Zusammenstoß mit Lastwagen

Trauer und Schock in Kanada: 15 Tote nach Busunglück mit Junioren-Eishockeyteam

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Helfer stehen neben Trümmern und den zwei Fahrzeugwracks am Unfallort, an dem bei einem Busunglück zahlreiche Menschen ums Leben gekommen sind. 

Am Samstag ist in Kanada ein schwerer Unfall passiert: Ein Sattelschlepper ist mit dem Bus einer Junior-Eishockeymannschaft zusammenstößt. 15 Menschen sterben. Nicht nur Kanada ist schockiert.

Tisdale - Das fünfte Spiel der Playoff-Serie stand bevor, doch die Bus-Anreise eines Junioren-Eishockeyteams aus Kanada endete mit einer Katastrophe. 15 Menschen starben, als ein Sattelschlepper nahe Tisdale in der Provinz Saskatchewan mit dem Mannschaftsbus zusammenstieß, in dem junge Spieler der Humboldt Broncos saßen. 15 Insassen des Mannschaftsbusses wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht. Einer von ihnen erlag später seinen Verletzungen. An Bord des Busses saßen 29 Menschen, unter ihnen 24 Spieler im Alter zwischen 16 und 21 Jahren. Angehörige versammelten sich in einer Kirche in der Stadt Nipawin, wo das Eishockeyspiel hätte stattfinden sollen, und warteten auf Informationen über das Schicksal der Spieler. Der kanadische Eishockeyverband zeigte sich erschüttert.

Unter den Getöteten war auch Broncos-Trainer Darcy Haugan, wie seine Schwester dem Sender CBC sagte. Auch Kapitän Logan Schatz und der 16-jährige Adam Herold kamen laut CBC bei den Unfall ums Leben. Die Identität der anderen Opfer blieb zunächst unklar. Der Fahrer des Lastwagens blieb unverletzt.

Unter den Todesopfern waren der Zeitung „Globe and Mail“ zufolge zudem sowohl der Kapitän der Mannschaft als auch deren Torschützenkönig sowie ein Statistik-Assistent.

Hawks-Spieler und -Trainer boten den Broncos ihre Hilfe an

Warum der Lastwagen mit dem Bus zusammenstieß, war zunächst unklar. Der Highway 35 zwischen den Orten Tisdale und Nipawin, wo die Broncos am Freitagabend gegen die Nipawin Hawks antreten sollten, führt fast schnurgerade von Süden nach Norden. Die Polizei leitete Ermittlungen zur Unfallursache ein. 

Laut Hawks-Präsident Darren Opp rammte der Sattelschlepper den Bus am Freitagnachmittag (Ortszeit) von der Seite. „Es ist ein schrecklicher Unfall, mein Gott“, sagte Opp der Zeitung „Globe and Mail“. „Es ist sehr, sehr schlimm.“ Die Hawks-Spieler und -Trainer boten den Broncos ihre Hilfe an. Broncos-Vereinspräsident Kevini Garinger teilte mit: „Unsere Broncos-Familie steht unter Schock, während wir versuchen, unseren unglaublichen Verlust zu verarbeiten.“

Trauer um die Unfallopfer auch bei Trump

Der Deutsche Eishockey-Bund schrieb auf Twitter: „Absolut schockiert!! Unser inniges Mitgefühl geht an die Eltern und die gesamte Gemeinde in Humboldt.“ Marco Sturm, der Bundestrainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft, veröffentlichte auf Instagram ein Foto der Broncos-Junioren und schrieb, er sei in Gedanken bei dem Team.

Michelle Straschnitzki, deren 18 Jahre alter Sohn Ryan nach dem Unfall ins Krankenhaus kam, wartete noch auf Details zu den Verletzungen des jungen Mannes. „Er sagte, er spüre seinen Unterleib nicht“, berichtete sie der „Globe and Mail“. „Ich flippe aus. Ich trauere so sehr für alle Teammitglieder und verliere den Verstand.“

Kanadas Premierminister Justin Trudeau schrieb auf Twitter: „Ich kann mir nicht vorstellen, was die Eltern durchmachen.“ Sein Mitgefühl gelte allen, „die von dieser schrecklichen Tragödie betroffen sind, in der Humboldt-Gemeinde und darüber hinaus“. Auch der Regierungschef der Provinz Saskatchewan, Scott Moe, zeigte sich betroffen: „Worte können den Verlust, den wir heute Nacht fühlen, nicht beschreiben.“ US-Präsident Donald Trump bekundete in einem Telefonat mit Trudeau seine Anteilnahme.

Schlimme Bilder aus der Luft

Die Aufräumarbeiten dauerten am Samstag an. Luftaufnahmen zeigten den schwer beschädigten, auf der Seite liegenden Bus abseits vom Highway. Laut „Globe and Mail“ fehlte ein Großteil des Rumpfs, das Dach wurde komplett abgerissen. In der Nähe lagen Hockey-Taschen, Schlafsäcke und andere Gegenstände verstreut. „Unsere Ermittler werden alle Aspekte dieses Zusammenstoßes untersuchen, um herauszufinden, was genau sich zugetragen hat“, teilte Polizeichef Curtis Zablocki mit.

dpa, afp

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