Balve Optimum

Reiter-Elite trifft sich zur DM in Balve

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Turnierchefin Rosalie von Landsberg-Velen, der hoch dekorierte Springreiter Marcus Ehning und Matthias Camminady freuen sich auf vier Tage Spitzensport auf dem Turniergelände am Schloss Wocklum.

Balve - Der Start zum Balve Optimum rückt immer näher: Knapp eine Woche vor dem Start des viertägigen Turniers, in dessen Rahmen auch die Deutschen Meisterschaften im Springreiten und der Dressur ausgetragen werden, blickten Turnierorganisatoren und Spitzenreiter Marcus Ehning am Mittwoch voraus.

Mit ihrem Rappen Desperados verzückte Kristina Sprehe im Vorjahr das Publikum beim Balve Optimum, gewann im Dressur-Viereck sowohl im Grand Prix Special als auch in der Kür ihre ersten beiden nationalen Titel und ritt mit ihrem Hannoveraner erstmals bei Deutschen Meisterschaften über die 90-Prozent-Marke. Mit diesem historischen Erfolg stellte das elegante sechsbeinige Duo die Konkurrenz in den Schatten, in den es vor der „Mission Titelverteidigung“ nun selbst gerückt ist.

Denn eine Woche vor dem nationalen Championat (11. bis 14. Juni) im malerischen Orletal richtet sich der Blick der nationalen Dressur-Szene allein auf ein mögliches tierisches Comeback. Kommt er, oder kommt er nicht? Diese Frage dominiert seit Tagen nicht nur die Schlagzeilen in der Reitsport-Fachpresse, sondern beschäftigt auch den Reiterverein Balve um Turnierchefin Rosalie von Landsberg-Velen.

Er ist das teuerste Dressurpferd der Welt. Er wurde einst als Wunderhengst bejubelt. Er nahm verletzungsbedingt seit knapp zehn Monaten an keinem Turnier mehr Teil. Und er hört auf den Namen Totilas. „Ich habe gestern mit Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu telefoniert. Totilas ist demnach auf einem super Weg“, sagte von Landesberg-Velen am Mittwoch im Rahmen des Pressegespräches.

Entscheidung über Totlias-Comeback Ende der Woche

Eine neue Wasserstandsmeldung über den Start des empfindlichen Rapphengstes und seines Reiters Matthias Rath im Viereck von Schloss Wocklum konnte die Turnierchefin aber nicht liefern. Die Entscheidung über einen Start des Paares soll spätestens Ende der Woche fallen. „Wir freuen uns natürlich, wenn er kommt, weil das die totale Bereicherung wäre. Aber auch so werden wir Dressur auf höchstem Niveau zu sehen bekommen“, sagte die Freifrau.

Definitiv gemeldet haben für die in das traditionsreiche Turnier mit familiären Charakter eingebetteten nationalen Titelkämpfe im Viereck neben Titelverteidigerin Kristina Sprehe auch Größen wie Isabell Werth, Jessica von Bredow-Werndl, Fabienne Lütkemeier oder Ulla Salzgeber. Schließlich ist das Balve Optimum die erste offizielle Sichtungsprüfung für die Europameisterschaft im August in Aachen – dem absoluten Saisonhöhepunkt.

Zu sehen sein wird im Orletal auch Helen Langehanenberg, die auf Damon Hill in den Jahren 2012 und 2013 den Dressur-Titel gewann. Doch nach dem langen Streit mit den Besitzern von Damon Hill wird das Spitzenpferd nun von Jill Becks geritten, die ebenfalls in Balve erwartet wird.

Ohnehin dürfen sich Reitsportfans im Schatten von Schloss Wocklum neben den DM-Entscheidungen auf weitere hochkarätige Prüfungen im Viereck freuen. „In der Dressur ist in diesem Jahr alles an Prüfungen vorhanden, was es auf dem Markt gibt“, betont Rosalie von Landsberg-Velen. Die Prüfungen zum Louisdor-Preis, Piaff-Förderpreis und Nürnberger Burgpokal gehören ebenso zum Programm wie erstmals die EM-Sichtung der Jungen Reiter und Junioren.

Der Deutsche Meister Daniel Deußer tritt in Balve nicht an

Spitzensport wird an den vier Turniertagen natürlich auch im Springstadion geboten, wenngleich Daniel Deußer seinen DM-Titel nicht verteidigen und stattdessen beim zeitgleichen Turnier der Global Champions Tour in Cannes satteln wird. „Wir werden extrem interessante Meisterschaften und sicher die eine oder andere Überraschung erleben“, ist Olympiasieger Marcus Ehning überzeugt. Der Championatsreiter beteuerte, immer sehr gerne nach Balve zu kommen und bezeichnete die Deutschen Meisterschaften als „einen Höhepunkt“ im Turnierkalender.

Der Reiterverein Balve jedenfalls setzt einmal mehr alles daran, um der internationalen Spitze der Dressur- und Springreiter aus rund 15 Nationen sowie talentierten Nachwuchsreitern und natürlich auch den Pferden ideale Bedingungen zu bereiten. „Wir haben auch dieses Jahr hohe Investitionen getätigt“, betonte der 2. Vorsitzende des Reiterverein Balve, Matthias Camminady. Nagelneu ist nicht nur das Richterhaus im Springstadion, sondern auch ein zusätzlicher Abreiteplatz mit Zelthalle sowie die Zäune im Stadion. Zudem wurde der VIP-Bereich erweitert. Das Turnierbudget bezifferte Camminady mit 1,2 Millionen Euro. Allein 330 000 Euro werden als Preisgeld ausgeschüttelt.

Am Rande der Sportarenen stellt die Turniergemeinschaft Balve einmal mehr mehr viel auf die Beine. Die große Ausstellermeile mit rund 100 Verkaufsständen und Caterern lädt zum Shoppen und Verweilen ein. Alle Turnierbesucher sind in diesem Jahr aufgerufen, die deutschen EM-Teams nach Aachen zu begleiten und persönliche Wünsche zu senden – und zwar per Videobotschaft. Und am Samstag ab 20 Uhr präsentiert sich der Reitsport vielfältig und bietet mit der großen Optimum Nacht der Show im Stadion bewährte Samstagabendunterhaltung.

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