DEB-Team hat WM-Viertelfinale in eigener Hand

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Deutschland behauptet sich im wichtigen Spiel gegen die Weißrussen. Foto: Anatoly Maltsev

Auch ohne den verletzten NHL-Torjäger Tobi Rieder nimmt das deutsche Eishockey-Nationalteam Kurs auf das WM-Viertelfinale. Beim 5:2 gegen Weißrussland zeigt sich die DEB-Auswahl ungewohnt kaltschnäuzig. Ein übler Patzer von NHL-Keeper Thomas Greiss fällt nicht ins Gewicht.

St. Petersburg (dpa) - Das erste WM-Viertelfinale seit 2011 wird immer realistischer: Deutschlands Eishockey-Nationalteam hat beim 5:2 (3:0, 1:1, 1:1) gegen Weißrussland am Freitag den zweiten Turniersieg gefeiert.

Nach dem ersten WM-Erfolg gegen Weißrussland seit neun Jahren und dem erst zweiten überhaupt hat das Team von Bundestrainer Marco Sturm den Einzug in die K.o.-Runde in der eigenen Hand.

Patrick Reimer (5. Minute) und Brooks Macek (35.) mit ihrem jeweils dritten WM-Tor, sowie Leon Draisaitl (6.), Felix Schütz (11.) und Philip Gogulla (60.) bescherten Deutschland vor den noch ausstehenden Vorrundenspielen eine glänzende Ausgangsposition. "Wir haben heute den ersten Schritt gemacht", sagte Torjäger Reimer.

Für Weißrussland trafen nur Andrej Stepanow (28.) und Andrej Stas (50.) nach einem bösen Fehler von NHL-Keeper Thomas Greiss bei seinem WM-Debüt. Mit sieben Punkten sprang die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) vorerst auf Rang vier der Gruppe B in St. Petersburg. Möglicherweise reicht ein Sieg aus den Partien am Sonntag gegen die USA (15.15 Uhr) und am Montag gegen Außenseiter Ungarn (19.15 Uhr) zum Einzug in die K.o.-Runde.

"Mit der Leistung aus den letzten Spielen kann man sicherlich auch gegen die USA ein Wörtchen mitreden", sagte Reimer weiter. Ob NHL-Stürmer Tobias Rieder dabei noch mithelfen kann, ist unklar. Der Angreifer aus Arizona verletzte sich beim 2:5 am Donnerstag gegen Kanada am Bein und konnte gegen Weißrussland nicht spielen. Wie lange der schnelle Torjäger ausfällt, ist offiziell noch unklar.

Auch ohne ihren vermeintlich besten Stürmer überzeugte das deutsche Team am Freitag vor allem mit ihrer Kaltschnäuzigkeit. Zudem zeigte Greiss von den New York Islanders bis zu seinem Blackout im Schlussdrittel einen guten WM-Einstand. "Da habe ich zu viel überlegt, das war ein mentaler Fehler", meinte Greiss, der zehn Minuten vor dem Spielende den Puck unbedrängt über die Kelle ins eigene Tor rutschen gelassen hatte. Vor allem im Mitteldrittel hielt die neue Nummer eins, die nach einer überragenden NHL-Saison erst am Donnerstag zum Team gestoßen war, aber glänzend.

"Das ist bis jetzt das wichtigste Spiel in dem Turnier", hatte Bundestrainer Sturm zuvor gesagt. Entsprechend startete sein Team. Bereits der erste Schuss durch DEL-Topscorer Reimer landete im Netz. Für den Nürnberger war es das dritte Tor im dritten Spiel in Serie.

Keine 80 Sekunden später platzte auch beim NHL-Jungstar Draisaitl endlich der Knoten. Der bislang bei der WM enttäuschende Stürmer der Edmonton Oilers traf nach feinem Zuspiel des Berliners Marcel Noebels. Im Gegensatz zu früheren WM-Turnieren klappte die Chancenverwertung und auch das Überzahlspiel weiter hervorragend.

Bereits die erste Strafzeit der Osteuropäer nutzte der in Schweden bei Rögle BK aktive Felix Schütz zum 3:0. Angesichts des stürmischen Beginns seiner Vorderleute war Greiss im deutschen Tor zunächst lange beschäftigungslos. "Er hat eine gewisse Ausstrahlung. Er ist ein ganz ruhiger Typ. Das ist enorm wichtig für eine Vordermanschaft, dass sie weiß, dass hinten einer drin steht, der Ruhe ausstrahlt", hatte Sturm über den Nordamerika-Profi gesagt, der Timo Pielmeier ablöste.

Erst in Überzahl bezwang Stepanow von Dynamo Minsk den deutschen Keeper, der vor sechs Jahren bei Olympia in Vancouver noch ein bitteres Erlebnis gegen Weißrussland hatte. Beim 3:5 damals hielt der Füssener nur zwölf von 17 Torschüssen. Und auch diesmal patzte Greiss: Ein abgefälschter Befreiungsschlag der Weißrussen rutschte dem Keeper über den Schläger ins Netz. In den verbleibenden zehn Minuten zeigte Greiss aber wieder starke Paraden und rettete den Sieg. Gogulla traf noch ins leere weißrussische Tor zum Endstand.

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