Bezirksliga-Comebacker Michael Böll: „Habe schon schwere Beine“

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Michael Böll

Bergkamen - Michael Böll, Trainer der Reserve des FC TuRa Bergkamen, war am Pfingstmontag gleich doppelt im Einsatz. Einmal mehr musste der 49-Jährige bei seiner „Zweiten“ aushelfen und erlebte ein 0:10-Debakel auf eigenem Platz gegen den B-Liga-Meister RW Unna II.

Anschließend setzte er sich noch ins Auto, um bei der Bezirksliga-„Ersten“ des FC TuRa im Auswärtsspiel beim TuS Hannibal auszuhelfen. Über seinen ungewöhnlichen Doppeleinsatz und seine Zukunftspläne sprach WA-Redakteur Frank Zöllner mit Michael Böll.

Hallo Herr Böll, wie hat es mit dem Aufstehen am Dienstag geklappt?
Michael Böll: Ich habe schon schwere Beine und merke meine Knochen. Das mit den zwei Einsätzen war eigentlich aus der Not heraus geboren. Es sollten A-Jugendliche und Altherren helfen. Als Libero kann ich trotz meinen hohen Alters in der Reserve spielen und bin noch fit. Aber nach der hohen Niederlage hatte keiner von meinen Jungs so richtig Lust, nach Dortmund zu fahren. Also habe ich es gemacht.

Wie fühlte sich das Bezirksliga-Comeback nach über 15 Jahren Pause an?
Böll: Auf dem Rasenplatz zu spielen, war schon schön. Als ich das letzte Mal in der Bezirksliga gespielt habe, war ich Co-Trainer unter Bernd Schawohl und auch schon Mitte 30. Man merkt aber schon, dass das Spiel schneller ist. Zwar kann man mit gutem Stellungsspiel einiges machen, aber mit der Schnelligkeit und Wendigkeit klappt es nicht mehr so. Wir hätten auch noch den Ausgleich machen können. Aber ich persönlich habe ja 1:0 gewonnen, denn als ich in der 69. Minute eingewechselt wurde, stand es 2:0 für Hannibal. Der Einsatz war aber ein Ausnahmefall und so soll es auch bleiben.

Wie sieht Ihre Zukunft als Trainer der TuRa-Reserve aus?
Böll: Ich werde wohl aufhören nach etwa 13 Jahren. Dieses Jahr macht sowieso keinen Spaß. Ein Großteil gerade der jüngeren Spieler ist schon egozentrisch und das Vereinsleben leidet darunter. Ich bin ja eher ein geselliger Typ und das ist für mich schwer akzeptierbar, dass ich ständig den Spielern hinterher telefonieren muss. Es gibt zwar auch Anfragen, aber in anderen Vereinen wird es ja auch nicht anders sein. Ich werde bei TuRa als Altherren-Spieler weiter machen und erst einmal Abstand gewinnen.

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