Ralf Stiftel

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Zuletzt verfasste Artikel:

Lies Pauwels inszeniert „Baroque“ am Schauspielhaus Bochum

Lies Pauwels inszeniert „Baroque“ am Schauspielhaus Bochum

Die Frauen liegen auf der Bühne. Zwischen ihnen steht Ann Göbel und stellt diese penetranten Fragen: Ist dein Körper echt? Liegt es am Stoffwechsel? Weinst du wegen deines Körpers? Bist du versichert für all deine Kilos? Hast du es mal mit Joga probiert? Oder möchtest du noch einen Hamburger?
Lies Pauwels inszeniert „Baroque“ am Schauspielhaus Bochum
Das Picasso-Museum in Münster zeigt Druckgrafik und Filme von Andy Warhol

Das Picasso-Museum in Münster zeigt Druckgrafik und Filme von Andy Warhol

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„Jankel Adler: Metamorphosen des Körpers“ im Von-der-Heydt-Museum

„Jankel Adler: Metamorphosen des Körpers“ im Von-der-Heydt-Museum

Die Hand wird in Jankel Adlers Aquarell zur Schutzmauer, hinter der sich der Dargestellte versteckt. Aber er ist nicht komplett aus der Welt. Sein übergroßes Auge späht aufmerksam und verräterisch hervor. Der Künstler formulierte in dem Werk „Durch die Hand Schauender“ einen Gegensatz zwischen Absonderung und dem Wunsch nach Kontakt. Das um 1935 entstandene Bild spiegelt Adlers Lage im Exil, als Geflüchteter vor den Nazis. Zugleich drückt es allgemein Faszination und Erschrecken aus.
„Jankel Adler: Metamorphosen des Körpers“ im Von-der-Heydt-Museum
Das Landesmuseum in Münster stellt die Fotografin Annelise Kretschmer vor

Das Landesmuseum in Münster stellt die Fotografin Annelise Kretschmer vor

Münster – Ellice Illiard hat den Kopf auf ihre Hand gebettet. Aber ihre offenen Augen suchen den Blick des Betrachters. Als Annelise Kretschmer 1930 die Opernsängerin fotografierte, machte sie ihr Modell nicht zum Objekt, obwohl sie ihr nahekommt bis hin zur Intimität. Man denkt dabei an eine ikonische Aufnahme, die der Surrealist Man Ray 1924 von Kiki de Montparnasse machte. Da liegt der Kopf auch auf der Seite. Aber der Fotograf zeigt die nackte Frau, als ob sie schliefe. Ihre Hand ruht auf einer afrikanischen Maske. Eine surreale Männerfantasie. Kretschmer hingegen zeigt Illiard als selbstbestimmtes Gegenüber.
Das Landesmuseum in Münster stellt die Fotografin Annelise Kretschmer vor
„House Of Mirrors“: Ausstellung in Dortmund über Künstliche Intelligenz

„House Of Mirrors“: Ausstellung in Dortmund über Künstliche Intelligenz

Dortmund – Der Zauberspiegel am Eingang kann dem Besucher gleich sagen, wie es ihm geht. 42 Prozent „Lebendigkeit“ oder 55 Prozent „Einbildungskraft“ bekommt der bescheinigt, der hineinschaut. Woher der Spiegel das weiß? Gar nicht. Der Rechner in Sebastian Schmiegs „Decisive Mirror“ wurde mit psychometrischen Daten programmiert, einer Reihe von Gesichtern und damit verbundenen Bewertungen. Nun gleicht er das aktuelle Gesicht mit dem ab, was in ihn gesteckt wurde. Und wird zum Diagnostiker unserer Befindlichkeit.
„House Of Mirrors“: Ausstellung in Dortmund über Künstliche Intelligenz
Eine „Hermansschlacht“ von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht in Bochum

Eine „Hermansschlacht“ von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht in Bochum

Bochum – Dingdong. Wenn es an der Haustür klingelt, wartet draußen das römische Heer. Sie werden in Hermanns Wohnzimmer eingelassen, behelmte Herren im besten Alter, die in der letzten Zeit keinen Hunger gelitten haben können, wenn man die gerundeten Bäuche, die strammen Waden unter den Röcken sieht. Zur Begrüßung stimmen sie teutsches Liedgut an, „O Täler weit o Höhen“. Dann setzen sie sich artig um den Esstisch und lassen sich von Thusnelda leckeren Kartoffelpapp servieren.
Eine „Hermansschlacht“ von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht in Bochum
„Flowers!“ im Dortmunder U: Ausstellung zeigt Blumen in der modernen Kunst

„Flowers!“ im Dortmunder U: Ausstellung zeigt Blumen in der modernen Kunst

Dortmund – Das Rosenbeet irritiert. Einerseits leuchten die tiefroten, transparenten Blüten aus Muranoglas verführerisch. Man bestaunt ihre zerbrechliche Schönheit. Aber wenn man nähertritt, erkennt man die Dolche, die aus jeder Blüte ragen. Diese Blumen warten nicht auf einen Pflücker. Sie stehen bereit als wehrhafte Kompanie.
„Flowers!“ im Dortmunder U: Ausstellung zeigt Blumen in der modernen Kunst
„We Want You“: Das Museum Folkwang zeigt die Geschichte des Plakats

„We Want You“: Das Museum Folkwang zeigt die Geschichte des Plakats

Essen – Eigentlich sieht man die junge Frau gar nicht richtig. Ihr Körper ist aufgebaut aus klar konturierten, einfachen Flächen. Es gibt auch nicht wirklich eine Landschaft, sondern Streifen in Grün- und Blautönen, die Frische verströmen. Und doch meint der Betrachter den Sommerwind zu spüren, der das leichte Kleid der Spaziergängerin nach links bauscht. Man kennt den Schöpfer des Plakats nicht, das 1932 für einen Sonderverkauf von Sommermode warb. Aber es war ein Könner, der die Errungenschaften der klassischen Moderne nutzt, um eine klare, eingängige Botschaft zu vermitteln.
„We Want You“: Das Museum Folkwang zeigt die Geschichte des Plakats
Nach langer Renovierung öffnet Schloss Cappenberg mit Bildern von Heinrich Graf Luckner

Nach langer Renovierung öffnet Schloss Cappenberg mit Bildern von Heinrich Graf Luckner

Selm – Eigentlich sieht man nicht viel davon, wie viel investiert wurde auf Schloss Cappenberg. Natürlich, da gibt es endlich einen richtigen Museumseingang mit Theke und Verkaufsstand für Kataloge. Es gibt elektrische Türöffner, an die sich auch die Damen von der Aufsicht erst noch gewöhnen müssen. Es gibt einen Aufzug, so dass das Museum, das der Kreis Unna und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe gemeinsam betreiben, endlich barrierefrei ist und die klimatechnischen Anforderungen für anspruchsvolle Kunstpräsentationen erfüllt. Natürlich glänzt alles neu, zum Beispiel das wunderbare geometrisch gemusterte Parkett im oberen Saal. Aber sonst sollte man ja auch nicht allzuviel sehen von Veränderungen. Schließlich steht das Schloss unter Denkmalschutz.
Nach langer Renovierung öffnet Schloss Cappenberg mit Bildern von Heinrich Graf Luckner
„Face to Face“: Der Kreis Unna zeigt auf Haus Opherdicke Werke der Sammlung Brabant

„Face to Face“: Der Kreis Unna zeigt auf Haus Opherdicke Werke der Sammlung Brabant

Holzwickede – Ernst blickt „Anna“ in irgendwelche Fernen. Die junge Frau im 1932 gemalten Porträt von Karl Otto Hy sitzt auf einem Hocker, im Bad oder in einer Küche, jedenfalls einem gefliesten Raum mit einem Waschbecken. Durch das Fenster sieht man einen Garten. Der Künstler zeigt uns die Frau nüchtern, in einem Moment der Kontemplation. Und so alltäglich die Szene auch ist, so sehr stellt sie den Betrachter vor ein Rätsel.
„Face to Face“: Der Kreis Unna zeigt auf Haus Opherdicke Werke der Sammlung Brabant