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Steigende Infektionszahlen wegen Sommerwelle: Erste Kliniken melden „Corona-Notstand“

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Von: Martina Lippl

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Corona in Deutschland: Eine aufblasbare Werbefigur weist den Weg zu einem Drive-In Testcenter für Corona Schnelltests bei Timmendorfer Strand.
Corona in Deutschland: Eine aufblasbare Werbefigur weist den Weg zu einem Drive-In Testcenter für Corona Schnelltests bei Timmendorfer Strand. © Christian Charisius/dpa

Die Corona-Zahlen schwanken von Tag zu Tag. So ist die Inzidenz am Mittwoch wieder gesunken. Das RKI gibt einen Wert von 678,8 an. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus.

Berlin – Die kostenlosen Bürgertests für alle sind abgeschafft. Nicht alle Infizierten machen einen PCR-Test. Doch nur die positiven PCR-Tests fließen in die Corona-Statistik ein. So liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage in Deutschland. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die bundesweite 7-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 678,8 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 687,7 gelegen (Vorwoche: 646,3; Vormonat: 253,8).

Die offiziellen Infektionszahlen sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen, auch wenn weniger getestet wird. Binnen eines Tages sind 130.728 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 133.950) und 122 Todesfälle (Vorwoche: 175) an das RKI gemeldet worden.

Corona in Deutschland: RKI meldet Inzidenz von 678,8 (Stand: 6. Juli 2022)

Bundesweite 7-Tage-Inzidenz678,8
Coronavirus-Neuinfektionen binnen 24 Stunden130.728
Todesfälle in Verbindung mit Corona122
Covid-19-Patienten auf einer Intensivstation1.048 - davon werden 311 künstlich beatmet (Stand: 6. Juli; 6.57 Uhr)

Corona in Deutschland – Die Lage auf den Intensivstationen

Die hohen Infektionszahlen machen sich auch in den Krankenhäusern bemerkbar. 1.048 Covid-19-Patienten liegen derzeit auf einer Intensivstation. Davon müssen 311 künstlich beatmet werden – Stand 6. Juli. Das geht aus dem DIVI-Intensivregister hervor. Seit Anfang Juni zieht die Zahl der Intensivpatienten wieder an. Doch anderes als im Sommer 2021 sank die Zahl zuvor nur auf um die 600 und niemals unter 400.

Steigende Infektionszahlen wegen Sommerwelle: Erste Kliniken melden „Corona-Notstand“

Die Belegung sei für einen Sommer relativ hoch, sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters DIVI, Christian Karagiannidis der Rheinischen Post, „und die zur Verfügung stehenden Betten werden aufgrund des Personalmangels immer weniger.“ 

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) meldete Ende Juni einen „Corona-Notstand“. „Derzeit gibt es eine sprunghafte Zunahme von COVID-erkrankten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, teilte das UKSH in einer Pressemitteilung mit. Deutlich mehr Patienten mit und wegen einer Corona-Infektion müssten mit hohem Aufwand neben dem allgemein hohen Patientenaufkommen in der Notaufnahme versorgt werden.

„Im ganzen Land schließen verschiedene Häuser Stationen und Fachbereiche um durch interne Umorganisation Herr der Lage zu werden, so auch am UKSH“, so die Klinik. Dienstreisen für Mitarbeitende wurden bis auf weiteres untersagt. Die Uniklinik appelliert an die Bevölkerung, Schutzmaßnahmen wieder ernst zu nehmen und „mit jeder nicht hochbedrohlichen Erkrankung die Notaufnahmen zu meiden.“

Aktuell treibt die Omikron BA.5 die Sommerwelle an. Corona-Forscher sind schon einen Schritt weiter: Sie haben eine neue Omikron-Subvariante namens BA.2.75 ausgemacht. Bei der neuen Omikron-Variante BA.2.75 handelt es sich wohl um eine zweite Generation der BA.2.-Variante. Und sei „alarmierend“. (ml)

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