Laufkolumne von Anne Mertens: Vier Pobacken für ein Hallelujah!

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Laufen macht glücklich...sagt Anne-Katrhin Mertens -

Als Ersatzdroge zum Laufen nehme ich in Rennpausen gerne das Schwimmen. Schon bevor ich richtig laufen konnte, war ich schon beim TV Werne Schwimmen angemeldet.

Heinzi, mein Schwimmlehrer, hatte es damals irgendwann geschafft, mich vom rettenden Rand loszureißen und ab da war ich nicht mehr zu bremsen. Heutzutage ist es ja leider nicht mehr so einfach, mal „eben“ schwimmen zu gehen. Werne geschlossen, Nordkirchen dicht. Herbern ist wieder meine Rettung, da laufe ich schließlich auch. Ich sehe beim Schwimmen zwar aus wie die Mutter von Puk, der Stubenfliege, mit meiner Taucherbrille.

Und meine Badeklamotte ist auch mehr als bedenklich: alles wird plattgedrückt, und die Pobacken werden durch die enge Bikinihose halbiert, so dass ich plötzlich vier habe; aber, Hallelujah! – sieht man ja unter Wasser nicht. Und auch für das Problem der Langeweile beim Kacheln zählen hab ich mit einem UnterWasser-MP3 Player eine super Lösung gefunden.

Ja und jetzt ziehe ich meine Bahnen mit Helene & Co. im Ohr, wo ich schon nicht quatschen kann. Apropos andere Sportarten: Ich habe früher auch viele verschiedene ausprobiert, so ist das ja nicht: Radfahren, schön, bis zu einer Eisdiele und – weil es sein muss – auch wieder zurück, aber dann tut mir auch schon der Hintern weh; außerdem sehen die Radfahrbuchsen auch eher unvorteilhaft aus. Mit Bällen hab ich es auch nicht so. Am Fuß schon mal gar nicht, da hab ich immer nur die Männer vom Rand aus angehimmelt (und zum Glück auch einen abgekriegt). Basketball war schön, aber ich musste zu oft wegen Beleidigungen und Fluchen das Feld räumen; zu aufbrausend das Ganze für mich. Tanzen ist auch gut, allerdings dann doch lieber abends. Aber zum auf den Tischen-Tanzen bin ich wiederum zu alt – oder zumindest dafür, es wöchentlich zu tun. Wer braucht schon die peinlich berührten Blicke der jungen Leute, wenn ich wie eine Irre lostanze.

Wahrscheinlich hat sich der komplette Tanzstil auch verändert und es ist mehr als uncool abzurocken wie damals zu Bahnhof´s Zeiten. Also lass´ ich das lieber. Reiten ist auch nicht so meins, der Pferdegeruch geht gar nicht. Und überall ist juckendes Heu, und die Tiere sind größer als ich, schnauben und wiehern und haben so große Zähne. Nein danke. Tennis habe ich nie ausprobiert, die Röckchen waren mir immer zu kurz; obwohl es ja schöne Oberarme macht. Golf geht nicht, bin kein Pullunder-Typ und Caro-Muster kleiden mich auch nicht so. Vielleicht im Alter mal. Bin also beim Laufen hängen geblieben, denn: Keiner stört mich. Ich kann mal in Ruhe die neueste Drei-Fragezeichen-Folge hören. Es ruft keiner „Mama“.

Während des Laufens esse ich mal nichts, sondern denke nur daran. Und man lernt seine Umgebung kennen: Etliche „AHA! - hier sind wir!“-Effekte! Auch ich weiß jetzt, dass Ame(c)ke ein Mini-Dorf ist und nicht nur Saft und das man im Gasthaus Richtung Capelle immer was zu trinken kriegt, wenn man seine selbst vorher versteckte Ration nicht mehr wieder findet, weil jeder Busch gleich aussieht (an dieser Stelle grüß ich Elli). Über diese Läufer-Verwirrtheit muss ich unbedingt auch noch schreiben. Bis dahin.

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (35) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida (7), Fiete (5) und Oskar (3) wohnt mit ihrem Ehemann David in Capelle und läuft mittlerweile für den SV Herbern.

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