Vergiftungsgefahr

Ärzte fordern Kohlenmonoxid-Melder in Shisha-Bars

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Bei der Verbrennung von Wasserpfeifenkohle entsteht unter anderem Kohlenmonoxid. Foto: Soeren Stache/Symbolbild

Düsseldorf (dpa) - Nach Ansicht von Ärzten im Rheinland sollten Kohlenmonoxid-Melder zur Pflicht in Shisha-Bars werden.

In vielen Lokalen werde rund um die Uhr Wasserpfeifenkohle verbrannt, die zu hohen Werten von Kohlenmonoxid in der Raumluft führe, teilte die Ärztekammer Nordrhein am Samstagabend nach einer Versammlung in Düsseldorf mit. Kohlenmonoxid (CO) ist ein farb- und geruchloses Gas, das den Transport von Sauerstoff im Blut blockieren kann. Bei einer Vergiftung kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit - und im schlimmsten Fall zum Erstickungstod.

Während Rauchmelder in vielen Bundesländern bereits für Neu- und Altbauten Pflicht sind, gibt es laut der Ärztekammer Nordrhein für CO-Melder in der Regel keine solchen Vorschriften. Lediglich einzelne Ordnungsämter in Kommunen hätten diese Geräte zur Auflage gemacht

Die Ärztekammer Nordrhein forderte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen auf, den Einbau von Kohlenmonoxid-Meldern künftig vorzuschreiben. "Kontrollen der Ordnungsämter haben aufgezeigt, dass in einigen Bars der CO-Wert um fast das Zehnfache des noch durch die Berufsgenossenschaften als unbedenklich definierten Wertes erhöht ist", hieß es zur Begründung.

Laut Ärztekammer wurden allein am Universitätsklinikum Düsseldorf in diesem Jahr bereits 40 Raucher von Wasserpfeifen mit einer Vergiftung behandelt. Immer wieder gibt es Meldungen von CO-Vergiftungen in Shisha-Bars. So berichtete die Polizei im April diesen Jahres von sechs Verletzten in Pforzheim, weil dort eine Bar wohl nicht richtig gelüftet worden war.

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