Laufkolumne von Anne Mertens: Tausche Flip Flops gegen Laufschuhe

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Anne-Kathrin Mertens

Endlich Ferien! Für mich steht wieder ein guter Tausch an: Flip Flops gegen Laufschuhe! Bequemer sind die Laufschuhe ja schon, aber die anderen sind schicker zum Badeoutfit.

Und irgendwann hat man sich an den kleinen dicken Steg zwischen den Zehen gewöhnt. Selbst mein Mann tauschte aus modischen Gründen seine heiß geliebten Adiletten gegen ein paar flotte Flip Flops. Oder vielleicht auch, weil er den Wink mit dem Zaun verstanden hat, als ich ihm ein paar Flip Flops geschenkt habe. Also spring ich jetzt bald raus aus den Laufschuhen und rein in die Flippies und strecke alle Viere von mir!

Es gibt natürlich auch Läufer, die durch die hitzigste Wüstenlandschaft traben müssen, und das schon früh morgens. Aber ich nicht: Im Urlaub laufe ich eigentlich so gut wie nie. Wir fliegen allerdings wieder mit meinen Eltern und da ist es meine sportliche Pflicht, die Laufschuhe zumindest mitzunehmen, um dann total begeistert zu tun, wenn mein hochmotivierter, laufbegeisterter Vater nach spätestens zwei Tagen mit „all inklusive“-Gelüsten abends am grandiosen Buffet neben mir steht, vorwurfsvoll auf meinen vollen Teller blickt und die Frage aller Fragen kommt: „Anne, morgen früh, 6 Uhr, eine lockere 10 km Runde?!“ War das eine Frage oder ein Befehl?

Boahhh, denke ich, wenns denn sein muss. Vor zwei Jahren jagte er mich auch schon bei 35 Grad durch die nicht sehr schöne türkische Gegend. Nach sechs Kilometern hatte ich da auch keinen Bock mehr, vor allem rennen in der Hitze wirklich nur die ganz sportlichen Super-Freaks rum, und da gehör ich nun wirklich nicht zu. Also: Tschüß Papa! - und weg war sie. Am nächsten Tag schickte ich übrigens meinen Mann. Der traut sich nicht, eine Abkürzung zu nehmen, um neben dem Schwiegervater nicht so unsportlich zu erscheinen. Ich will im Urlaub nur am Pool liegen und höchstens mal aufstehen, um mir ein leckeres Gesöff oder den zehnten Snack zu holen. Natürlich laufe ich auch gerne die Einkaufsmeile hoch und runter, um günstig Sachen zu kaufen, die ich nicht brauche. Wenn Bewegung sein muss, schon wegen des Nachtisch-Buffets, ziehe ich wieder schwimmen vor, aber nicht so gerne im Meer. Wenn ich mich doch mal rein traue, muss ich direkt an die Szenen vom weißen Hai denken und die Musik dröhnt direkt in meinem Kopf, und lässt mich in neuer Weltjahresbestzeit ganz schnell zurück zum sicheren Strand kraulen. Völlig außer Atem schmeiße ich mich in den warmen Sand neben die Familie und mein Mann grinst mich nur blöd an, meine Phobie kennend: „War wieder der weiße Hai hinter dir?“ Da bleib ich doch lieber im sicheren Pool. Da kann es mir höchstens passieren, dass ich von einer Poolnudel erschlagen werde, wenn Aquagymnastik auf dem Action-Plan steht oder ein wild gewordener Animateur meine Bahnen unterbricht mit dem hoch motivierten Ruf: „Hey, come on! Let´s have some waterpolo!“. Damit komm ich klar!

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (35) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida (7), Fiete (5) und Oskar (3) wohnt mit ihrem Ehemann David in Capelle und läuft mittlerweile für den SV Herbern.

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