Duma: Rio-Ausschluss wäre Verstoß gegen Menschenrechte

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Thomas Bach steht mit dem IOC vor einer kniffligen Entscheidung. Foto: Cyril Zingaro

Das IOC hat nach dem Olympia-Bann von Russlands Leichtathleten durch den Weltverband IAAF "weitere weitreichende Maßnahmen" angekündigt. Auf dem IOC-Treffen in Lausanne wird sicher auch über die Möglichkeit eines komplettes Olympia-Startverbot von Russland beraten.

Moskau (dpa) - Das russische Parlament hat das drohende Startverbot für alle russische Sportler bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro als Verstoß gegen die Menschenrechte verurteilt.

Eine solche Entscheidung würde Streit und Misstrauen säen, kritisierte die Staatsduma in einer Erklärung in Moskau. Das Parlament hoffe auf eine objektive Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), meldete die Agentur Interfax. Das IOC berät in Lausanne über Maßnahmen im Kampf gegen Doping. Vor vier Tagen hatte der Weltverband IAAF Russlands Leichtathleten wegen massiver Dopingvorwürfe von den Rio-Spielen ausgeschlossen. Russland muss nun fürchten, dass auch andere Sportarten des Landes oder sogar die ganze Nation von Olympia in Brasilien ausgeschlossen wird.

Die Duma verurteilte ausdrücklich jede Form von Doping. "Doch Repressionen gegen jene Sportler, die niemals eines unsauberen Spiels überführt wurden, sind nicht nur ungerecht, sondern auch ein Verstoß gegen die Prinzipien der Olympischen Bewegung." Zugleich sprachen sich die Parlamentarier gegen eine Vermischung von Sport und Politik aus. Die Führung in Moskau sieht das Vorgehen der Sport-Institutionen gegen Russland im Doping-Skandal als politische Kampagne.

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