Nach massiven Warnstreiks

Metall-Tarifpartner verhandeln zuerst in NRW weiter

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Die IG Metall verlangt fünf Prozent Lohnerhöhung innerhalb eines Jahres. Die Arbeitgeber haben auf die doppelte Laufzeit 2,1 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent angeboten.

Düsseldorf/Frankfurt - Der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie könnte schon in der nächsten Woche gelöst werden. Nach massiven Warnstreiks startet ein erster Einigungsversuch schon am Montag in Nordrhein-Westfalen.

Nach massiven Warnstreiks mit mehr als 360 000 Teilnehmern wird im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie wieder miteinander gesprochen.

Arbeitgeber und IG Metall setzen ihre festgefahrenen Verhandlungen für das Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen bereits an diesem Montag (9. Mai) in Neuss fort, wie beide Seiten am Freitag mitteilten. Es ist bundesweit die erste offizielle Verhandlung, nachdem vor acht Tagen in sämtlichen Tarifgebieten die jeweils dritte Verhandlungsrunde ergebnislos beendet worden war.

Seitdem hat die IG Metall nach eigenen Angaben rund 1900 Betriebe mit Warnstreiks überzogen, die auch am Montag fortgesetzt werden sollen. Man werde den Druck aufrechterhalten, sagte NRW-Bezirkschef Knut Giesler laut einer Mitteilung und drohte gleichzeitig mit einer Verschärfung des Arbeitskampfes. "Wer vor Pfingsten eine Lösung will, muss sich jetzt bewegen. Der Countdown für die 24-Stunden-Streiks läuft." Mit dieser neuen Warnstreik-Form würden Betriebe nicht nur für wenige Stunden, sondern rund um die Uhr lahmgelegt. Auch für den Dienstag hat die IG Metall NRW noch mehrere Warnstreiks angekündigt.

"Dieser Verantwortung müssen wir jetzt gerecht werden"

Noch sind die Tarifpartner in der deutschen Kernindustrie mit 3,8 Millionen Beschäftigten weit voneinander entfernt. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent Lohnerhöhung innerhalb eines Jahres. Die Arbeitgeber haben auf die doppelte Laufzeit 2,1 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent angeboten. Unter bestimmten Umständen sollten wirtschaftlich schwache Unternehmen auch von dem Abschluss abweichen können. Gesamtmetall hatte zunächst ein Entgegenkommen der Gewerkschaft und das Ende der Warnstreiks verlangt.

NRW-Metallarbeitgeberpräsident Arndt Kirchhoff forderte die Gewerkschaft auf, von einer weiteren Verschärfung der Warnstreiks abzusehen. "Dass wir die Verhandlungen jetzt fortsetzen wollen, ist unser Signal für eine vernünftige und baldige Lösung am Verhandlungstisch." Die Tarifpartner trügen angesichts zunehmend pessimistischer Zukunftsprognosen der Wirtschaftsforscher und des abnehmenden Vertrauens in die Konjunktur große Verantwortung für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter. "Dieser Verantwortung müssen wir jetzt gerecht werden", betonte Kirchhoff.

Ob es bereits am Montag zu einem Abschluss kommt, ist unsicher. Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, forderte die Arbeitgeber auf, ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen. Der Bundesvorstand der Gewerkschaft will am kommenden Dienstag (10. Mai) das weitere Vorgehen beraten. Auch in anderen Tarifgebieten sind bereits vierte Runden vereinbart. Im Dauer-Pilotbezirk Baden-Württemberg soll am kommenden Mittwoch (11. Mai) gesprochen werden - möglicherweise über Fortschritte aus Neuss.

dpa

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