Erschütternder Fall

46 Jahre unschuldig in der Todeszelle: Japaner trifft seinen damaligen Richter

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Fast 50 Jahre liegen zwischen diesen beiden Bildern von Hakamada: Links Hakamada im Jahr 1966 noch in Freiheit, rechts bei seiner Freilassung aus der Todeszelle im Jahr 2014. 

Es ist einer der erschütterndsten Fälle in der japanischen Justizgeschichte: Ein heute greiser Japaner, der 46 Jahre wohl zu Unrecht in einer Todeszelle saß, hat erstmals seinen Richter von damals wiedergesehen.

Tokio - Wie die Zeitung „Tokyo Shimbun“ am Dienstag berichtete, traf der inzwischen 81 Jahre alte, von der langen Isolationshaft gezeichnete Iwao Hakamada seinen 80-jährigen Ex-Richter am Krankenbett. Dieser hatte damals das Todesurteil gegen Hakamada ausgestellt.

Hakamadas Schwester (84) hatte über Jahrzehnte für die Freilassung ihres Bruders gekämpft. Sie wünsche dem greisen Ex-Richter eine baldige Genesung.

Hakamada war 1968 wegen der Ermordung einer vierköpfigen Familie zum Tode verurteilt worden. Nach 20 Tage langem Polizeiverhör legte der Berufsboxer ein Geständnis ab, das er zum Prozessauftakt jedoch widerrief. Die Beamten hätten ihn geschlagen und ihm gedroht. Letztlich saß Hakamada so lange in der Todeszelle wie weltweit wohl kein anderer Häftling.

Erst 2014 entschied ein Gericht, der Fall müsse neu aufgerollt werden. Es erkannte DNA-Analysen an, die die Unschuld des Mannes vermuten lassen. Hakamada kam sofort frei.

dpa

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