest und brachte sie ins Gefängnis, weil sie mehrmals bei Kontrollen nicht zu Hause angetroffen worden war. Einen Tag später wurde sie wieder entlassen. Das Landgericht Innsbruck verurteilte die 54-Jährige wegen der fahrlässigen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Dafür sind nach österreichischem Recht bis zu drei Jahre Haft möglich. 

Corona in Deutschland: Söder räumt nach Testpanne Fehler ein

+++16.15 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat nach der Corona-Testpanne* Fehler eingeräumt. „Da ist ein großer Fehler passiert, der muss jetzt gelöst werden und darf auch nicht mehr passieren“, sagte Söder in einer Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Hessen verschärft Corona-Regeln

+++ 14.43 Uhr:  Das Land Hessen verschärft seine Maßnahmen zum Schutz vor Corona. Die Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr wird verlängert. Das teilten Ministerpräsident Volker Bouffier, Kultusminister Alexander Lorz, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Staatssekretärin Anne Janz in einer Pressekonferenz mit. Außerdem wird künftig ein Bußgeld fällig, wenn Menschen in Bussen und Bahnen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Auch in Schulgebäuden gilt ab Schulstart am Montag (17.08.2020) eine Maskenpflicht.

Corona in Deutschland: Jüngere Menschen vermehrt von Infektion betroffen

+++ 14.00 Uhr: In Deutschland sind deutlich mehr jüngere Menschen von Corona betroffen. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) haben sich zuletzt viele jüngere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte Spahn im ZDF-Morgenmagazin und bezog sich dabei auf Daten des RKI.

Auch junge Menschen infizieren sich nun häufiger mit dem Coronavirus.

„Wir hatten letzte Woche im Schnitt, also Durchschnitt, mit 34 Jahren das niedrigste Durchschnittsalter seit Beginn“, sagte Spahn*. Dies hieße, dass Infektionen unter Jüngeren mit weniger schweren Vorläufen stattfinden. Diese Entwicklung sei jedoch nicht risikofrei, denn irgendwann treffe man dann doch Eltern oder ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen, betonte Spahn. Der CDU-Politiker ruft wegen des Anstiegs von Neuinfektionen in Deutschland weiter zu Wachsamkeit auf. In vielen Bundesländern enden im August die Sommerferien.

Zahlen in Corona-Krise steigen an – Spahn hofft auf Impfstoff

+++ 10.43 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich zuversichtlich über die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus geäußert. „Wir werden wahrscheinlich so schnell einen Impfstoff haben bei einem neuen Virus wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte“, sagte Spahn am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Er sei optimistisch, dass es „in den nächsten Monaten und sicher im nächsten Jahr einen Impfstoff verfügbar geben kann“.

Impfstoff gegen das Coronavirus - Jens Spahn äußert sich

Details wie die Dauer der damit erreichbaren Immunität seien jetzt aber noch nicht absehbar. Spahn fügte aber hinzu: „Wir werden wahrscheinlich so schnell einen Impfstoff haben wie noch nie zuvor.“

Zu den wieder deutlich gestiegenen Infektionszahlen in Deutschland sagte Jens Spahn: „Stand jetzt, was Intensivbetten angeht, was die ambulante Betreuung angeht, was den öffentlichen Gesundheitsdienst angeht, Stand jetzt können wir damit umgehen.“ Der Gesundheitsminister mahnte jedoch zugleich mit Nachdruck zur Vorsicht: „Aber wir haben eben auch gesehen in den letzten Monaten, dass kann sehr schnell eine Dynamik bekommen, wo es uns entgleitet.“

Corona in Deutschland: Zahl der Neuinfektionen steigt deutlich an

Update vom Donnerstag, 13.08.2020, 6.00 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland verschlimmert sich wieder. So ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der infizierten Menschen am Donnerstag mit 219.964 angegeben - ein Plus von 1445* seit dem Vortag. Höher lag der Wert zuletzt am 1. Mai mit damals 1639 registrierten Neuinfektionen.

Das RKI sprach von einem beunruhigenden Trend: „Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden.“ Besonders betroffen seien derzeit Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo ein deutlicher Anstieg auffalle. Das RKI registrierte zudem insgesamt 9211 Todesfälle und damit vier mehr als am Vortag. 

Experten sind inzwischen besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Corona in Deutschland: Panne in Bayern - 900 positive Corona-Tests nicht übermittelt

+++ Update 20.00 Uhr: Nach Bekanntwerden einer schweren Panne bei den Corona-Tests* an bayerischen Autobahnen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einen für Donnerstag und Freitag geplanten Besuch an der Nordsee abgesagt. „Bayern geht vor“, schrieb Söder am Mittwochabend auf Twitter, er müsse seinen Besuch leider absagen.

Böse Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern.

Die bayerische Staatsregierung hatte zuvor eingestehen müssen, dass die Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern deutlich dramatischere Ausmaße haben als bisher bekannt: 44.000 Reiserückkehrer, die im Ausland im Urlaub waren, warten nach Tests an bayerischen Autobahnen noch auf ihre Ergebnisse, darunter auch 900 nachweislich positiv getestete. Das hatte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am späten Nachmittag einräumen müssen. Wie viele davon aus dem Freistaat und wie viele aus dem übrigen Bundesgebiet kommen, konnte sie zunächst nicht sagen. Die Infizierten sollten aber bis Donnerstagmittag ihr Ergebnis bekommen.

Die Tests für Reiserückkehrer an bayerischen Autobahnen und großen Hauptbahnhöfen hatte Söder angeschoben. Fachlich zuständig ist das Gesundheitsministerium unter Führung Humls. Söder war dem Vernehmen nach schon öfter unzufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement ihres Hauses. Der SPD-Landtagsabgeordnete und frühere Oppositionsführer Markus Rinderspacher schrieb: „Dieses Versagen erfordert Aufklärung.“  

Peinlicher Fehler des Robert Koch-Instituts macht Hoffnung auf Corona-Impfstoff

+++ Update 19.50 Uhr: Für Verwirrung sorgte ein Positionspapier des Robert Koch-Instituts (RKI) zur möglichen Verfügbarkeit eines Impfstoffs. Das Institut hatte das Papier auf seiner Internetseite veröffentlicht, darauf via Twitter hingewiesen und die Urheberschaft auf Nachfrage auch bestätigt. In dem Dokument war mit Datum 12. August zu lesen, vorläufige Prognosen ließen „die Verfügbarkeit eines Impfstoffs (ggf. mehrerer) bis Herbst 2020 möglich erscheinen“. Auch unsere Redaktion hatte darüber berichtet.

Wenige Stunden später erklärte das RKI, bei dem Papier handele es sich um eine ältere Version, diese sei in der Zwischenzeit mehrfach überarbeitet und versehentlich online gestellt worden. Man gehe nicht von der Verfügbarkeit eines Impfstoffs bereits im Herbst aus.
 

Streit mit Maskenverweigerer aus Reichsbürger-Milieu: Zwei Polizisten verletzt

+++ 17.00 Uhr: Ein Maskenverweigerer hat in einem Dortmunder Supermarkt zwei Polizisten verletzt. Die Beamten wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Der Staatsschutz ermittelt, da der 44-Jährige laut Polizei offenbar dem Reichsbürger-Milieu zugeordnet wird. Der Beschuldigte soll sich ohne Mund-Nasen-Schutz am Vorabend gegen 22 Uhr zunächst mit dem Personal im Supermarkt angelegt und einen Mitarbeiter mit einem Einkaufswagen gerammt haben. Das teilte die Polizei am Mittwoch (12.08.2020) mit. Der Mann selbst hatte die Situation sogar gefilmt, so die Polizei.

Mann aus Reichsbürger-Milieu verweigert Mund-Nasen-Schutz im Supermarkt

Als die Polizei eintraf, sollen bereits zahlreiche weitere Kunden das Geschehen beobachtet haben. Der 44-Jährige habe in der Mitte gestanden und die Situation gefilmt. „Den Polizisten erklärte er, dass er nicht verpflichtet sei, eine Abdeckung zu tragen“, so die Polizei. Der Mann habe dann eine Reihe von Paragrafen aufgelistet, „die jedoch nicht mit den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland übereinstimmen“.

In Deutschland herrscht nach wie vor in Supermärkten eine obligatorische Maskenpflicht (Symbolbild)

Maskenverweigerer verletzt Polizisten - Beamten im Krankenhaus

Als die Polizisten den 44-jährigen Maskenverweigerer aus dem Supermarkt bringen wollten, habe er sich so stark gewehrt, dass zwei Polizisten verletzt worden seien. Sie kamen ins Krankenhaus. Verstärkung sei eingetroffen, die den Mann überwältigten und fesselten. „Auf der Fahrt zum Polizeigewahrsam versuchte er im Streifenwagen weiter, einen Polizisten anzugreifen.“, sagte die Polizei der Deutschen Presse-Agentur.

In Haft kam der Mann nicht. Der Staatsschutz ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands, Hausfriedensbruch, dem Filmen und der Masken-Verweigerung.

Corona in Deutschland: Höchster Infektionswert seit Mai - Neuinfektionen nach Abi-Fahrt und Party-Urlaub

+++ 14.30 Uhr: Acht junge Menschen sollen nach einem Urlaub in Kroatien in Stuttgart weitere Personen angesteckt haben. Nach einer Reise in die kroatischen Partyhochburg Novalja haben die Reiserückkehrer*innen bei einer Geburtstagsfeier in Stuttgart mindestens 14 weitere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.

Nach einem Urlaub in Kroatien steckten Reiserückkehrer*innen auf einer Geburtstagsfeier in Stuttgart mehrere Personen an.

Stuttgart: Infektionen auf Geburtstagsfeier nach Urlaub in Kroatien

Die Gruppe, alle etwa Ende 20, sei bereits im Juli nach Kroatien gereist. Danach seien sie positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte ein Sprecher der Stadt Stuttgart am Mittwoch (12.08.2020) mit. Es sei davon auszugehen, dass sie zum Zeitpunkt der Geburtstagsfeier am 1. August noch nicht von ihrer Infektion wussten. Derzeit versuche man herauszufinden, ob sich von den rund 40 Geburtstagsgästen weitere Menschen angesteckt haben.

Corona in Deutschland: Neuinfektionen nach Urlaub von Abiturient*innen

Auch im Kreis Göppingen gibt es derzeit vermehrt Neuinfektionen, nachdem eine Gruppe Abiturient*innen in Novalja auf der Insel Pag Party-Urlaub gemacht hatte. Inzwischen seien mehr als zwölf Teilnehmer der Abi-Fahrt, die durch einen Reiseveranstalter organisiert wurde, mit dem Coronavirus infiziert, teilte eine Sprecherin des Landratsamtes mit. Teilgenommen hätten insgesamt 14 Abiturient*innen aus dem Raum Donzdorf, nicht wie zunächst angenommen 18.

Corona in Deutschland: Erneute Kritik an Corona-Demos

+++ 14.30 Uhr: Nach den Demos in Berlin gegen staatliche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben Politiker erneut vor einer Radikalisierung der Proteste gewarnt: Rechtsextreme würden alles tun, um Protest in Zukunft in ihrem Sinne aufzuladen und zu radikalisieren, sagte Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Mittwoch im Ausschuss für Verfassungsschutz laut einer Twitter-Mitteilung.

Corona-Demos als Kontaktbörse für Rechtsextreme.

Corona-Demos: Seite an Seite mit Rechtsextremen

Bei der Demonstration mit Tausenden Teilnehmern am 1. August 2020 sei zwar die Mehrheit der Teilnehmer*innen nicht verfassungsfeindlich gewesen, so Geisel weiter. Neben zahlreichen Rechtsextremisten seien aber auch sogenannte Reichsbürger und NPD-Vertreter auf die Straße gegangen. Auch habe es keine nennenswerte Abgrenzung der anderen Demonstranten gegenüber der mitlaufenden Rechtsextremen gegeben, kritisierte Geisel. „Corona-Demos werden so zu einer Bühne und Kontaktbörse für Rechtsextreme“, sagte der SPD-Politiker laut Twitter.

Trotz steigender Infektionszahlen hatten sich die Demonstranten nicht an die Corona-Auflagen gehalten. Es wurden keine Abstände eingehalten und meist kein Mund-Nasen-Schutz getragen. Die Polizei löste die Kundgebung schließlich auf. Auch die Bundesregierung hatte die Missachtung der Hygieneregeln scharf kritisiert. Das Verhalten vieler Demonstrierender habe das hohe Gut der Demonstrationsfreiheit ausgenutzt, sagte eine Sprecherin. Zudem seien auch „menschenverachtende Äußerungen“ gemacht worden.

Corona in Deutschland: Spahn kritisiert Russland wegen Corona-Impfstoff

+++ 10.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnte am Mittwoch (12.08.2020) erneut vor einem Anstieg der Neuinfektionen in Deutschland: Mit jeder weiteren Zunahme werde es für die Gesundheitsämter schwieriger, sagte Spahn in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Es gelte, „sehr, sehr wachsam“ zu sein. Das Gesundheitssystem in Deutschland sei jedoch resilient und könne die derzeitigen Infektionszahlen noch gut bewältigen. Gleichzeitig warnte Spahn erneut vor Großveranstaltungen und Veranstaltungen, die zu Partys werden könnten.

Spahn bewertet Corona-Impfstoff aus Russland skeptisch

Jens Spahn bleibt skeptisch: Russland arbeite nicht transparent

Hinsichtlich eines Corona-Impfstoffes aus Russland bleibt Spahn* skeptisch: „Es geht ja nicht darum, irgendwie Erster zu sein, sondern es geht darum, einen wirksamen, einen erprobten und damit eben auch sicheren Impfstoff zu haben“, sagte Spahn ebenfalls im Deutschlandfunk. Er halte es für wichtig, sauber die Studien sowie Erprobungen zu machen und diese auch publik zu machen. „Das Problem ist ja, wir wissen auch sehr wenig, weil die russischen Behörden nicht sehr transparent vorgehen.“, sagte Spahn.

Impfung aus Russland: Impfung könne auch gefährlich sein

Bekannt sei aber, dass es in Russland keine Phase-3-Studien gegeben habe, also klinische Erprobungen auch in der Breite mit Tausenden Probanden, ergänzte der Gesundheitsminister. Laut Spahn könne es sogar gefährlich sein, zu früh mit der Impfung zu beginnen und Millionen, wenn nicht Milliarden Menschen zu impfen. Denn das könne natürlich „der Akzeptanz des Impfens dann, wenn es schief geht, auch ziemlichen Tod antun“, so Spahn weiter.

RKI meldet aktuelle Zahlen - höchster Infektionswert seit Mai

Update vom Mittwoch, 12.08.2020, 06.17 Uhr: Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1226 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Höher lag der Wert zuletzt am 09. Mai mit 1251 registrierten Neuinfektionen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 11.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,97 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 11.8., 0.00 Uhr, bei 1,04 (Vortag: 1,05). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Corona in Deutschland: Reisewarnung für Spanien wird erweitert

+++ 21:25 Uhr: Das Auswärtige Amt warnt wegen der Corona-Pandemie nun auch vor Reisen in Spaniens Hauptstadt Madrid und ins spanische Baskenland. Das Ministerium begründete dies am Dienstagabend in Berlin mit „erneut hohen Infektionszahlen“. Bereits seit Ende Juli gilt eine Warnung vor Reisen in drei andere spanische Regionen, darunter Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und die Strände der Costa Brava.

Das Auswärtige Amt warnt wegen der Corona-Pandemie nun auch vor Reisen in Spaniens Hauptstadt Madrid.

Länder verschärfen die Auflagen wieder - Bußgelder werden erhöht

+++ 19.30 Uhr: Wegen steigender Infektionszahlen ist die Zeit der Lockerungen für viele Landesregierungen vorbei. Einige Länder beschlossen heute strengere Regeln. Wer sich nicht daran hält, muss zum Teil tiefer in die Tasche greifen.

Angesichts der Sorge vor einer zweiten Corona-Welle verschärfen mehrere Bundesländer die Regeln im Kampf gegen das Virus. In Berlin etwa sollen 240 zusätzliche Mitarbeiter der Ordnungsämter darauf achten, dass die Corona-Auflagen eingehalten werden. Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen erhöhen die Bußgelder, die bei einem Regelverstoß drohen. Auch Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen stärker kontrolliert werden.

Geplantes Großkonzert in Düsseldorf stößt auf Kritik

+++ 18.50 Uhr: Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat ein für den 4. September geplantes Großkonzert mit 13.000 Zuschauern in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt verteidigt. In Anspielung auf die Kritik von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder, das Konzert sei ein „katastrophales Signal“, sagte Geisel der Süddeutschen Zeitung laut Vorabmeldung vom Dienstag: „Eine katastrophale Signalwirkung wäre es nur gewesen, wenn meine Verwaltung sich nicht an Recht und Gesetz gehalten hätte.“

Der Oberbürgermeister verwies auf die nordrhein-westfälische Corona-Schutzverordnung. "Die Veranstalter des Konzerts haben mit ihrem Hygienekonzept alle Bedingungen erfüllt, die diese einschlägigen Regeln verlangen", sagte er der Zeitung. Es gälten ein Abstandsgebot und die Pflicht, den ganzen Abend einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Alkohol bleibe verboten, jeder Besucher habe einen festen Sitzplatz.

„Ich wundere mich, wie heutzutage alles politisiert wird“, sagte Geisel und sprach von einem „politischen Profilierungswettbewerb“ zwischen Söder und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU).

Laschet verteidigt umstrittenen Corona-Plan

+++ 14.15 Uhr: In NRW enden bald die Sommerferien. Der Schulstart ist am Mittwoch (12.08.2020) geplant. Ministerpräsident von NRW und Kandidat für den CDU-Vorsitz Armin Laschet hat die Entscheidung zu einer Maskenpflicht an weiterführenden und berufsbildenden Schulen an diesem Dienstag (11.08.2020) noch einmal verteidigt. Laschet bleibt bei der Entscheidung für eine Maskenpflicht an weiterführenden und berufsbildenden Schulen auch im Unterricht.

Laschet hält an umstrittener Maskenpflicht im Unterricht fest.

Gerade in der jetzigen Zeit, in der die Infektionszahlen wieder stiegen und viele Menschen von Reisen zurückkehrten, müsse man besonders vorsichtig sein, sagte Laschet vor einer Kabinettssitzung in Düsseldorf, wie auch Spiegel Online berichtet. „Wenn sich das Geschehen normalisiert, dann können wir auch schnell wieder von dieser Pflicht Abstand nehmen.“, ergänzte Laschet.

Corona-Regeln in NRW: Maskenpflicht im Unterricht stößt auf Kritik

Die Maskenpflicht im Unterricht stößt auch auf Kritik, wie auch rp online berichtet: „Bei diesen hohen Temperaturen kann man nicht vernünftig am Unterricht teilnehmen, wenn man dabei auch noch eine Maske tragen muss“, kritisiert Andrea Heck, Vorsitzende des Elternvereins in NRW, die Regelung. Die Maskenpflicht im Unterricht gilt nicht für Grundschulen in NRW. Dort muss ein Mund-Nasen-Schutz nur auf dem Schulgelände und bis zum Sitzplatz getragen werden.

Corona-Schutzverordnungen in NRW verlängert

Die Regelung in NRW gilt bis zum 31. August 2020. In anderen Bundesländern ist lediglich das Tragen einer Maske auf Teilen des Schulgeländes obligatorisch. Auch die Corona-Schutzverordnungen des Landes NRW sind bis zum 31. August verlängert worden. Demnach wird es „keine weiteren Öffnungen geben“, wie Laschet mitteilte.

Laschet kritisiert umstrittenes Konzert von Sarah Conner

Laschet hatte sich zuvor auch kritisch zu dem geplanten Konzert von Sarah Conner mit 13 000 Zuschauern in Düsseldorf geäußert. Wörtlich sagte Laschet, er halte das Event „für kein gutes Signal“. Eine Entscheidung der NRW-Landesregierung über ein eventuelles Verbot des Konzertes ist noch nicht gefallen. Das Konzept des Konzertveranstalters wurde allerdings von der Stadt Düsseldorf abgesegnet.

Kampf ums Überleben: Jede zweite Kneipe vor dem Bankrott

+++ 11.30 Uhr: Wegen des Coronavirus sollen rund 60 Prozent aller Gastwirte vor dem Aus stehen. Das ergibt eine Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbandes, kurz Dehoga, unter 7200 Gastronomen und Hoteliers. Auch die Umsätze sollen bisher um etwa 60 Prozent eingebrochen sein, wie der Verband am Dienstag (11.08.2020) auf seiner Website mitteilte.

Wie die Bewirtung im Winter ohne Außenanlagen funktionieren soll, sei für viele Gastwirte in der Corona-Zeit* noch unklar. Auch die Angst vor dem Winter sei groß, sagte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Für das ganze Jahr 2020 werde mit einem Umsatzverlust von rund 51 Prozent gerechnet. Zur Abwendung einer Pleitewelle fordert der Verband eine Fortführung der Mehrwertsteuersenkung und weitere Corona-Hilfen.

Corona belastet die Wirtschaft in Deutschland: Besonders Kneipen sind betroffen.

Corona in Deutschland: Bruttoverdienst der Deutschen gesunken

+++ 11.07 Uhr: Wie das statistische Bundesamt am Dienstag (11.08.2020) mitteilte, hat sich die Corona-Krise auch auf den Bruttoverdienst in Deutschland ausgewirkt. Insbesondere Kurzarbeit habe das Einkommen vieler Menschen reduziert. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Bruttomonatsverdienst in Deutschland um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem betroffen von dem gesunkenen Bruttoverdienst sind die Wirtschaftszweige Beherbergung mit -18 %, Herstellung von Kraftwagen mit -17 % sowie Reiseveranstalter mit -15 %.

Das Kurzarbeitergeld habe den Verlust allerdings häufig wieder ausgeglichen. Anders sieht es bei den Bruttostundenverdiensten aus: Diese wurden nicht durch die Kurzarbeit beeinflusst und stiegen um durchschnittlich 2,6 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. 

Corona in Deutschland: RKI meldet aktuelle Fallzahlen – Experten in Sorge 

+++ 06.16 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 966 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit nähert sich die Zahl wieder der Marke von 1000 Neuinfektionen. Der Wert hatte in der vergangenen Woche bereits am Donnerstag, Freitag und Samstag über der Schwelle von 1000 gelegen - erstmals seit Anfang Mai wieder. Am Sonntag- und Montagmorgen liegen die Meldezahlen oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte nach dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen aber klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht: „Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann“, hatte der CDU-Politiker gesagt. „Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen.“

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 10.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,09 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Corona in Deutschland: Fußballer müssen sich gedulden - Vorerst Absage für Fan-Rückkehr in Stadien

+++ 21.00 Uhr: Aufgrund der Corona-Lage in Deutschland wird es bis zum 31. Oktober keine Fans in Fußball-Stadien geben. Das haben die Gesundheitsminister entschieden, nachdem die Vereine sich darum bemüht hatten, mit einem Teilpublikum in die Fußballsaison zu starten.

Corona in Deutschland: „Nein“ zu Fan-Rückkehr ins Fußball-Stadion

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn twitterte: „Tausende Zuschauer in den Stadien - das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen.“ Außerdem unterstrich Spahn noch einmal: „Wir spüren, dass wir wachsam bleiben müssen. In der jetzigen Situation wären Zuschauer auf den Rängen das falsche Signal.“

„Wir sehen das Konzept der DFL als guten Willen und auch als gute Grundlage, sehen aber zwei Probleme“, sagte die GMK-Vorsitzende und Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci. Zum einen müssten die Gesundheitsämter die Hygienekonzepte gestalten, diese seien schon sehr belastet. Zum anderen sei die An- und Abreise der Fans ein Manko, die das Konzept nicht beinhalte. Das Nein bis zum 31. Oktober sei sogar die einstimmige Meinung der Ressortchefs gewesen, wie es aus weiteren Teilnehmerkreisen hieß.

Noch ist es nicht soweit: Die Stadien bleiben vorerst leer.

Corona in Deutschland: Bundesland erwägt Alkoholverbot in Bars und Kneipen

+++ 20.05 Uhr: Das Coronavirus schränkt auch das Feiern vieler Menschen in Deutschland ein. Die meisten Party-Gäste halten sich an die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und doch kommt es in Bars und Kneipen auch immer wieder zu Verstößen. Dem will ein Bundesland jetzt Einhalt gebieten und denkt über ein Alkoholverbot nach. „In den Gaststätten kommen oft viele Menschen eng zusammen, wenn dann noch viel Alkohol getrunken wird, dann wird es schwierig,“ sorgt sich die Gesundheitssenatorin von Berlin, Dilek Kalayci, gegenüber der „Berliner Morgenpost“.

Gibt es bald ein Corona-Alkoholverbot in einem Bundesland?

Man müsse ein Alkoholverbot in Erwägung ziehen, „wenn sich die Disziplin in den Gaststätten nicht verbessert“, so Kalayci weiter. Darüber hinaus sorge „der Alkoholgenuss dafür, dass die Menschen nachlässiger werden, laut werden, kaum noch Abstand halten“. In Berlin wurden zuletzt auch die Corona-Kontrollen in Bars und Kneipen verschärft. Bußgelder sollten laut der Gesundheitssenatorin „konsequenter“ verhängt werden.

Corona in Deutschland: Tests für Reiserückkehrer in der Kritik - Söder plant weiteren Ausbau

+++ 17.45 Uhr: Die Testpflicht für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gilt seit Samstag (08.08.2020). An den Airports in Deutschland wurden seither Tausende Reisende getestet. Alleine an Nordrhein-Westfalens Flughäfen sind am Wochenende rund 7000 Reisende auf das Coronavirus getestet worden. Die Ergebnisse sollen bis Mittwoch vorliegen, berichtete ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.

Corona in Risikogebieten: Kritik an kostenlosen Tests für Reiserückkehrer

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil forderte, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten ihre Tests künftig selbst zahlen sollten. Klingbeil sagte in BILDlive, es gäbe „ein Gerechtigkeitsproblem damit, dass man in Risikogebiete fährt und dann auch noch den Test vom Staat bezahlt bekommt“.

Corona in Bayern: Söder plant Ausbau von flächendeckenden Tests

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder plant indessen flächendeckend Corona-Testzentren in Bayern. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt sollen Zentren eingerichtet werden, sagte Söder in Nürnberg. Die Menschen sollen sich „schnell und unbürokratisch testen lassen können und dafür nicht mehr zum Arzt gehen müssen“, so Söder weiter. Nach Söders Plänen sollen sich Reiserückkehrer künftig zweimal testen lassen: Einmal bei der Einreise und ein zweites Mal fünf bis sechs Tage später. Auch dafür sollen die Testkapazitäten in Bayern weiter ausgebaut werden.

Reiserückkehrer: Die Kritik an kostenlosen Tests wird größer

Schule in Rostock teilweise unter Quarantäne nach Urlaub von Familie

+++ 15.55 Uhr: Vier schulpflichtige Kinder einer Familie aus Rostock wurden nach einem Auslandsaufenthalt der Familie in einem Gebiet der Türkei, das aktuell nicht als Risikogebiet gilt, positiv auf das Coronavirus getestet. Zunächst seien alle Kinder negativ getestet worden. Nach der Erkrankung eines Familienmitgliedes seien die zwei älteren Kinder dann doch positiv auf das Virus getestet worden. Alle 67 Mitschüler*innen und Lehrer*innen einer 7. und 9. Klasse stehen deshalb seit Sonntag (09.08.2020) unter Quarantäne.

Corona in Rostock: Insgesamt 67 Menschen unter Quarantäne

Die zwei älteren Kinder seien allerdings nur zwei Tage in der Schule gewesen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag. Aufgrund des begrenzten Zeitraumes und der baulichen Besonderheiten der Schule könnten die Kontakte sehr genau nachvollzogen und eingeschränkt werden, hieß es.

Schüler*innen einer Schule in Rostock stehen unter Quarantäne.

Corona in einer Schule in Rostock: Hort auch betroffen

Eines der beiden jüngeren Kinder sei noch gar nicht in der Schule gewesen, so das Gesundheitsministerium weiter. Das zweite Kind sei am Freitag (07.08.2020) nur auf einem Sportfest gewesen. Im Anschluss habe es allerdings noch den Hort der Grundschule besucht. Deshalb ist die Quarantäne auf vier weitere Hortschüler und eine Erzieherin ausgeweitet worden. Insgesamt betrifft die Quarantäne 67 Menschen.

+++ 15.09 Uhr: Finanzminister Olaf Scholz sei Krisenmanager der Bundesregierung in der Corona-Krise. So sehen die SPD-Chefs den heute nominierten SPD-Kanzlerkandidaten. „Olaf Scholz genießt hohes Ansehen in der Bevölkerung, aber auch in der Partei“, sagte am Montagnachmittag (10.08.2020) Partei-Chef Walter-Borjans bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin. „Jetzt ist es raus.“, twitterte Scholz bereits am Montagmorgen. Vorstand und Präsidium der Partei hätten Scholz am Montagvormittag einstimmig als Kanzlerkandidaten nominiert.

Scholz könne und wolle für eine sozialdemokratische Politik kämpfen, so Partei-Chefin Saskia Esken weiter. Scholz selbst sprach erneut von Respekt und Wertschätzung für die Helden der Corona-Krise. Eine Bestätigung auf einem Parteitag ist danach nicht mehr nötig. Die SPD ist damit die erste im Bundestag vertretene Partei mit einem Kanzlerkandidaten für die Wahl 2021.

Söder beruft außerplanmäßig sein Kabinett ein – und warnt erneut

+++ 12.51 Uhr: Auf einer Pressekonferenz in Nürnberg am Montagvormittag (10.08.2020) hat CSU-Chef Markus Söder erneut vor einem wachsenden Infektionsrisiko durch das Coronavirus gewarnt. „Corona wird jeden Tag gefährlicher“, sagte Bayerns Ministerpräsident nach einer außerplanmäßigen Kabinettssitzung via Video. Corona sei in ganz Europa auf dem Vormarsch. Zugleich nähmen Leichtsinn und Unvernunft zu, so Söder weiter. Daher müssten die Menschen zu der Vorsicht zurückkehren, die in den vergangenen Wochen ein guter Schutz gewesen sei.

Immer mehr Infizierte klagten auch nach Monaten noch über Spätfolgen wie fehlenden Geruchssinn, warnte Söder. Das zeige, dass Corona viel heimtückischer und gefährlicher sei als bislang angenommen.

Corona in Bayern: Söder äußert sich zu Regelunterricht in Schulen

Söder äußerte sich auch zum Regelunterricht in Schulen: Es werde überall in Deutschland eine echte Balance zwischen Gesundheit und der Erfüllung des Bildungsauftrags werden, so der CSU-Chef weiter. Bayern habe den Vorteil, zu beobachten, wie die anderen Bundesländer damit umgehen. „Wir schauen uns das an und werden unsere eigenen Maßnahmen daraus ziehen“, so Söder*.

Söder über Corona-Schulbeginn in Bayern: „Wir werden sehr schnell reagieren“

Eine Woche vor Schulbeginn treffe man sich nochmal, um darüber zu diskutieren. Das Ziel sei ein regelmäßiger Unterricht, es werde aber kein ganz normaler, sagte der CSU-Chef. „Für uns ist klar, wir werden sehr schnell reagieren“, so Söder weiter. Wenn es Fälle gebe, werde man schnell entsprechende Maßnahmen treffen. Ob es eine Maskenpflicht auch im Unterricht geben wird, werde am 1. September entschieden. Man habe unterschiedliche Rückmeldungen dazu bekommen.

Scharfe Kritik an Öffnung von Schulen – Manche schließen direkt wieder

+++ 08.06 Uhr: SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schwere Versäumnisse im Umgang mit der Corona-Pandemie in Deutschland vorgeworfen. Die „vollmundige Selbstvermarktung“ des Ministers könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass an vielen Stellen Testkapazitäten fehlten, sagte Walter-Borjans der „Süddeutschen Zeitung“. Zudem ließen Testergebnisse so lange auf sich warten, dass Betroffene „gegen ihren Willen zum Infektionsrisiko“ würden.

Walter-Borjans bezeichnete es auch als Fehler, dass nur Heimkehrer aus Corona-Risikogebieten sich einem obligatorischen Test unterziehen lassen müssen, während andere Rückkehrer lediglich unverbindlich zu einem Test eingeladen werden. „Zum erfolgreichen Umgang mit der Pandemie gehört nicht nur der Auftritt vor der Kamera, sondern auch das Klein-Klein der Umsetzung“, sagte der SPD-Vorsitzende. „Das ist aber ganz offenbar nicht Sache des Bundesgesundheitsministers.“
Walter-Borjans warnte vor einem erneuten „wirtschaftlichen Lockdown“ in Deutschland. Dieser würde das Land an die Grenze der Belastbarkeit und möglicherweise darüber hinaus bringen, sagte er.

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans findet deutliche Worte für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und den Umgang mit der Corona-Krise in Deutschland.

Corona in Deutschland: Nur halb so viele Neuinfektionen wie die Tage zuvor

Update vom Montag, 10.08.2020, 6.18 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 436 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 216.327 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert*, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete (Datenstand 10.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurde ein neuer Todesfall gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9197. Bis Sonntagmorgen hatten 197.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Zahl der Neuinfektionen liegt damit nur halb so hoch wie die Werte in der vergangenen Woche. Am Samstag waren 1122 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet worden. Auch am Freitag und Donnerstag lagen die Zahlen erstmals seit Anfang Mai wieder über der Schwelle von 1000 Fällen. Die am Montag bekannt gegebenen Zahlen der Neuinfektionen sind aber meist vergleichsweise niedrig, weil am Sonntag nicht alle Gesundheitsämter ihre Werte übermitteln.

Corona in Deutschland: R-Wert über kritischer Marke

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 9.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,17 (Vortag: 1,32). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 9.8., 0.00 Uhr, bei 1,17 (Vortag: 1,23). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Corona in Deutschland: Schulöffnung erntet scharfe Kritik

Erstmeldung vom Montag, 10.08.2020, 6.15 Uhr: Nachdem bereits Mecklenburg-Vorpommern seine Schulen für zahlreiche Kinder geöffnet hatte, folgen nun weitere Bundesländer. Doch von langer Dauer war die Schulöffnung in Mecklenburg-Vorpommern nicht: Bereits nach wenigen Tagen mussten zwei Schulen wieder schließen. An einer Grundschule in im Landkreis Rostock infizierte sich ein Schüler und an einem Gymnasium in Ludwigslust wurde eine Lehrerin sowie zwei weitere Pädagogen positiv auf das Coronavirus getestet.

Der Bundeselternrat kritisierte daraufhin die Kultusminister für deren schlechte Vorbereitung auf die Schulöffnung. Sie hätten die Schulen viel zu schnell und unvorsichtig geöffnet, obwohl sie genug Zeit gehabt hätten, den die Schulöffnung angemessen vorzubereiten. Laut dem Bundeselternrat hatten diese vorgeschlagen, die Klassen zu teilen, sodass im Fall einer Corona-Infektion weniger Schüler*innen in Quarantäne geschickt werden müssen – dieser Vorschlag wurde jedoch nicht berücksichtigt.

Corona in Deutschland: Holpriger Schulstart erntet Kritik

Trotz des holprigen Starts in Mecklenburg-Vorpommern öffnen nun auch Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein ihre Schulen, um nach der langen Corona-Pause und der Umstellung auf digitalen Unterricht wieder zu einem normalen Schulbetrieb zurückfinden zu können. Karin Prien (CDU), Bildungsministerin in Schleswig-Holstein, appellierte an Eltern, Lehrende und Schüler*innen, unbedingt zu Hause zu bleiben, sollten sie unter Krankheitssymptomen leiden. Für eine Grundschule in Husum in Schleswig-Holstein verzögert sich der Beginn des Präsenzunterrichts um eine Woche, da eine Lehrerin positiv auf das Virus getestet wurde und in einer Besprechung bereits Kontakt zu anderen lehrenden Personen hatte.

Corona in Deutschland: Die aktuellen Zahlen am 10. August

BundeslandBestätigte Infektionen
Baden-Württemberg37.767
Bayern 51.803
Berlin 9688
Brandenburg 3626
Bremen 1803
Hamburg 5664
Hessen 12.703
Mecklenburg-Vorpommern936
Niedersachsen 14.943
Nordrhein-Westfalen51.561
Rheinland-Pfalz7771
Saarland 2926
Sachsen5632
Sachsen-Anhalt2057
Schleswig-Holstein3586
Thüringen 3425
Gesamt215.891

(Quelle: Robert Koch-Institut)

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Rubriklistenbild: © Sven Hoppe / dpa

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