Die Laufkolumne von Anne-Kathrin Mertens: Ohne Schweiß keinen Preis

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Anne-Kathrin Mertens beim Werner Stadtlauf.

Werne - Laufen bei der Hitze, für mich ein echter Graus. Aber manchmal, wenn man ein Ziel hat, muss man da durch. Überall Grillgeruch, das Geräusch von anstoßenden Bierflaschen, gemütliches Zusammensitzen im Garten. Am liebsten möchte ich vor Durst überall anklingeln und wie ein Hund um Wasser winseln! 

Im Lauftreff ein Kampf: transpirierende Männer- vs. Frauenkörper! Schweißnasse und stinkende Laufshirts wohin das Auge sieht bzw. die Nase riecht. Anmerkung aus Riech-Erfahrung: die ganz alten, aber aus nostalgischen Gründen nicht weggeworfenen Funktionsshirts stinken am schlimmsten. Nämlich nach Motte plus altem Schweiß – und das meist auch schon, bevor der Lauf überhaupt losgeht! 

Meine Mitläufer beim Lauftreff sind scheinbar alle total super drauf bei der Hitze. Einer Läuferin aus unserer Gruppe macht die Wärme so gar nix aus. Die strafe ich an solchen Tagen mit verachtenden, neidischen Blicken. 

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Der einzige Vorteil am Sonnenschein ist wohl, dass man einen tollen Teint und mal richtig Farbe beim Hobby bekommt: Leider trifft dies in meinem Fall auch nicht zu, denn bevor ich braun werde, werde ich erst mal rosa, dann rot und dann so orange-rot. Und dann ist Herbst. Hab ich also nix von Teint und brauner schöner Frauenhaut. 

Ich schleppe mich also Kilometer für Kilometer der Sonne entgegen, die von mir Jahr für Jahr doch so sehnlichst erwartet wird, jetzt aber einfach nur schrecklich brennt. Sonne brauch ich echt wenn ich am Pool liege und nix mache. Aber nicht hier und jetzt. 

Wäre ich bloß im Plantschbecken geblieben oder weiter mit den Kleinen durch den Rasensprenger gerannt – oder ins Freibad, wo ich mit Glück und Ellenbogeneinsatz sicher einen mini Platz im kühlen Wasser ergattert hätte. 

Egal wo, überall ist es besser als auf dem Asphalt in der sengenden Hitze. Endlich zuhause angekommen, werfe ich mich auf den kühlen Rasen. Und mein Mann prostet mir mit mitleidigem, aber verständnislosem Blick mit kühlem Weizenbier zu: „Na, Schatz, auch eins?“ Nächstes mal bleib ich einfach bei ihm. Er weiß, was gut ist.

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (35) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida (7), Fiete (5) und Oskar (3) wohnt mit ihrem Ehemann David in Capelle und läuft mittlerweile für den SV Herbern.

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