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Waldbrand in Berlin: Weitere Explosionen - Feuer könnte noch Tage wüten

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Von: Florian Dörr, Lucas Maier, Sarah Neumeyer, Alina Schröder

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In Berlin löst eine Explosion einen Waldbrand aus. In einem Lager der Polizei kommt es zu weiteren Explosionen. Ein Teil des Einsatzes muss abgebrochen werden.

+++ 19.52 Uhr: Auf dem Sprengplatz der Polizei im Berliner Stadtteil Grunewald ist es am Abend zu weiteren Explosionen gekommen. Sie seien auch in 1,2 Kilometer Entfernung gut zu hören gewesen, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein der dpa.

Die Detonationen blieben nicht folgenlos: Eigentlich war ein Spezialroboter der Bundeswehr (siehe Update vom 15.13 Uhr) dabei, den Sprengplatz zu erkunden. Dieser Teil des Einsatzes im Berliner Grunewald musste aufgrund der Explosionen abgebrochen werden.

Waldbrand mitten in Berlin: Im Forst Grunewald ist auf einem Sprengplatz der Polizei ein Großfeuer ausgebrochen.
Waldbrand mitten in Berlin: Im Forst Grunewald ist auf einem Sprengplatz der Polizei ein Großfeuer ausgebrochen. © dpa-Bildfunk

Wie läuft es derweil außerhalb des Sprengplatzes? Die Löscharbeiten innerhalb der Sicherheitszone rund um das Areal, mit denen die Feuerwehr am späten Donnerstagnachmittag begonnen hatten, laufen weiter. Sie könnten jedoch noch lange andauern. Der Sperrkreis hat einen Radius von einem Kilometer.

Nach Angaben der Feuerwehr sind durch den Brand im Grunewald rund 50 Hektar betroffen. Das entspricht einer Größe von rund 70 Fußballfeldern. Allerdings brenne nicht die gesamte Fläche, ein Teil sei nur verraucht.

Brand nach Explosion in Berlin: Feuer könnte noch tagelang wüten

+++ 15.13 Uhr: Die Berliner Feuerwehr stellt sich bei der Bekämpfung des Brandes im Grunewald auf einen langen Einsatz ein. Der Brand werde die Einsatzkräfte möglicherweise noch die nächsten Tage beschäftigen, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein am Donnerstag. „Aber wir werden das Feuer löschen.“ Laut Angaben der Feuerwehr brennen etwa 15.000 Quadratmeter Wald.

Die Löscharbeiten hatten am frühen Donnerstagnachmittag noch nicht begonnen. Die Einsatzkräfte kamen wegen der Gefahr weiterer Explosionen zunächst nicht an das Feuer heran.

Brand im Grunewald in Berlin: „Betreten Sie nicht das Waldgebiet“

Am Nachmittag soll ein ferngesteuerter Spezialroboter der Bundeswehr zum Einsatz kommen. Mit vier Kameras und Greifarm ausgerüstet, könne der Roboter näher an die Brandfläche herankommen, sagte Brigadegeneral Jürgen Karl Uchtmann. Auf diese Weise lasse sich ein klareres Lagebild erstellen. Um den Brand wurde ein Sperrradius von 1000 Metern festgelegt, da es weitere Explosionen geben könnte. „Betreten Sie nicht das Waldgebiet“, warnt die Berliner Feuerwehr auf Twitter.

Im Berliner Grunewald ist nach einer unbeabsichtigten Explosion auf dem dortigen Sprengplatz am Donnerstagmorgen ein Feuer ausgebrochen und hat den angrenzenden Wald in Brand gesetzt.
Im Berliner Grunewald ist nach einer unbeabsichtigten Explosion auf dem dortigen Sprengplatz am Donnerstagmorgen ein Feuer ausgebrochen und hat den angrenzenden Wald in Brand gesetzt. © Kay Nietfeld/dpa

Die Brandursache sei nach wie vor unklar. Es sei nicht bekannt, ob es zunächst eine Explosion auf dem Sprengplatz der Polizei im Grunewald oder zuvor bereits ein Feuer gegeben habe. Auf dem Sprengplatz lagern Polizeiangaben zufolge rund 25 Tonnen Material, unter anderem Feuerwerkskörper und Weltkriegsmunition. Expert:innen machen sie dort normalerweise unschädlich.

Brand durch Explosion in Berlin: Feuer breitet sich unkontrolliert aus

Update vom Donnerstag, 4. August, 10.58 Uhr: Das Feuer im Berliner Grunewald breitet sich laut Feuerwehr weiter unkontrolliert aus. „Das bereitet uns Sorge“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Nach wie vor gebe es keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie es am Sprengplatz der Polizei in dem Wald genau aussehe. Aufgrund der Gefahr durch die Explosionen und umherfliegenden Trümmerteile haben sich die Einsatzkräfte auf circa 1000 Meter um die Flammen herum zurückgezogen.

Laut Angaben der Feuerwehr wurde noch nicht mit dem Löschen begonnen. Es sei noch nicht möglich, sich der Brandstelle zu nähern, wie der Rbb berichtet. Eindämmungsarbeiten würden aber bereits durchgeführt. Im Radius von rund einem Kilometer um den Brand herum begann die Feuerwehr, die angrenzenden Waldgebiete zu bewässern. Zudem sollen schließlich die Flammen von der Havel aus mit einem Löschboot bekämpft werden. Auch ein Löschhubschrauber sei angefordert worden.

Aufgrund der enormen Explosionsgefahr hat die Feuerwehr am Donnerstagvormittag noch nicht mit den Löscharbeiten im Berliner Grunewald begonnen.
Aufgrund der enormen Explosionsgefahr hat die Feuerwehr am Donnerstagvormittag noch nicht mit den Löscharbeiten im Berliner Grunewald begonnen. © Christophe Gateau/dpa

Trockenheit und Hitze erschweren die derzeit laufenden Einsätze im Grunewald. „Der Wald ist knochentrocken“, sagte am Donnerstag Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. Der Regional- und S-Bahnverkehr in Berlin ist zum Teil unterbrochen worden. Auch im Fernverkehr kommt es zu Umleitungen. Die Autobahn Avus in Berlin bleibt wegen des Brands im Grunewald voraussichtlich den ganzen restlichen Tag gesperrt. 

Explosion löst Brand in Berlin aus – Bundeswehr im Einsatz

Erstmeldung vom Donnerstag, 4. August, 8.42 Uhr: Berlin – In der Hauptstadt hat derzeit der Katastrophenschutz alle Hände voll zu tun. Die Feuerwehr ist in Grunewald bei einem Großeinsatz zugange. Ersten Angaben von AFP zufolge steht hier ein Lager der Polizei in Brand.

In dem Lager soll sich Fundmunition befinden. „Aktuell brennt es im Grunewald und es kommt zu Explosionen“, schreibt die Feuerwehr auf Twitter.

Brand in Berlin: Bundesamt ruft auf das Gebiet zu meiden

Nicht nur das Lager in Berlin brennt, auch der darum liegende Wald soll in Flammen stehen. Das Gebiet Berlin Grunewald sollte derzeit gemieden werden, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mitteilt.

In Europa haben in Folge der anhaltenden Dürre viele Regionen mit Waldbränden zu kämpfen. Eben diese Dürre macht auch den Einsatzkräften in Grunewald zu schaffen, wie die dpa berichtet.

Explosion entzündet Wald und Lager: Bundeswehr wird eingesetzt

Der Brand soll durch eine Explosion auf dem Sprengplatz in Grunewald ausgelöst worden sein. Die Explosion setzte auch den Wald in Brand. Zur Bekämpfung des Brandes soll nun auch die Bundeswehr mit Spezialkräften eingesetzt werden.

Rund 100 Kräfte der Feuerwehr sind derzeit bereits vor Ort im Einsatz, wie ein Sprecher mitteilt. Die Bahn gab mittlerweile auch die Sperrung für Regional- und Fernverkehr bekannt, außerdem wurde die Autobahn in dem Bereich gesperrt. (Lucas Maier mit AFP und dpa)

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