Champions-League-Qualifikation

Kein Traumlos für Pourie-Klub Kopenhagen

Marvin Pourie

KOPENHAGEN - Das ist alles andere als ein Traumlos – sowohl sportlich als auch von den Rahmenbedingungen: Die Auslosung der 3. Runde der Champions League-Qualifikation ergab, dass der Werner Fußballprofi Marvin Pourie mit dem dänischen Vizemeister FC Kopenhagen am 29. oder 30. Juli im ukrainischen Dnipropetrowsk antreten muss

Davon geht nach derzeitigem Stand jedenfalls die UEFA aus. Das Rückspiel ist dann für den 5. August in Dänemark vorgesehen.

„Geht es nach mir, sollte Marvin nicht mit in die Ukraine reisen“, erklärte am Montag der besorgte Vater Rüdiger Pourie, der im ständigen Kontakt zu seinem Sohn steht. „Dafür kann der Fußball einfach nicht wichtiger sein als die Sicherheit“, sagt Pourie weiter.

Die Millionenstadt Dnipropetrowsk liegt in der Südost-Ukraine und damit in der Nähe des Zentrums der Seperatisten, die einen Bürgerkrieg mit der Zentralregierung führen.

Wegen der ungeklärten Sicherheitslage nach dem Abschuss des Flugeuges der Malaysian Airlines aus Amsterdam kommend am vergangenen Donnerstag hat der Verein FC Kopenhagen beim europäischen Fußballverband UEFA nachgehört, wie es um die Sicherheit für das Spiel, die Anreise, Unterkunft u.ä. für das auch finaziell lukrative Spiel gestellt ist.

So lautete die Verbandsantwort: „Der UEFA-Dringlichkeitsausschuss glaubt immer noch, dass das Spiel zwischen dem FC Dnipro Dnipropetrovsk und FC Kopenhagen in der Stadt Dnipropetrowsk im Osten der Ukraine gespielt werden kann, auch wenn die UEFA sich der instabilen Sicherheitslage in dem Land angesichts des tragischen Flugzeugabsturzes in der Nähe der Gegend, wo ein Flugzeug von Malaysian Airlines abgeschossen wurde, bewusst ist“, wird der Verband auf der Homepage des FC Kopenhagen zitiert.

Die UEFA bestätigt allerdings auch, dass sie die Situation durch Erkenntnisse aus allen relevanten Behörden inklusive des dänischen Außenministeriums sammelt. Das Außenministerium schätzt die Lage in der Ukraine als „instabil“ ein rät von Reisen in Gebiete 150 km östlich von der Dnipropetrovsk ab.

Die UEFA schreibt weiter: „Sollte etwas passieren, das die Sicherheitsbewertung verändert, wird die UEFA sich an beide Clubs wenden und die Entscheidung treffen, wo das erste Spiel zwischen den beiden Vereinen ausgetragen werden könnte.“

Der FCK meint dazu: „Wir sind natürlich bereit, das Spiel in Dnipropetrovsk zu spielen, wenn sowohl die UEFA und die relevanten dänischen Behörden der Auffassung sind, dass das nicht mit einem Sicherheitsrisiko verbunden ist.“ Der Verein weist aber auch darauf hin, dass es derzeit nicht möglich ist, bis nach Dnipropetrovsk mit dem Flugzeug zu reisen, da weder dänische noch andere europäischen Charterunternehmen und Verkehrsflugzeuge über den Bereich fliegen, weil es mit „ernsten Risiken“ verbunden ist, wie die Fluggesellschaften gemeinsam mit der Flugsicherheitsbehörde EASA mitteilen.

„Deshalb ist es jetzt unmöglich für den FC Kopenhagen, die Reise für Spieler, Mitarbeiter, Unterstützer und Sponsoren für ein so wichtiges Spiel zu planen und organisieren “, erklärt der Verein weiter. Ebenso sei es höchst ungewiss, dass der FCK eine Reiseversicherung abschließen kann.

Von der Logistik her wäre der Aufwand groß, in die Ukraine zu reisen. Samstagabend ab 19.30 Uhr steht das erste Heimspiel der Saison gegen Nordsjaelland an, danach müsste die Reise beginnen, damit der FCK-Tross irgendwie in die Osturkraine kommt.

„Aber ich hoffe, dass dort nicht gespielt werden muss. Vielleicht wird die Partie in ein neutrales Land verlegt“, hofft Rüdiger Pourie. - fraz

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