Untergang eines Ausflugsboots

17 Tote bei Bootsunglück in den USA - darunter neun Menschen aus ein und derselben Familie

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Menschen beten vor einem Anbieter von Ausflugsfahrten auf dem Table Rock See, der in das Bootsunglück verwickelt ist.

Ein Ausflugsboot ist auf einem See in den USA verunglückt. Unter den 17 Todesopfern sind mehrere Kinder. Neun der Opfer stammen aus ein und derselben Familie.

Missouri - Eine Vergnügungsfahrt auf einem See im Mittleren Westen der USA hat ein tragisches Ende genommen: 17 Menschen kamen ums Leben, als das Boot am Donnerstag in einem heftigen Sturm unterging. Unter den Opfern sind mehrere Kinder.

Bei dem Bootsunglück sind zudem neun Mitglieder ein und derselben Familie ums Leben gekommen. "Mein Herz ist sehr schwer. Von uns elfen haben nur zwei überlebt, ich und mein Neffe", sagte die in einem Krankenhausbett liegende Tia Coleman am Freitag (Ortszeit) mit gebrochener Stimme dem Fernsehsender Fox 59. Insgesamt starben bei dem Unglück 17 Menschen zwischen einem und 70 Jahren.

"Ich habe alle meine Kinder verloren. Ich habe meinen Mann verloren. Ich habe meine Schwiegermutter und meinen Schwiegervater verloren", sagte Coleman weiter. Die Zeitung "New York Times" berichtete unter Berufung auf ein weiteres Familienmitglied, Carolyn Coleman, bei dem Unglück seien Vertreter dreier Generationen gestorben, darunter vier Kinder. Die Familie habe für ihren jährlichen Ausflug einen Minibus gemietet und sei nach Branson gefahren.

Tia Coleman sagte dem Sender aus Indianapolis, der Kapitän des Ausflugsschiffes habe zu Beginn der Reise gesagt, dass sie keine Rettungswesten benötigen würden. Das Wasser habe zunächst nicht bedrohlich ausgesehen.

Das Ausflugsboot auf dem Table-Rock-See im Bundesstaat Missouri war von dem Unwetter überrascht worden. Die Videoaufnahme eines Augenzeugen zeigt, wie das Boot vergeblich versuchte, im Kampf gegen die starken Winde das Ufer zu erreichen. Es wurde dann von den hohen Wellen heruntergedrückt und versank.

Bei dem Unglücksboot handelte es sich um ein sogenanntes Amphibienfahrzeug. Diese Fahrzeuge können sowohl an Land fahren als auch schwimmen. An Bord befanden sich nach Angaben der Behörden 31 Menschen. Mehreren gelang es, das Ufer zu erreichen. Insassen eines anderen und größeren Boots, das sich ebenfalls auf dem See befand, sprangen ins Wasser, um Opfer zu retten, wie der örtliche Polizeichef Doug Rader sagte.

Die Rettungskräfte bargen anfangs elf Tote. Bis zum Freitagvormittag (Ortszeit) fanden die eingesetzten Taucher dann die Leichname aller bis dahin noch vermissten Bootsinsassen, womit die Opferbilanz auf 17 stieg. Unter den Toten war auch der Bootsführer. Wieviele Kinder ums Leben kamen, bezifferte die Polizei zunächst nicht.

Augenzeugen zufolge war das Unwetter plötzlich aufgezogen. "Ich habe die meiste Zeit meines Lebens hier verbracht und habe noch nie einen so schlimmen Sturm erlebt", sagte Rick Kettels, Eigentümer einer Ferienwohnanlage am Ufer.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB) wollte am Freitag ein Ermittlerteam an den See entsenden. Zu den ungeklärten Fragen gehörte, ob der Anbieter Ripley Entertainment vor dem heranziehenden Unwetter gewarnt worden war und ob die Passagiere Rettungswesten getragen hatten.

Der künstlich angelegte Table Rock Lake nahe der Stadt Branson im Süden von Missouri ist ein beliebtes Urlaubsziel mit zahlreichen Touristenattraktionen, darunter auch die mit den Amphibienfahrzeugen angebotenen "Ride the Ducks"-Touren.

Das Rathaus von Branson blieb die ganze Nacht zum Freitag über geöffnet, um den Angehörigen von Opfern sowie Überlebenden und ihren Familien eine Anlaufstelle zu bieten. "Die Stadt Branson ist vielleicht klein, aber sie hat ein großes Herz", erklärte die Stadtverwaltung.

Auch andere Bundesstaaten des Mittleren Westens waren am Donnerstag von heftigen Unwettern heimgesucht worden. Bei mehreren Tornados im Nachbarstaat Iowa wurden mehrere Menschen verletzt und Häuser beschädigt.

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump drückten den Betroffenen des Unglücks ihr Mitgefühl aus. Zugleich dankten sie den Helfern, wie das Weiße Haus mitteilte.

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AFP/dpa

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