Laufkolumne von Anne Mertens: „Ach, schon wieder neue Laufsachen...?“

Der Spitzename auf den Laufsocken – manchmal auch etwas für den Allerwertesten. -  Foto: Mertens

Und vor dem Lauf so: „Was zieh ich bloß an?“ Die Frage aller Fragen für uns Frauen. ´Zig mal umziehen, keine Seltenheit.

Da bin ich ja auch immer vorne mit dabei: Ich hab sogar Glücksbringer-Ohrringe, die ich reinmache beim Lauf, Batman- oder Superman-Ohrringe. Von Bestzeiten bringenden Rennschlüppern von einer Freundin hab ich auch schon mal gehört.

Es gibt aber auch so viel Auswahl an Sportsachen in den wildesten Farben, mit lustigen Aufdrucken und auch manchmal zum Leidwesen der anderen Läufer in etwas denkwürdigen, unvorteilhaften Formen.

Bei Wettkämpfen trägt man ja meist Vereinskleidung, aber bei manch einem sieht man auch mal was ganz anderes: Bei einem Lauf belächelte ich mit einer Freundin im Startbereiech einen Herren, der in alter schlabbriger bunter Hose, die mindestens aus den 1970ern stammte, auflief. Dazu ein blousonartiges, verwaschenes Etwas obenrum, aus ebenfalls längst vergangenen Zeiten. Aber irgendwie cool.

Er fiel auf unter den doch meist markenbewussten Läufern, die, nun ja, wenn nicht schnell, dann aber stylisch und schick, alles aus sich und ihrem Geldbeutel rausgeholt hatten.

Wie gesagt, auch ich schmunzelte übers Outfit. Als der nette Herr mich aber locker flockig beim vorletzten Kilometer überholte, hätte man mein blödes Gesicht sehen müssen.

Nach kurzem Staunen musste ich neidvoll zugeben: „Tja, laufen müssen wir alle selber, egal welche Klamotte“ und schleppte mich in Markenhose ins Ziel.

Trotzdem freue ich mich immer, wenn neue knallige, peppige Laufsachen auf den Markt kommen, bestelle auch wie eine Wahnsinnige mit und sprinte zur Tür, wenn der Bote endlich mein „Schrei-vor-Glück“ (oder in meinem Falle „Lauf-vor-Glück“) Paket bringt. Meine Tochter hingegen guckt dann nur auf die Sachen und bemerkt frech: „Ach, Mama, schon wieder neue Laufsachen?“ (die wurde doch von meinem Mann gedrillt, das zu sagen.)

Beim nächsten Einkaufsbummel mit der Kleinen zieh ich dann übrigens auch den Kürzeren, wenn sie wieder neue Haargummis oder Spangen kaufen will. Mit dem Argument „Hast du schon genug von ...“ kann ich mir ja nur ein Eigentor schießen.

Ach ja, manch einer druckt sich auch seinen Namen auf die Laufhose, natürlich auf den Hintern, weil am meisten Platz. Quasi eine Einladung, wo man hingucken soll; macht so manchen öden Lauf gleich etwas interessanter. Oder man bedruckt sich die Laufsocken. Davon hab ich auch welche, mit Spitznamen von Papa für mich: „Hibbelfutt“ drauf – würde vom Namen allerdings auch auf den Hintern passen...

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (35) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida (7), Fiete (5) und Oskar (3) wohnt mit ihrem Ehemann David in Capelle und läuft mittlerweile für den SV Herbern.

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