„Bumm, bumm!“ geht anders: WSC trifft nur alle 72 Minuten

+
Torjubel ist zurzeit selten beim WSC, so wie hier nach dem 1:0-Siegreffer von Joel Simon gegen Nordkirchen – erzielt mit einem Elfmeter.

Werne - Am Montag hat Kurtulus Öztürk, Trainer des Bezirksligisten Werner SC, den Kita-Coach gegeben. 27 Minis zwischen drei und sechs Jahren aus den Kindergärten der Stadt sind da seine Schützlinge.

Vielleicht kristallisiert sich ja einer dabei heraus, der den Sport Club in der Saison 2029/2030 zur Meisterschaft schießen kann.

Einen Torjäger benötigt Öztürk aber bereits jetzt. Denn in den bisherigen vier Punktspielen erzielten seine Mannen aus dem Spiel heraus lediglich zwei ihrer insgesamt auch nur fünf Tore.

Das macht im Schnitt ein Tor pro 180 Minuten – die Nachspielzeiten (und die 0:1-Pokalpleite in Wolbeck) nicht einmal berücksichtigt.

Die drei weiteren Treffer nach „ruhenden Bällen“ eingerechnet, beträgt der zeitliche Abstand zwischen den Toren in der Liga im Durchschnitt immer noch beachtliche 72 Minuten.

Und dennoch liegt Öztürks Team mit drei 1:0-Siegen, bei einer Niederlage in Wethmar (2:3), auf dem zweiten Platz der Liga. Der WSC-Trainer wartet aber sehnlichst darauf, dass bei seinen Angreifern der Knoten platzt. „Im Moment leben wir von unserer Defensive“, sagt Öztürk. Wenn die Innenverteidiger Giffey und Link heißen, steht weiterhin die Null.

Die steht auch vorne, da allerdings bei Jannik Prinz und Dominik Hennes, beide höherklassig erprobt: Prinz zum Beispiel in der Oberliga bei der Hammer Spielvereinigung, Hennes beim Lüner SV in der Landesliga. Hennes fehlte in den vergangenen beiden Spielen allerdings aus beruflichen und privaten Gründen im Kader.

So muss Öztürk sich auch auf sein „Näschen“ verlassen. Gegen Holzwickede gab’s für ihn die Wahl zwischen Chris Thannheiser und Daniel Durkalic. Letzterer, der beste Bezirksliga-Torjäger der Saison 2014/2015 mit 25 Toren, erhielt den Vorzug – und erzielte gegen den Aufsteiger prompt das erste Stürmertor der Saison.

Nun zog Öztürk es vor, Thannheiser für Prinz in die Startelf zu beordern – und schon traf dieser zum Sieg beim TSC Eintracht Dortmund. Natürlich nach einem „ruhenden Ball“, in diesem Fall ein Freistoß, so wie schon Zilligen in Wethmar nach einer Ecke und Simon zum 1:0-Auftaktsieg gegen Nordkirchen vom Elfmeterpunkt.

Seinen beiden Angreifern macht Öztürk keinerlei Vorwürfe. „Er malocht, tut viel, aber belohnt sich nicht“, sagt er über Jannik Prinz und befindet bei Daniel Durkalic, dass dieser „viel zu viel will und vor allem immer da sein will, wo der Ball ist.“

Die beste Erkenntnis daraus sei, sagt Öztürk, „dass wir Entwicklungspotenzial haben und noch nicht am Limit spielen.“ Dass seine Wechselspiele im Angriff bisher so gut geklappt haben, verlange aber auch, „dass alle Spieler gesund bleiben.“ Darauf ist nicht immer Verlass: Jannik Prinz musste am Sonntag, 22 Minuten nach seiner Einwechselung, mit einem Pferdekuss am Oberschenkel wieder vom Platz. Ein Einsatz gegen den TuS Ascheberg am Sonntag dürfte aber nicht gefährdet sein.

Anders sieht es bei einem Defensivspieler aus: Samuel Gurcke, Neuzugang vom SC Herford, sollte zuletzt Christof Zilligen auf der Linksverteidiger-Position entlasten, den es an der Leiste zwickt. Doch in der Nacht vor dem Eintracht-Spiel trat bei Gurcke hohes Fieber auf – Folge einer Mandelentzündung. „Für ihn“, weiß Öztürk, „wird es bis Sonntag knapp.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare