SV Herbern mit neuer defensiver Stabilität

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Schauen gebannt aufs Spielfeld: Herberns Trainergespann Holger Möllers Mitte) und Co Beppo Löcke (rechts).

Herbern - Vor drei Wochen war die Stimmung beim Landesligisten SV Herbern auf dem Tiefpunkt angekommen. Nach der 2:3-Heimniederlage im Kellerduell gegen RW Deuten rutschte das Team von Holger Möllers auf dem letzten Platz ab.

Es folgte danach ein 0:0 bei Westfalia Gemen, ein überzeugender 4:2-Heimsieg gegen SpVg Emsdetten und nun am vergangenen Samstag ein schmeichelhafter 1:0-Sieg beim Aufstiegsanwärter SV Mesum. Und plötzlich scheint ein wenig mehr die Sonne bei den Blau-Gelben, die sich auf den elften Tabellenplatz vorgearbeitet haben und nun sogar drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang (SV Burgsteinfurt) haben.

Eine konzentrierte Vorstellung bescheinigte Trainer Möllers seinem Team, dass nach der Pause unter Dauerdruck stand. „Bei den zahlreichen Standard-Situationen des SV Mesum waren wir hellwach“, erkannte der 45-Jährige.

Dass der Erfolg glücklich war, wollte Möllers nicht bestreiten. Aber sein in die Defensive gedrängtes Team ließ dabei eben auch nur ganz wenige Chancen für Mesum zu. „Wir haben jetzt einen besseren Deckungsverbund“, freute sich Möllers. So stand die Viererkette mit den Innenverteidigern Phillip Dubicki und Tim Bröer sowie mit den Außenverteidigern Dennis Hölscher und Gonzalo Redondo Conde sicher, zumal die Doppelsechs mit Nils Venneker und Robin Ploczicki viel abräumte. „Nils hat uns auf der Position mit seiner körperlichen Präsenz sehr geholfen gegen die hoch gewachsenen Mesumer Angreifer“, sagte Möllers. Dabei war der Kapitän in den vergangenen drei Wochen aus der Startelf gerutscht und ersetzte nun den beruflich verhinderten Dennis Kaminski im defensiven Mittelfeld. Anschauungsunterricht gab es zudem: „Die Jungs haben nun auch mal den Unterschied gemerkt zu Mannschaften, die sich ganz oben wiederfinden. Nach zehn Spieltagen ist da ja eine erste Tendenz zu erkennen“, erklärte Möllers.

Er hat sein Team mit der defensiven Ausrichtung in den beiden jüngsten Auswärtsspielen, die der SVH zudem ohne Gegentor blieb, zu Stabilität verholfen. Aber Möllers warnt auch mit Blick auf die nächste Aufgabe am kommenden Sonntag daheim gegen den Tabellensiebten SV Dorsten-Hardt: „Wir dürfen nicht nachlassen. Wir müssen nächste Woche gegen eine Mannschaft, die nun auf Augenhöhe ist, genauso viel investieren.“

Überraschend stand am Samstag in Rheine mit Kilian Höring ein Spieler in der Startelf, der in der vergangenen Saison noch in der A-Jugend spielte. Und der Kreativspieler, der als zurückgezogener Spielmacher mit Defensivaufgaben für die verletzten Spielmacher Bastian Schütte und Dennis Närdemann ins Team kam, überzeugte auf ganzer Linie: „Es ist ja nicht so, dass ich ihnen die Einsätze schenke. Sie zeigen mir durch gute Trainingsleistungen: ‘Trainer, ich will spielen.’ Das ist auch ein Fingerzeig an die anderen“, so Holger Möllers weiter. Heißt: Der Trainer hat zwar seine Stammformation gefunden, hat aber immer wieder eine Überraschung parat. - fraz

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