Lärmprävention in der Luft

Kinderfeindlich oder kundenfreundlich? Airline polarisiert mit Service-Angebot

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Eine Fluggesellschaft aus Asien bieten einen besonderen Service bei Online-Buchungen an. (Symbolbild)

Die asiatische Fluglinie Japan Airlines bietet einen außergewöhnlichen Service bei Online-Buchungen an. Nicht wenige Kunden finden den Service abwertend gegenüber einzelnen Fluggästen.

Japan - Auch die teuren Ohrstöpsel aus dem Bord-Shop helfen nur bedingt. Lautes Schnarchen, alkoholisiertes Singen, überdrehte Musik - die Geräuschkulisse in einem Flugzeug kann viele Facetten haben. Die am meisten gefürchtete Lärmquelle sind jedoch schreiende Kleinkinder. Anders als bei erwachsenen Fluggästen kann man hier recht wenig unternehmen. Dieser Situation möchte eine japanische Fluggesellschaft nun vorbeugen - sie zeigen beim Buchungsvorgang wo Kleinkinder sitzen werden. Doch auch der fragwürdige Service ist mit Einschränkungen zu genießen.

Bei einer Buchung bei Japan Airlines (JAL) müssen Passagiere angeben, wenn sie mit Kindern reisen. Sind die Kleinen zwischen zwei und acht Jahren alt, zeigt die Fluggesellschaft auf deren gebuchtem Sitzplatz ein „Kinder Icon“ an. Fluggäste, die online ihren Platz auswählen, sind so vorgewarnt: „So wissen Passagiere, dass ein Kind neben ihnen sitzen könnte“, schreibt Japan Airlines auf ihrer Website unter „Vorbereitungen vor dem Flug“. 

Japan Airlines bietet fragwürdigen Service an - ohne Garantie

Eine Garantie, alle mitfliegenden Kinder zwischen zwei und acht Jahren bei einer Onlinebuchung angezeigt zu bekommen, gibt es allerdings nicht. Wenn der Sitzplatz für ein Kind im Rahmen einer Tour oder über einen Drittanbieter gebucht wurde, wird das „Kinder Icon“ nicht auf dem entsprechenden Sitz angezeigt. Zudem weist die Fluggesellschaft darauf hin, dass die Kinder Icons nicht korrekt angezeigt werden könnten, wenn die Airline auf eine andere Maschine ausweicht.

Mit dem „Child Icon“ kennzeichnet die Fluggesellschaft, wo ein Platz für Kinder gebucht wurde.

Man könnte nun meinen, die kleinen Fluggäste seien bei Japan Airlines weniger gern gesehen. Schließlich habe man den Service nicht eingeführt, weil sich Fluggäste speziell die Plätze neben Kleinkindern wünschen. Vielmehr hoffen Fluggäste mit den „Kindern Icons“, sich so weit weg wie möglich von einem Schreihals platzieren zu können. Im Bereich „Familien Service“ betont die Airline ihre Kinderfreundlichkeit. So sollen Flugbegleiter Familien beim Check-In behilflich sein. Außerdem gibt es Babybetten, Windeln und spezielles Kinderessen an Bord. 

Video: Das sind die schlimmsten Flugpassagiere

Fluglinie Japan Airlines markiert Kinder in der Kabine

Den besonderen Service der japanischen Fluggesellschaft findet nicht jeder gut. „Diskriminierend“ finden einige das Angebot der „Kinder Icons“. „Kinder sind keine Monster, jeder wird es wohl einen Flug lang überleben neben einem Kind zu sitzen“, schreibt jemand über den Service von Japan Airlines. Ein anderer User merkt an, dass Kinder schließlich unsere Zukunft seien und man sie nicht überall verbieten könne.

Größtenteils stößt der Service allerdings auf Zuspruch. „Alle Airlines sollten so etwas haben“ und „Super! Sehr hilfreich!“ heißt es in den sozialen Netzwerken. „Ein großartiger Grund um mit JAL zu fliegen“ schreibt ein anderer Beobachter auf Twitter. 

Eine Mutter bemerkt unter einem Beitrag von Punkt 12 über die Fluggesellschaft, dass das Angebot nur Vorteile für beide Seiten habe: „Besser so! Dann haben beide Seite ihre "Ruhe". Ich habe selber ein Kind, aber ich kann beide Seiten auch nachvollziehen. Und wenn so doch umgangen werden kann, dass du jemanden neben dir sitzen hast, der mit Kindern gar nicht kann, ist doch super.“

Urlaubsgäste sollten aktuell aufpassen: Ex-Hurrikan Lorenzo zieht Richtung Europa. So ein Phänomen gab es laut einem Wetterexperten noch nie. Was das für uns bedeutet, können Sie in unserem Wetter-Ticker verfolgen. 

Gerne neben einem weinenden Kind fliegen, statt gar nicht erst abzuheben, würden derzeit viele Thomas-Cook-Gäste wollen. 

Schlimmer als Geschrei fand eine Passagierin die stickige Luft im Flieger. Sie öffnete kurzerhand den Notausgang. Statt nach frischer Luft suchten Gäste am Münchner Flughafen nach ihrem Gepäck. 

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