Schockierende Bluttat

Mann erschießt Aral-Mitarbeiter (20) - Unfassbares Motiv für Tat nun bekannt

Ein Polizist steht an einer Absperrung vor einer Aral-Tankstelle
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Tatort: In dieser Aral-Tankstelle tötete ein Kunde einen 20-jährigen Mitarbeiter - offenbar im Streit um die Maskenpflicht.

Ein Mann hat am Samstagabend in Idar-Oberstein einen Mitarbeiter einer Aral-Tankstelle erschossen - weil er zum Tragen einer Maske aufgefordert wurde.

Update vom 21. September, 11.53 Uhr: Ein 20-jähriger Student aus Idar-Oberstein ist tot. Sein Job in einer Tankstelle hat dem 20-Jährigen sein Leben gekostet - er wurde kaltblütig mit einem Revolver erschossen. Die Tat und das Motiv machen fassungslos. Der Tatverdächtige wollte ein „Zeichen“ gegen die Maskenpflicht setzen. Der 49-Jährige hat sich gestellt und sitzt wegen Mordverdacht Untersuchungshaft.

Die Ermittlungen werden laut Staatsanwaltschaft noch einige Wochen dauern. „Wir müssen uns jetzt erstmal selbst ein klares Bild machen“, sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. In dieser Zeit wolle die Behörde keine „Wasserstandsmeldungen“ über den Ermittlungsstand abgeben. „Die Feinarbeit der Ermittlungen geht jetzt erst so richtig los.“

Idar-Oberstein: „Die Waffen hat er nicht legal besessen“

Mehr Klarheit erhoffen sich die Ermittler vor allem von der Auswertung der sichergestellten elektronischen Geräte des 49 Jahre alten Mannes. Zu dessen Lebenssituation wollte Fuhrmann während der laufenden Ermittlungen noch keine Angaben machen. Der Mann sei noch nie irgendwo bei der Polizei aufgefallen, auch nicht als Teilnehmer einer Demonstration. „Die Waffen hat er nicht legal besessen.“ Woher sie stammten, sei noch völlig unklar.

Der 49-Jährige soll dem 20 Jahre alten Verkäufer in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) am Samstagabend in den Kopf geschossen haben, nachdem dieser ihn beim Bierkauf zweimal auf die Maskenpflicht hingewiesen hatte. Er sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Es gebe keine Hinweise darauf, dass sich Täter und Opfer gekannt hätten.

Der Deutsche aus Idar-Oberstein habe die Tat gestanden. Er sagte aus, dass er die Corona-Maßnahmen ablehne. Zum Motiv habe er angegeben, dass ihn die Situation der Corona-Pandemie stark belaste, hatte Fuhrmann gesagt. Er habe sich in die Ecke gedrängt gefühlt und „keinen anderen Ausweg gesehen“, als ein Zeichen zu setzen. Das Opfer schien ihm dabei „verantwortlich für die Gesamtsituation, da es die Regeln durchgesetzt habe“, sagte Fuhrmann. Nach Einschätzung des Kriminalpsychologen Rudolf Egg muss das Aggressionspotenzial des Täters genau untersucht werden*. Möglicherweise habe der Verdächtige ganz andere Gründe als die Corona-Auflage gehabt.

Idar-Oberstein trauert um erschossenen Kassierer

Update vom 20. September, 19 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod eines 20-jährigen Aral-Mitarbeiters steht Idar-Oberstein unter Schock. „Das ist eine ganz unfassbare, schreckliche Tat, die hier passiert ist“, sagte Oberbürgermeister Frank Frühauf (CDU). Es herrsche eine große Betroffenheit unter den Bürgern vor Ort. An der Tankstelle seien zahlreiche Blumen und Kränze niedergelegt worden. Der Politiker ergänzte: „So eine Tat kann man mit nichts vergleichen. Es wird eine Zeit dauern, bis man das verarbeitet hat.“

Mann erschießt Aral-Mitarbeiter: Auslöser war offenbar Streit um Maskenpflicht

Update vom 20. September, 17.50 Uhr: Hintergrund des tödlichen Angriffs auf einen 20-jährigen Aral-Mitarbeiter in Idar-Oberstein war offenbar die Weigerung des Täters, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Darüber informierten Polizei und Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz. Der 49-jährige Verdächtige gab demnach an, dass ihm der Tankstellen-Mitarbeiter am Samstagabend um 19.45 Uhr den Kauf eines Sixpacks Bier verweigert habe, weil er keine Maske getragen habe.

In der Folge habe sich der Mann eine Maske geholt und sei gegen 21.25 Uhr erneut mit einem Sixpack an den Verkaufstresen getreten. Dort habe er die Mund-Nasen-Bedeckung abgesetzt und eine Pistole gezückt, als der Student erneut die Einhaltung der Maskenpflicht angemahnt habe. „Er schoss dem Kassierer gezielt von vorne in den Kopf“, sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann. Dem Verdächtigen schien der Aral-Mitarbeiter „verantwortlich für die Gesamtsituation, da er die Regeln durchgesetzt habe“.

Die Abweisung soll den 49-Jährigen so sehr geärgert haben, dass er seine Maske auch beim zweiten Mal nicht korrekt aufgesetzt habe, um eine Reaktion des jungen Mannes zu provozieren. Direkt nach der Tat sei ihm bewusst gewesen, dass er den 20-Jährigen getötet habe. Weiter habe der Tatverdächtige, dessen folgenschwerer Einkauf von Videokameras aufgezeichnet wurde, angegeben, die Corona-Situation würde ihn so sehr belasten, dass für ihn der letzte Ausweg gewesen sei, „jetzt ein Zeichen zu setzen“.

Zur Festnahme am Sonntagmorgen auf dem Gelände der Polizei in Idar-Oberstein sagte Triers Polizeipräsident Friedel Durben: „Wir gehen davon aus, dass er sich stellen wollte.“ Weiter betonte er: „Das ist auf jeden Fall ein besonderer Fall: Wir haben weder im Polizeipräsidium Trier noch im Land Rheinland-Pfalz eine solche Tat gehabt, die einen Zusammenhang zu Corona vermuten lässt.“

Mann erschießt Aral-Mitarbeiter: Festnahme nach stundenlanger Flucht

Update vom 19. September, 10.09 Uhr: Am Samstagabend erschoss ein Mann einen Aral-Mitarbeiter (20) in Idar-Oberstein. Der Verdächtige flüchtete anschließend (siehe Erstmeldung) - nun wurde er verhaftet. „Der Tatverdächtige wurde gegen 8.45 Uhr durch Spezialeinheiten der Polizei widerstandslos festgenommen.  Es handelt sich um einen 49-jährigen Deutschen aus dem Kreis Birkenfeld. Zu seinem Motiv gibt es aktuell keine Erkenntnisse.“ Das teilte die Polizei mit.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Die Polizei Trier bedankt sich für die vielfältigen Hinweise aus der Bevölkerung und das besonnene Verhalten der Menschen in Idar-Oberstein. Mit der Festnahme des Tatverdächtigen besteht keine Gefahr mehr.“

Mann erschießt Aral-Mitarbeiter in Idar-Oberstein und flüchtet: Polizei warnt und verbreitet Foto

Erstmeldung vom 19. September, 8.20 Uhr: Idar-Oberstein - Am Samstagabend hat ein Mann in Idar-Oberstein (Rheinland Pfalz) einen Tankstellen-Angestellten erschossen. Die Polizei fahndet mit einem großen Aufgebot nach dem Verdächtigen, wie sie in einer Pressemitteilung mitteilte. Der Vorfall ereignete sich an der Aral-Tankstelle in der Hauptstraße.

Idar-Oberstein: Mitarbeiter einer Aral-Tankstelle erschossen - Verdächtiger flüchtet

Vor der Tat gab es gegen 21.20 Uhr ein Wortgefecht zwischen dem Angestellten und dem Verdächtigen. Die Beamten haben eine Beschreibung zum Flüchtigen herausgegeben.

  • dunkle Hose
  • weißes T-shirt
  • mit einer Pistole bewaffnet

Mitarbeiter einer Aral-Tankstelle in Idar-Oberstein erschossen: Polizei sucht nach Verdächtigem

„Die Polizei bittet die Bevölkerung im gesamten Stadtgebiet keine Anhalter mitzunehmen. Verdächtige Personen sollen sofort der Polizei gemeldet werden“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Sprechen Sie den Mann nicht an und nähern Sie sich ihm unter gar keinen Umständen.“ Personen, die den Mann erkennen, sollen sich umgehend mit der Polizei in Verbindung zu setzen. (kam)

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