Balve Optimum steht im Zeichen der Olympia-Sichtung

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Stimmten auf das Balve Optimum ein: (von links) Matthias Camminady von der Turniergemeinschaft Balve, Springreiten-Bundestrainer Otto Becker, Chef-Organistorin Rosalie von Landsberg-Velen, Dressurreiter Hubertus Schmidt und Maskottchen „Balvi“.

Balve - Der Schatten von Rio de Janeiro reicht bis ins Sauerland: Die Deutschen Meisterschaften der Spring- und Dressurreiter im Rahmen des Balve Optimum stehen in diesem Jahr im Zeichen der Olympischen Spiele im August.

Das machten Otto Becker, Bundestrainer der Springreiter, sowie Optimum-Cheforganisatorin Rosalie von Landsberg-Velen am Mittwoch im Pressegespräch auf der Anlage in Balve deutlich. Dort werden vom 2. bis 5. Juni nicht nur die nationalen Titel vergeben, sondern einmal mehr auch internationale Prüfungen ausgetragen. 

All das geschieht nicht nur, aber auch und vor allem im Hinblick auf den Saisonhöhepunkt in der brasilianischen Metropole. „Auf dem Weg nach Rio bekommt Balve noch einmal einen ganz anderen Stellenwert“, unterstrich von Landsberg-Velen. 

Terminkollision mit Nationenpreis in St. Gallen

Die Vorgehensweise bei der Sichtung hat sich für Bundestrainer Becker jedoch verändert. Anders als in früheren Jahren liegt der Schwerpunkt nicht mehr auf einigen wenigen Konkurrenzen wie der DM. „Balve ist nur eines von vielen Turnieren, die wir begutachten“, betonte der 57-Jährige.

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Ein Blick auf den Turnierkalender lässt erahnen, warum. Denn parallel zu den viertägigen Wettkämpfen im Sauerland steht im schweizerischen St. Gallen der Nationenpreis auf dem Programm. Dort weilt der Bundestrainer am Donnerstag und Freitag kommender Woche, ehe er am Samstagnachmittag in Balve eintrifft. 

Derlei Terminkollisionen bedingen jedoch, dass nicht jeder Top-Athlet den Weg in die 12.000-Einwohner-Stadt im Märkischen Kreis findet. Das war im Vorjahr nicht anders, als Titelverteidiger Daniel Deußer aus ähnlichen Gründen auf einen DM-Start verzichtete. 

Der Qualität der Wettkämpfe in Balve werde dieser Umstand keinen Abbruch tun, war Becker überzeugt. „Der Sport vor Ort ist im vergangenen Jahr top gewesen, auch wenn eine Handvoll Spitzenleute gefehlt hat“, sagte der Coach. 

Enorme Leistungsdichte in der Dressur

Mit allzu großen Überraschungen im Hinblick auf die Kader-Nominierung für Rio rechne er trotzdem nicht: „Dass zwei, drei Monate vor Olympia kein völlig Unbekannter mehr in den engsten Kreis rücken kann, ist klar.“ 

Auch in der Dressur machen sich weder die sportlich Verantwortlichen noch die Organisatoren Sorgen um die Qualität. Mit Titelverteidigerin Kristina Bröring-Sprehe und Desperados ist das Traumpaar schlechthin in dieser Disziplin erneut in Balve, genauso wie die hochdekorierte Isabell Werth. 

Sprehe und Desperados glänzten in den Vorjahren mit Traumnoten. „76, 77 Prozent wird man reiten müssen, um unter die ersten Vier zu kommen“, prognostizierte Hubertus Schmidt, aktiver Dressurreiter und Ausbilder. „Es war selten, dass in der Dressur eine so enge Leistungsdichte herrscht“, ergänzte von Landsberg-Velen. 

Die Rahmenbedingungen scheinen zu stimmen. Das Budget für die Veranstaltung liege in diesem Jahr bei 1,2 Millionen Euro, teilte Matthias Camminady von der Turniergemeinschaft Balve mit. Allein 320.000 Euro davon seien Preisgelder.

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