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Omikron-Subvariante BA.5 macht „Mehrzahl der Nachweise“ aus – RKI meldet erneute Verdopplung

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Von: Patrick Huljina

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Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen wieder an – Experten sehen eine Sommerwelle. Ein Grund: die Ausbreitung der Omikron-Subvariante BA.5.

Berlin - „Die Sommerwelle ist leider Realität geworden“, erklärte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in dieser Woche. Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus steigen seit einiger Zeit wieder an. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag (16. Juni) mit 480,0 an.

Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 472,4 gelegen (Vorwoche: 276,9; Vormonat: 439,2). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Omikron-Subvariante BA.5 macht „Mehrzahl der Nachweise“ aus – RKI meldet erneute Verdopplung

Ein Grund für den Anstieg der Fallzahlen ist auch die Zunahme der Omikron-Subvarianten. Die seit einigen Wochen anteilig zunehmenden Omikron-Sublinien sind nach Einschätzung des RKI derzeit bereits dominierend. „Das starke Wachstum von BA.4 und insbesondere BA.5, aber auch BA.2.12.1, lässt darauf schließen, dass diese Varianten aktuell bereits die Mehrzahl der Nachweise ausmachen“, heißt es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend (16. Juni). Er stützt sich auf Auswertungen zu Virusvarianten.

Diese Daten im Bericht beziehen sich stets auf die vorvergangene Woche: BA.5 machte damals demnach in einer Stichprobe rund 24 Prozent der positiven Proben aus, das entspricht erneut in etwa einer Verdopplung im Vergleich zum Vorwochenwert. BA.4 und BA.2.12.1 lagen beide bei rund vier Prozent. Wegen der stärkeren Verbreitung im Vergleich zu den bisher vorherrschenden Erregern könnten diese Varianten zu einem Wiederanstieg der Infektionszahlen beitragen, hieß es.

Ein Mitarbeiter hält in einem Coronatest-Labor der Limbach Gruppe PCR-Teströhrchen in den Händen.
Der Anteil der Omikron-Subvariante BA.5 in Deutschland hat sich laut RKI erneut verdoppelt. © Uwe Anspach/dpa

Corona: Sieben-Tage-Inzidenz nimmt um rund ein Drittel zu – RKI erwartet „verstärkten Infektionsdruck“

Bei der Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenz spricht das RKI für vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche von einer deutlichen Zunahme um rund ein Drittel. Betroffen seien alle Altersgruppen. Auch seien wieder mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen sowie in medizinischen Behandlungseinrichtungen erfasst worden.

„Mit dem weiteren Anstieg der Infektionszahlen ist auch mit einem erneut verstärkten Infektionsdruck auf vulnerable Personengruppen zu rechnen.“ Eine RKI-Landkarte zur Entwicklung des Infektionsgeschehens weist vor allem im Nordwesten Deutschlands viele Landkreise mit erhöhten Fallzahlen aus.

Virologe Klaus Stöhr findet die „Panik“ von Gesundheitsminister Lauterbach um die Sommerwelle unangemessen. Der Experte Hendrik Streeck richtet seinen Blick bereits auf den Herbst und Winter – und warnt vor der Fußball-WM als mögliches „Superspreading-Event“. (ph/dpa)

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