DGB fordert Lehrstellen für 81.000 arbeitslose Jugendliche

Berlin - In Deutschland bilden immer weniger Betriebe aus. Eine der Folgen: Auf der Suche nach einer Lehrstelle bleiben Zehntausende junge Leute auf der Strecke. Die Wirtschaft müsse „liefern“, verlangen die Gewerkschaften.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert dringend Ausbildungsplätze für Zehntausende ausbildungswillige junge Menschen, die bislang ohne Lehrstelle sind. „Laut Berufsbildungsbericht haben akut noch 81 000 Jugendliche einen Ausbildungsplatz gesucht - und das bei nur 37 000 offenen Plätzen“, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Das „Handelsblatt“ hatte entsprechende Zahlen aus dem noch unveröffentlichten Entwurf des neuen Berufsbildungsberichtes genannt. Von bundesweit 2,11 Millionen Betrieben mit mindestens einem Angestellten hätten im Jahr 2013 nur noch knapp 438 000 ausgebildet - gut 9000 weniger als im Jahr davor, schrieb die Zeitung.

Das Bundesbildungsministerium wollte den Bericht am Mittwoch nicht weiter kommentieren, da es sich - wie vom „Handelsblatt“ korrekt beschrieben - erst um einen Entwurf handele. Eine Kabinettsbefassung sei Anfang April möglich.

Von den 81 000 jungen Leuten sind laut Zeitung 20 000 noch völlig unversorgt. Rund 60 000 hätten zwar eine Alternative gefunden, etwa eine berufsvorbereitende Maßnahme oder ein Praktikum. Sie interessierten sich aber weiter für eine ordentliche Lehre, wie das „Handelsblatt“ berichtete. Derzeit befänden sich rund 258 000 Jugendliche in einer der zahllosen Maßnahmen im Übergang von der Schule in die Ausbildung - in aller Regel ohne Chance, eine solche abzuschließen.

Hannack sagte: „Jetzt muss die Wirtschaft liefern.“ Sie habe in der Allianz für Aus- und Weiterbildung 20 000 zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze allein für das Jahr 2015 versprochen. Insgesamt befinde sich der Ausbildungsmarkt in der Krise. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge sei auf den tiefsten Stand seit der deutschen Einheit gesunken. „Nur noch jedes fünfte Unternehmen bildet aus.“ 2007 war es noch jedes vierte gewesen, schreibt das „Handelsblatt“.

dpa

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