Unternehmen trennt sich von Mitarbeiter

Individuelles Versagen: Arzt impft Kind gegen Corona - jetzt droht ihm eine Strafe

Ein neunjähriges Mädchen wurde in Schwaben unzulässigerweise von einem Arzt gegen Corona geimpft. Nun wurde ein Strafverfahren gegen den behandelnden Arzt eingeleitet.

Bobingen - Eigentlich sollte der Vater einer Neunjährigen in einem kommunalen Impfzentrum gegen Corona geimpft werden. Doch am Ende ging die Tochter mit einem Pflaster am Arm aus dem Zentrum im Landkreis Augsburg. Gegen den behandelnden Arzt wurde nun ein Verfahren eingeleitet.  (News zum Coronavirus)

Stadt Bobingen (in Bayern)
Einwohnerzahl16.570 (31. Dezember 2008)
Fläche50,45 km²

Arzt impft Neunjährige: Polizei leitet Verfahren ein

In Deutschland ist eine Immunisierung mit dem Vakzin von Biontech inzwischen für Kinder ab zwölf Jahren erlaubt, Jüngere dürfen jedoch noch keine Corona-Impfung erhalten. Nach Angaben der Polizei ist noch unklar, wie es zu der Impfung des Kindes in Bobingen kam. Dazu sollen nun die Beschäftigten des Impfzentrums befragt werden. Das Mädchen war nur als Begleitung ihres Vaters, für den die Spritze eigentlich war, in dem Zentrum.

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, ist ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung gegen den Mediziner eingeleitet worden. Zunächst hatte der Augsburger Sender Hitradio RT1 über die Impfung berichtet.

Arzt impft Neunjährige: Anwalt und Polizei eingeschaltet

Das Augsburger Landratsamt gab zu dem Fall keine Stellungnahme ab und verwies auf den privaten Betreiber. Eine Anwältin erklärte im Namen des Dienstleisters, dass der Arzt irrtümlich angenommen habe, das Kind sei eine Risikopatientin, die tatsächlich geimpft werden müsse. Es liege ein individuelles Versagen des Impfarztes vor. Das Unternehmen habe sich danach sofort von dem Mitarbeiter getrennt.

Wie der Vater dem Radiosender RT1 schilderte, ist es zu der Impfung gekommen, nachdem der Arzt mit dem Kind in der Behandlungskabine gescherzt habe. Danach habe sich der Mediziner sofort entschuldigt. Laut Bild.de habe der Arzt bitterlich geweint. Das Mädchen kam nach dem Vorfall zur Beobachtung in eine Klinik. Nach Angaben des Vaters hatte die Impfung bislang keine gesundheitlichen Folgen für die Tochter. „Der fehlt überhaupt nichts.“

Die Priorisierung bei den Corona-Impfungen ist seit Montag (7. Juni) aufgehoben. Doch der Impfstoff ist rar. Im Internet werden Impfausweise angeboten, die Fälscher locken. Aus dem Bundesgesundheitsministerium kommt diesbezüglich eine klare Ansage.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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