1:3 gegen Kaiserau: WSC geht die Puste aus

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Dominik Hennes (rechts) und Nikolas Herrmann rauschen ineinander.

Werne - Dem lange ambitionierten Bezirksligisten Werner SC geht auf der Zielgeraden der Saison die Puste aus.

Brav, bieder, berechenbar – so spielt sich das Team von Kurtulus Öztürk am Abend im drittletzten Spiel der aktuellen Runde zu einer 1:3-Heimniederlage (1:1) gegen den SuS Kaiserau.

Dabei ist einigen Spielern deutlich anzumerken, dass sie nicht mehr können – vielleicht aber auch nicht mehr so recht wollen.

„Einige schreiben im Moment das Wort Teamsport deutlich zu klein, von einigen bin ich ein bisschen enttäuscht“, sagt WSC-Trainer Kurtulus Öztürk, und: „Ich habe einige bewusst nicht heraus genommen, denn die sollten sich einfach mal durch das Spiel quälen.“

Die beiden Spieler, die beim Tabellendritten vorzeitig das Feld verlassen müssen, tragen zuvor jeoch auch nicht zur Belebung bei. Erkan Baslarli und Dominik Hennes als Werner Doppelspitze fehlt jegliche Gefährlichkeit. Bis auf eine strittige Situation bei einem Foul im Strafraum an Baslarli (51.) besitzt der WSC in der gesamten zweiten Halbzeit keine Torchance.

Und auch vor der Pause wird nur eine Gelegenheit wirklich gut herausgespielt. Die führt zum 1:0 – und zu heftigsten Diskussionen: Joel Simon erobert im Mittelfeld den Ball, setzt sich körperbetont gegen Diecks und Timo Milcarek durch.

Während die beiden Kaiserauer am Boden liegen bleiben, spielt Rohlmann von links hart vor das Tor, wo Janis Leenders den Ball am hinteren Pfosten über die Linie drückt (21.). Die Kaiserauer protestieren vehement, doch Schiri Derbort findet Simons Einsatz nicht unkorrekt.

Die Gastgeber wirken in der Folgezeit etwas gefestigter, spielen aber zu harmlos. Auf der Gegenseite nutzt Timo Milcarek seine Technik und Schnelligkeit aus und vollendet nach einem Solo aus 14 Metern zum Ausgleich (43.).

Zwei Minuten später protestieren die Gäste erneut vehement. Nach einem Angriff über rechts kommt Marcel Prüfel frei zum Schuss. Keeper Rafalski ist geschlagen, Seifert rettet beim halbhohen Schuss auf der Linie – oder doch dahinter? Die Kaiserauer jedenfalls sind außer sich, für Schiri Herbort ist es allerdings auch super schwer zu entscheiden, obwohl für SuS-Trainer Berger „es alle hier auf dem Platz gesehen haben, dass der Ball drin war.“

Den Wernern fehlt auch nach dem Wiederanpfiff die Wucht und die Zielstrebigkeit im Angriff. Wie es geht, das demonstrieren die Kaiserauer in der 61. Minute. Saado setzt auf der linken Abwehrseite zu halbherzig gegen Daniel Milcarek nach, und dessen flach gespielten Flankenball befördert Timo Milcarek mit Wucht zu seinem 16. Saisontor ins Netz.

Dem WSC fällt nichts mehr ein, so dass das dritte Tor nur eine Frage der Zeit ist. Stöver spielt im Aufbau einen Fehlpass in die Füße von Heubel. Der schickt Pascal Kupfer auf die Reise, und bei dessen Flachschuss ins lange Eck ist Rafalski machtlos. Es ist ein Jokertor: Beide Kaiserauer stehen erst seit einer guten Viertelstunde auf dem Platz.

„Die Niederlage ist verdient“, sagt Kurtulus Öztürk. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Eigentlich hatte ich das Gefühl, dass Werne heute kein Tor machen kann“, bilanziert SuS-Trainer Alex Berger.

Werner SC: Rafalski – Leenders, Stöver, Thannheiser, Saado, Baslarli (73. Bozkurt), Eisenbach, Hennes (63. Klossek), Simon, Seifert, Rohlmann

Tore: 1:0 (21.) Leenders, 1:1 (39.) T. Milcarek, 1:2 (61.) T. Milcarek, 1:3 (87.) Kupfer

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