Skandal um Krankenschwester

Falsche Lösung in 8500 Impf-Spritzen: Verdacht gegen Mitarbeiterin im Impfzentrum

Über 8500 Menschen könnten betroffen sein: Eine Krankenschwester in einem Impfzentrum hat statt Corona-Impfstoff eine andere Lösung gespritzt.

Hamm/Hannover - Skandal in einem Impfzentrum in Niedersachsen: Die Behörden gehen davon aus, dass über 8500 Menschen betroffen sind. In den Spritzen für die Corona-Impfung war demnach kein Impfstoff gegen Covid-19. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen eine Mitarbeiterin, eine examinierte Krankenschwestern. (News zum Coronavirus)

MittelIsotonische Kochsalzlösung
Enthält9g Kochsalz pro Liter Wasser
EinsatzInfusionslösung

Kein Corona-Impfstoff in den Spritzen: Skandal um Krankenschwester im Impfzentrum

Der Frau wurde bereits im Frühjahr vorgeworfen, dass sie statt des Corona-Impfstoffs Kochsalzlösung in sechs Impfspritzen gezogen haben soll. Jetzt weitet sich der Fall deutlich aus: Der Krankenschwester wird vorgeworfen, in riesigen Mengen Kochsalzlösung verimpft zu haben. Sie arbeitete im April im Impfzentrum Roffhausen in Schortens (nahe Wilhelmshaven).

Anstatt der zunächst angenommen sechs Impfungen mit Kochsalz handelt es sich wohl um potenziell 8.557 Opfer. Ob sie wirklich alle nur die gefakte Corona-Impfung bekommen haben, das kann der Leiter des Corona-Krisenstabs, Heiger Scholz, nicht sagen. Denn die Einzige, die es genau weiß - die Krankenschwester - schweigt.

Zunächst sechs Betroffene: Immer mehr falsche Corona-Impfungen werden bekannt

Die Frau war vom 5. März bis zum 20. April im Impfzentrum für die Spritzen verantwortlich. Nachdem die sechs Fälle bekannt worden waren, wurde sie fristlos entlassen. Die Krankenschwester hatte damals angegeben, Kochsalzlösung statt Biontech-Impfstoff verspritzt zu haben, weil ihr eine Ampulle zerbrochen sei und sie aus Scham den Leiter des Impfzentrums nicht hatte informieren wollen.

Jetzt weitete sich der Fall deutlich aus und verändert das Motiv der Krankenschwester. Corona-Krisenstab-Leiter Scholz sagte dazu laut epd: Es sei „ziemlich perfide, wenn eine Impfgegnerin sich so in ein Impfzentrum einschleicht“.

Pflegekräfte, Ärzte, Erzieherinnen und über 70-Jährige mit falschem Impfstoff gespritzt

Die 8.557 Menschen, bei denen unsicher ist, ob sie Biontech oder Kochsalzlösung geimpft bekamen, sind in den meisten Fällen über 70 Jahre alt. Zudem kommen zu den Geimpften noch Ärzte, Mitarbeiter in Pflegediensten, Hospizen und Erzieherinnen hinzu.

Die potenziell Betroffenen werden nun informiert. Ihnen wird geraten, sich nachimpfen zu lassen. Die weitere Impfung sei auch dann unbedenklich, wenn den Opfern des Impfskandals doch korrekt zweimal ein Corona-Impfstoff gespritzt wurden. - eB mit epd-Material

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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