111 Jahre BW Werne: Verein mit bewegter Vergangenheit

Das 100-jährige Bestehen wurde auch im Chic der Zwanziger Jahre gefeiert. Dabei spielten Helmuth Bettermann und Frau Ursula gegen Christel Bergerhoff-Janßen und Klaus Janßen.

Werne -  Vor 111 Jahren fand sich in Werne eine lose Gruppierung zusammen, die ein gemeinsames Ziel hatte: die Ausübung des Tennissports. Es dauerte nicht lange, bis ein erster Standort für einen Platz in der Nähe des Badehauses des damaligen Bad Werne gefunden war.

Dass 1905 statt auf Asche noch in erster Linie auf Schlacke gespielt wurde, tat der Freude am Spiel keinen Abbruch.

Doch schon 1912 stand der erste Umzug des noch jungen Vereins an. Ein Standortwechsel, der in der langen Vereinsgeschichte mehrfach nötig werden sollte. In der Nähe der Gaststätte Wörmann gab es Platz für einen Tennisplatz. Auf diesem wurde zwei Jahre gespielt, dann begann 1914 der erste Weltkrieg. Die Platzanlage verfiel.

Mit dem Ende des Krieges aber sollte auch der Tennissport in der Lippstadt ein Comeback feiern. Schon 1919 war auf einem Pachtgelände der Stadt auf dem nördlichen teil des Hagens ein Tennisplatz mit Packlage und roter Decke erstellt. Ein Jahr später kam es zum offiziellen Neubeginn. Auf der sogenannten „Gründungsversammlung“ am 28. Juni 1920 beschlossen die Mitglieder unter dem Vereinsnamen „Spielervereinigung für Tennis-Sport“ die erste Nachkriegssatzung des Vereins. 29 Mitglieder sollen damals dabei gewesen sein, die sich durch den Erwerb von Anteilscheinen an der Finanzierung der Platzanlage beteiligten. Etwa in diesem Zeitraum hat sich der Name TC Blau-Weiß Werne etabliert.

Doch – gerade als sich die Sportler auf der Anlage wohl fühlten – musste der Club wieder umziehen, denn die Pachtdauer des Geländes am Hagen konnte nicht verlängert werden. Als Ausweg bot sich ein zwischen der Kamener Straße und dem Stadtsee gelegenes Grundstück an, das dem damaligen Vereinswirt Lugge gehörte. Die dort entstandene Anlage weihten die Mitglieder am 3. Juli 1926 ein.

Erste Engpässe wegen großer Nachfrage

Doch der TC blieb nicht lange sesshaft. Der geplante Bau der Ringstraße (heute Freiherr-vom-Stein) drohte die Anlage zu zerschneiden. Hinzu kam der Tennisboom zu Ende der 20er Jahre, der für Engpässe im Spielbetrieb sorgte. Bereits im Jahr 1928 verfügte der Club über 50 Frauen, 43 Männer und 21 jugendliche Mitglieder.

1930 begab sich der Verein also erneut auf die Suche nach einer neuen Heimat. Im Kreuzungsbereich Merschweg/Geist/Ringstraße wurde man fündig. Dort, wo sich heute der Techniktrakt des Solebades befindet, entstand ein Doppelplatz und zudem ein Pavillon, der 1931 als erstes Clubhaus in Betrieb genommen wurde.

Mit Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 gingen die Mitgliederzahlen auch beim TC Blau-Weiß zurück. Drei Jahre später erfolgte im Wege der Gleichschaltung die Annahme der vom Deutschen Reichsbund für Leibesübungen vorgesehenen Einheitssatzung.

Die Erweiterung des Freibades sorgte ab 1942 für den nächsten Umzug – immerhin blieb der Verein noch in der Nachbarschaft, weil man auf die gegenüberliegende Seite der damaligen Ringstraße umzog. 1946 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Der Club stellte den Antrag auf Genehmigung eines Sportvereins bei der Militärregierung. Ein Jahr später wurde der Westfälische Tennisverband ins Leben gerufen. Auch sonst war Tennis wieder Trendsportart, so dass 1954 zunächst ein neues Clubhaus gebaut wurde. 1972 zählte der Club schon 208 Mitglieder – bei nur zwei zur Verfügung stehenden Plätzen.

Der Tennis-Boom hielt an, so musste 1972 sogar eine zwischenzeitliche Aufnahmesperre verhängt werden. Entlastung gab es zwei Jahre später, als zwei von der Stadt genehmigte neue Plätze in Betrieb genommen werden können. 1977 feierte der TC die Einweihung des um einen Nasstrakt und einen Jugendraum erweiterten Clubhauses.

Während die Mitgliederzahlen weiter stiegen, deutete sich 1986 an, dass sich die Tennisspieler bald wieder nach einem neuen Gelände umsehen mussten, denn die Stadt Werne plante die Fläche für die Neugestaltung des Freibades ein. 1989 bis 1990 erfolgte also der nächste Umzug in die Pagenstraße, wo der Club bis heute zu finden ist.

2005 feierten Mitglieder und Freunde auf dem Gelände das 100-jährige Bestehen. Dabei richteten Vereinsmitglieder auch ein Spiel in Outfits früherer Zeiten aus.

Einen großen Schock mussten die Blau-Weißen Ende November 2009 verkraften. Unbekannte legten im Vereinsheim Feuer, das komplett abbrannte. Die Täter wurden bis heute nicht gefasst. Der Neubau des Heims, der Sportlern und Besuchern noch mehr Platz und Komfort bietet, wurde nach sechsmonatiger Bauzeit beendet. Am 19. Juni 2010 wurde das neue Clubheim offiziell eröffnet.

Heute Abend steigt die „Sommernacht“

 Am morgigen Samstag, 20. August, lädt der Tennisclub Blau-Weiß Werne zur „Sommernacht“ ein, bei der Mitglieder, Freunde des Vereins sowie alle interessierten Bürger willkommen sind, um ab 18 Uhr das 111-jährige Bestehen auf der Anlage an der Pagenstraße zu feiern.

Da bei den Blau-Weißen der Bereich der Nachwuchsarbeit groß geschrieben wird, sind auch Kinder willkommen, für die es spezielle Mitmach-Angebote geben wird. Für alle Altersklassen interessant werden dürfte die Tombola, die mit hochwertigen Preisen lockt. Markus Gröblinghoff wird ein vielseitiges Catering auf die Beine stellen, bei dem es neben Fingerfood und Grillwaren eine große Pfanne mit Paella geben wird. Die Vereinswirte Margot und Walter Döring sorgen mit einem Cocktail- und Sektstand dafür, dass die Besucher auf das närrische Jubiläum anstoßen können. Ein DJ legt die passenden Sounds auf und wird die Partynacht musikalisch gestalten.

Zum Organisationskomitee gehören Daniel Huppert, Willi Kraak, Markus Gröblinghoff sowie Martin und Kathrin Gößl. Anlässlich des Jubiläums hat Franz-Josef Lüther zudem eine neue Fahne gestaltet, die am Samstag ihre Premiere feiern wird. Rechtzeitig zu den Feierlichkeiten wird eine Reisegruppe des TC zurück erwartet, die sich gerade in der Partnerstadt Lytham St. Annes aufgehalten hat. Die Blau-Weißen unterhalten seit Beginn der 80er Jahre regen Kontakt mit dem nordenglischen Tennisverein, der mit gegenseitigen Besuchen gepflegt wird.

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