„Von 0 auf 42": Marathon-Vorbereitung im Selbstversuch

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Frauen klar in der Überzahl: Die Gruppe „0 auf 42“ der LippeRunners beim Auftakt im Stadtwald.

Werne - 42,195 Kilometer: mit dem Auto ein Klacks, mit dem Rad eine ordentliche Tour, zu Fuß eine Herausforderung! Und genau dieser werde ich mich in einem Experiment stellen.

In 13 Monaten will ich am Köln-Marathon teilnehmen. Mein vorrangiges Ziel dabei ist, ankommen und endlich auch ein Marathoni sein. Zweites Ziel: Nicht als Allerletzte über die Ziellinie laufen, ein bisschen Ehrgeiz muss schließlich sein.

Schon seit Jahren laufe ich in unregelmäßigen Abständen. Mal drei Monate am Stück, zwei- bis dreimal die Woche. Dann wieder fünf Monate gar nicht. Wenn es jetzt bald wieder nasser, kälter und früher dunkel wird, haben meine Laufschuhe Zeit, sich zu erholen – zugegeben, ich bin eine Schönwetterläuferin. Doch damit soll Schluss sein.

Bislang eine Schönwetterläuferin

Durch die Teilnahme am Projekt „0 auf 42“ von den LippeRunners Werne will ich nicht nur regelmäßig laufen lernen, sondern stelle mich auch der Königsdisziplin, dem Marathon. Zwischen meinen derzeitigen Leistungen, die hin und wieder in Teilnahmen an Fünf-Kilometer-Läufen gipfeln, und dem Ziel des Marathons liegen zwar gefühlt Welten, meine Ausgangsmotivation lässt mich jedoch positiv in die Zukunft schauen.

Die LippeRunners unterstützen uns geneigte Freizeitläufer hierbei mit vier gestaffelten Kursen. Das erstes Ziel heißt fünf Kilometer, das zweite zehn Kilometer, darauf folgt mit 21,1 Kilometern der Halbmarathon, gekrönt vom Marathon.

Der Köln-Marathon im Herbst 2017 ist das gemeinsame Ziel

In den Wochen vor Beginn des ersten Moduls hatte ich hin und wieder Zweifel, ob ich das Trainingspensum, das im Laufe der Zeit zunehmen wird, durchhalten kann. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und so fand ich mich mit 15 weiteren Teilnehmern am Montagabend pünktlich zum Start des ersten Moduls „Von 0 auf fünf Kilometer“ am Stadtwald ein. Nach der Begrüßung unserer Gruppe durch Thomas Nachtwey, 2. Vorsitzender der LippeRunners, und Trainer Michael Drepper ging es auch gleich los mit einem Intervalltraining. Dabei hieß es neun Mal zwei Minuten laufen, zwischendurch eine Minute gehen.

„Mit den langsamen Läufen jetzt zu Beginn legen wir Grundlagen für die längeren Läufe später“, erklärte Trainer Michael Drepper später. Lang? Womöglich mehrere Stunden? Beim Gedanken daran wurde mir schon wieder mulmig. Doch noch stehe ich ganz am Anfang und sollte mich von solchen Gedanken nicht verunsichern lassen. Also weg damit.

Während des Laufens nutzte ich die Gelegenheit, einige meiner Laufpartner schon mal etwas kennen zu lernen. Dabei stellte ich schnell fest, dass das Erfahrungsspektrum unserer Gruppe breit gefächert ist, vom Anfänger bis zum einstmaligen Halbmarathon-Läufer. So, denke ich, passe ich doch ganz gut in diese bunte Truppe. Und ich bin nicht alleine. Im lockeren Gespräch stelle ich fest, dass es auch den anderen Teilnehmern schwer fällt, einen regelmäßigen Laufplan einzuhalten. Bei den Zielsetzungen des Laufprogramms unterscheiden sich die Interessen ebenfalls: Die einen erhoffen sich, dauerhafte Laufmotivation aufzubauen, die anderen, so wie auch ich, den Marathon zu knacken.

Die rund drei Kilometer des ersten Trainings, also eine Runde im Stadtwald, waren in einer knappen halben Stunde geschafft. Die Zeit beim Quatschen war dabei schnell vergangen – eine ganz neue Erfahrung für mich, bin ich doch sonst immer alleine unterwegs gewesen. Zum Abschluss standen noch ein paar Dehnungsübungen an, bevor uns Michael Drepper den Trainingsplan an die Hand gab. Dieser sieht wöchentlich zwei gemeinsame Trainingsläufe vor, dienstags im Sportzentrum im Dahl und donnerstags im Stadtwald. Die Laufpausen werden dabei von Woche zu Woche verringert und die Laufzeiten verlängert, bis wir schließlich in der neunten Woche das erste Mal ohne Pause laufen werden. Unser Etappenziel ist der Fünf-Kilometer-Nikolauslauf am 4. Dezember in Hamm.

Mit dem Lauf-ABC stehen dienstags zusätzliche Übungen an wie der Seitwärtslauf und das „Skipping“, mit denen Koordination und Bewegungsabläufe verbessert werden – darüber werde ich sicherlich später noch mehr berichten.

Den dritten Lauf der Woche absolvieren wir Teilnehmer übrigens in Eigenregie. Als ich dann also am Samstag meine neun mal zwei Minuten hinter mich gebracht habe, konnte ich mich auf das Wochenende vorbereiten, einen Haken hinter die erste von 54 Wochen im „0 auf 42“-Projekt machen und bin dem Marathon damit schon etwas näher gekommen – wenn auch nur ein winziges Stückchen.

Neue Serie:

Von 0 auf 42 – WA-Redakteurin und Gelegenheitsläuferin Vanessa Glaschke hat ein Ziel: Sie will Marathonläuferin werden. Dazu nimmt sie an dem 13 Monate umfassenden Programm der LippeRunners Werne „Von 0 auf 42 – Vom Couchpotato zum Marathon“ teil. Betreut von fünf Trainern werden die Teilnehmer auf den 42-Kilometer-Lauf vorbereitet. In loser Folge berichtete Vanessa Glaschke über das Projekt und ihre Lauferlebnisse. Weitere Informationen zum Verein und den Lauftreffs (auch für Nichtmitglieder) finden Interessierte unter www.lipperunners.de.

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