Frust pur beim SV Herbern nach der Finalniederlage

+
WSC-Fußballchef Thomas Overmann überreicht an den mäßig begeisterten Thomas Eroglu den Geldpreis für den zweiten Platz.

Werne - Der Bezirksligist VfL Kamen hat am Samstag das zum zweiten Mal ausgetragene Vorbereitungsturnier des Werner SC gewonnen. Im Endspiel setzte sich das Team von Trainer Marko Barwig mit 4:2 nach Elfmeterschießen gegen den Landesligisten SV Herbern durch. Nach 90 Minuten stand es 1:1.

Die Spieler und Verantwortlichen des favorisierten Landesligisten verfolgten einigermaßen konsterniert die Siegerehrung. „Die Jungs haben mal eben 700 Euro verschenkt“, war Trainer Holger Möllers bedient. Stattdessen freute sich der ersatzgeschwächte VfL Kamen über eine Siegprämie von 1150 Euro, nachdem sich die Herberner drei Fehlschüsse leisteten und zuvor in Überzahl den Ausgleich kassierten.

„Wenn man zweimal gegen den SV Herbern gewinnt – einmal davon zwar nach Elfmeterschießen – dann ist man auch ein verdienter Turniersieger“, sagte WSC-Fußballchef Thomas Overmann. Denn bereits in der Gruppenphase hatte Kamen den SVH mit 2:0 bezwungen.

Latte und Pfosten getroffen

Kamens Trainer Marko Barwig war ein wenig fassungslos nach dem Coup: „Auf Grund der zweiten Halbzeit ist das nicht einmal unverdient. Wir hatten vier Mann aus der ‘Dritten’ dabei, deswegen war das umso überraschender. Denn mit Lindner, Rumpf, Sudhaus und Maik Rothe haben vier Stammspieler gefehlt. Kompliment an die Truppe.“

In Überzahl das 1:1 kassiert

In der ersten Hälfte dominierte der Landesligist das Geschehen und ging früh durch Julian Trapp in Führung (7.). Kurz darauf traf Dominick Lünemann den Pfosten für die überlegenen Blau-Gelben (11.). Auch Kamen hatte eine dicke Chance, doch scheiterte Marven Hennig nach einem Alleingang an Keeper Sven Freitag (20.).

Der VfL Kamen freute sich über den Turniersieg.

Anschließend hatte Mondrian Runde zweimal Pech. Einmal ging sein Kopfball knapp neben das Tor (32.) und zudem traf der Offensivspieler die Latte. Als kurz vor der Pause zudem Kamens Dustin Berndt wegen Nachtretens vom Platz musste (44.), schwanden die Kamener Chancen in Unterzahl weiter. „Aber ab da macht jeder zehn Prozent weniger und wir lösen jegliche Ordnung auf“, kritisierte SVH-Trainer Holger Möllers sein Team – und wollte auch nicht die vorherigen Turnierspiele bei Eintracht Werne und die Trainingseinheit gelten lassen. „Dann lasse ich doch den Ball und den Gegner laufen...“, fand Möllers das Verhalten seiner Spieler mindestens ungeschickt.

Schwache Ausbeute im Elfmeterschießen

Dabei verschoss zu Beginn der zweiten Hälfte nach einem Handspiel von Johannes Richter Kamens Marven Hennig sogar noch einen Foulelfmeter (47.).

Kamen spielte mit dem Mute der Verzweiflung mit langen Bällen und brachte den SVH damit hin und wieder in Bedrängnis. So vergab Andre Gretenkort erst noch das 1:1, ehe er nach Zuspiel von Alex Hennig nach einem weiten Ball zum 1:1 traf, in dem er ins leere Tor schießen musste (82.). Warum der SVH seine Defensive entblößte, war ein gut gehütetes Geheimnis der Spieler.

In der SVH-Schlussoffensive vergaben Carlo Bentrup (86.), Mondrian Runde (87.), Johannes Richter per Kopf sowie Julian Trapp (90.+1) den Siegtreffer in aussichtsreichen Positionen – der Rest war großer Frust nach schwachen Elfern durch Bentrup, Schütte und Höring und der besiegelten Final-Niederlage.

SVH: Freitag – J. Dubicki (46. Höring), Venneker, Runde, Bröer (70. D. Närdemann), Eroglu (58. Schütte), Trapp, Lüneman (75. Bentrup), Ploczicki, Richter, Hölscher (46. J. Närdemann)

Tore: 1:0 (7.) Trapp, 1:1 (82.) Gretenkort – Elfmeterschießen: Bentrup scheitert an Lassak, 2:1 Hennig, Schütte scheitert an Lassak, 3:1 Gretenkort, 3:2 Ploczicki, 4:2 K. Rothe, Höring verschießt

Bes. Vork.: Rote Karte für Berndt wegen Nachtreten (VfL, 43.); Henning verschießt Handelfmeter (VfL, 47.)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare