Löw-Team bereit für "schweren Weg" in Frankreich

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Für Joachim Löw steht jetzt Feinabstimmung auf dem Programm. Foto: Arne Dedert

DFB-Teammanager Bierhoff sieht die Franzosen im EM-Halbfinale "leicht favorisiert". Trotz der angespannten Personalsituation aber hält der Europameister von 1996 das eigene Team für stark genug, die Gastgeber auszuschalten. Torjäger Müller will endlich treffen.

Évian-les-Bains (dpa) - Oliver Bierhoff schiebt Frankreich im EM-Halbfinale eine "leichte" Favoritenrolle zu. Doch die Protagonisten der deutschen Nationalmannschaft sehen für den Donnerstag (21.00 Uhr) in Marseille trotz aller Personalsorgen gute Chancen, zum siebten Mal ein EM-Finale zu erreichen.

"Die Mannschaft hat sich im Laufe des Turniers gesteigert, ist zusammengewachsen. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir die Ausfälle auch kompensieren können", erklärte Teammanager Bierhoff im DFB-Basisquartier am Genfer See. "Wir haben wirklich den schweren Weg vor uns, aber wir sind auch bereit, den zu gehen."

Nach dem Jahrhundert-Elfmeterschießen gegen Italien soll nun der Gastgeber eine weitere Zwischenstation sein. "Es ist normal, dass die französische Mannschaft selbstbewusst ist, gerade die Offensive. Das heißt aber nicht, dass wir Angst haben. Wir wissen, dass wir ein sehr gutes Turnier gespielt haben gerade in der Defensive", betonte Welttorhüter Manuel Neuer, der bisher im laufenden EM-Turnier nur vom Elfmeterpunkt bezwungen wurde.

Bundestrainer Joachim Löw muss neben dem gelb-gesperrten Innenverteidiger Mats Hummels die verletzten Mario Gomez und Sami Khedira sowie voraussichtlich auch Bastian Schweinsteiger ersetzen. Der Kapitän konnte wegen einer erneuten Knieverletzung zwei Tage vor dem Halbfinale nur Fitnessübungen bestreiten. Dennoch glaubt Bierhoff an das Team: "Trotz alledem haben wir keine Rumpfmannschaft, und das macht natürlich Mut."

Dass der Manager den zweimaligen Europameister Frankreich "leicht favorisiert" sieht, begründete er mit dessen jüngsten Erfolgserlebnissen, der größeren Frische des Kontrahenten sowie der Fan-Unterstützung für den Gastgeber. Die deutschen Spieler freuen sich auf das besondere Duell: "Viel schönere Fußballspiele gibt es nicht", erklärte Offensivmann Thomas Müller und setzt auf den richtigen Matchplan von Bundestrainer Joachim Löw: "Er weiß in den Situationen, wie er zu regieren hat."

Nach insgesamt zehn Spielen bei Europameisterschaften ohne eigenen Treffer will Müller die Tor-Bilanz endlich aufpolieren. "Tore sind nicht mein Benzin, eher der Lack auf dem Auto, der Speziallack, der nach außen gut aussieht", erklärte Müller. "Mein Benzin ist mein Antrieb nach Erfolg. Mein Antrieb ist es, mit der Mannschaft etwas Großes zu leisten. Wir sind als Weltmeister hier angetreten. Und internationale Titel nacheinander zu holen, so wie es die Spanier vorgemacht haben, ist ja nicht alltäglich." 

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