Hartes Auftaktprogramm relativiert Herberns Fehlstart

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SVH-Trainer Holger Möllers warnt vor einer zu großen Erwartungshaltung gegenüber seiner jungen Mannschaft.

Herbern -  Nach zuletzt vier Niederlagen in Serie überzeugte der Landesligist SV Herbern am Sonntag 45 Minuten lang beim Spitzenreiter SpVg Beckum und holte ein 2:2-Remis.

Der Lohn für eine laut Trainer Holger Möllers „überragende erste Halbzeit“ war eine 2:0-Führung durch die Tore von Thomas Eroglu und Dennis Kaminski.

Die Basis dafür war eine „bombensichere Abwehr mit Nils Venneker und Phillip Dubicki“, die den groß gewachsenen Beckumer Top-Stürmer Fichera komplett aus dem Spiel nahmen.

Und mit dem System einer Fünfer-Kette, in dem sich die Außenspieler Thomas Eroglu und Dennis Hölscher immer wieder variabel nach vorne einschalteten, um eine Überzahl zu bekommen oder fallen ließen, hatte Möllers ein gutes taktisches Rezept gefunden.

Davor wirbelten die schnellen und quirligen Robin Ploczicki, Oscar Cabrera, Mondrian Runde und Sebastian Schütte die Beckumer durcheinander.

Aber auf der Gegenseite zeigte der Beckumer Anschlusstreffer gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit Wirkung: „Da hat man die Angst gespürt, wieder zu versagen“, erkannte Möllers. Denn eine Verunsicherung durch die Niederlagenserie ist erkennbar. „Wir wirkten irgendwie platt, obwohl die Mannschaft durchtrainiert ist. Wir waren auch nicht mehr so präsent in den Zweikämpfen“, sah Möllers einen Bruch im Spiel.

Dass in einer strittigen Freistoß-Situation die Schiedsrichterin zu einer anderen Bewertung als die Herberner kamen und der direkt verwandelte Freistoß von Oscar Cabrera zum 3:1 nicht zählte, da sie ein „gefährliches Spiel“ sah, müsse man eben so hinnehmen.

Mit einem Blick auf die Tabelle relativiert sich auch der Fehlstart des SV Herbern aus Möllers Sicht: „Wir haben nun gegen Lengerich, Ahaus und Beckum gespielt, die auf den ersten drei Plätzen stehen und auch meiner Meinung da oben bleiben werden. Eigentlich weiß damit jeder, was wir für ein Auftaktprogramm hatten. Da hängen die Trauben schon ein bisschen hoch.“

Auch ein Blick in die jüngere Geschichte der Herberner lässt Möllers vorsichtig werden: „In den vergangenen drei Jahren hat Herbern zweimal gegen den Abstieg gespielt. Vielleicht sollte man auch im Umfeld das richtige Mittelmaß finden und nicht erwarten, dass die Mannschaft um Platz fünf mitspielt.“

Denn: „Wir haben eine gute Mannschaft, aber eben auch eine junge, wenn man Leute wie Oscar Cabrera, Robin Ploczicki oder auch Philipp Dubicki sieht.“ Deswegen würde es immer wieder zu Leistungsschwankungen und Rückschlägen kommen.

Nun stellt sich am kommenden Sonntag mit dem Aufsteiger RW Deuten das Schlusslicht an der Werner Straße vor. „Ich will nicht sagen, dass ein Sieg Pflicht ist. Aber ein gewisser Druck ist schon da“, sagt Möllers vor dem Kellerduell. Da wäre ein Sieg gut für Nervenberuhigung.

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