Am 6. August geht der Flieger nach Rio

Lückenkemper mit EM-Edelmetall und vor Rio: „Genieße die freien Abende“

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Stolz und lächelnd präsentiert Gina Lückenkemper ihr Bronzemedaillen, die die Soester Sprinterin in Diensten von LG Olympia Dortmund bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Amsterdam gewonnen hat, auf der Pressekonferenz in Dortmund.

Dortmund - Als Gina Lückenkemper vor rund einem Jahr zum ersten Mal im Konferenzraum des Dortmunder Arcadia-Hotels saß, wusste kaum jemand der Journalisten, was er von der Soesterin erwarten sollte. Die damals 18-Jährige war gerade vom LAZ Soest zur LG Olympia Dortmund gewechselt und ihr neuer Verein wollte den Neuzugang öffentlichkeitswirksam vorstellen.

Am Mittwochnachmittag saß Lückenkemper wieder zu einer Pressekonferenz in dem Dortmunder Hotel, dieses Mal als Medaillengewinnerin der Europameisterschaft.

Für den Klub aus dem Ruhrgebiet hat sich der Lückenkemper-Wechsel längst gelohnt. „Wir sind froh, dass wir Gina damals verpflichtet haben und auch den Vertrag mit Trainer Uli Kunst verlängern konnten“, sagt LGO-Vorstandsmitglied Thomas Kremer. Lückenkempers Staffel-Bronze in Amsterdam war die erste 4x100 Meter-Medaille in der Geschichte des Dortmunder Vereins. Als Anerkennung gab es am Mittwochmittag ein Glas Sekt für Trainer Kunst, Orangensaft für Lückenkemper und Blumensträuße für jeden der beiden. Danach tat Lückenkemper das, was sie neben dem Laufen ebenfalls gut kann: Sie lächelte mit den beiden Medaillen neben dem Gesicht in die Kameras und beantwortete Fragen aus dem Leben einer Leistungssportlerin.

Eigentlich wollte sie sich nach dem EM ein wenig Ruhe gönnen, doch das klappt nur bedingt. „Ich bin jetzt praktisch ständig auf Achse und genieße wirklich jeden freien Augenblick zu Hause in Soest. Aber es ist schon wirklich stressig zurzeit“, sagt sie. 

In dieser Woche stand kein Training auf dem Programm, schon in der nächsten Woche geht es aber wieder zum Training ins Bundesleistungszentrum in Kienbaum östlich von Berlin. Hier hatte sich Lückenkemper mit der Nationalmannschaft auch auf die EM vorbereitet. Mit der 4x100 Meter-Staffel sei das Ziel eine Olympia-Medaille. 

„Wenn das klappt, sind wir sieben glückliche Mädels“, sagte Lückenkemper. Auf der 200 Meter-Strecke trete sie in Rio ohne große Ambitionen an und wolle „einfach mal schauen, was so geht.“ 

Der Flieger nach Rio geht am 6. August, ihr erstes Rennen hat sie am 15. August. Gut möglich, dass sie da für die nächsten Geschichten sorgt, die sie beim nächsten Treffen mit den Journalisten im Konferenzraum des Dortmunder Hotels erzählen kann.

Sorgen um das Zika-Virus, wegen dem es einige Absagen für die Spiele gegeben hat, macht sie sich nicht. Einige Golfer beispielsweise verzichten wegen des Erregers auf einen Start. Für Lückenkemper ist das jedoch kein Thema. „Ich mache mir da keine großen Sorgen. Wenn das wirklich so gefährlich wäre, würde uns der Deutsche Olympische Sportbund da nicht hinfliegen lassen“, sagte sie. Außerdem bekämen die Athleten ständig Informationen über den Erreger sowie Insektenschutzmittel und Fliegengitter für die Fenster im Olympischen Dorf.

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