Schalke-Wolfsburg

Grippe könnte Julian Draxler vor Schalke-Rückkehr bewahren

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Spielt Draxler gegen den FC Schalke oder nicht?

Gelsenkirchen/Wolfsburg - Eine Grippe könnte Julian Draxler vor einem Spießrutenlauf auf Schalke bewahren. Der 16-malige Nationalspieler nahm am Donnerstagnachmittag nicht am Mannschaftstraining des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg teil.

Von Nikolaj Stobbe

"Wir haben den Grippevirus in der Mannschaft. Wir müssen sehen, wer am Samstag zur Verfügung steht", sagte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking. Auf die Nachfrage, wer von den Spielern betroffen sei, sagte Hecking: "Julian Draxler zum Beispiel." 

Auch Christian Träsch zeigte Symptome. Andre Schürrles Einsatz ist wegen Problemen an den Adduktoren fraglich. Sollte Draxler doch auflaufen können, droht dem verlorenen Sohn nach eigener Einschätzung in der Heimat Ungemach.

Draxler-Rückkehr wird ungemütlich

"Ich bin auf das Schlimmste vorbereitet", sagte Draxler vor der Rückkehr: "Von den 60.000 werden 55.000 gegen mich sein." Er habe damals bei Manuel Neuer gesehen, wie eine solche Rückkehr verlaufen könne. "Ich weiß nicht, ob ich da meine Familie unbedingt ins Stadion mitnehmen muss", sagte Draxler. Klar sei, dass es wehtun werde.

"Ich bin ja auch nur ein Mensch", so Draxler. Offenbar will Draxler unbedingt gegen seinen alten Klub spielen, für den er 14 Jahre das Trikot trug. Er hätte schon beim 1:1 am Sonntag gegen den 1. FC Köln seine fünfte Gelbe Karte kassieren können, um den Spießrutenlauf zu vermeiden. 

"Ich kann nur hoffen, dass die Fans mit ihm fair umgehen. Es wäre schon gut, wenn er ein dickes Fell hat", sagte Nationalkeeper Manuel Neuer und fügte mit einem Schmunzeln an: "Wenn er viel in Bewegung ist, hört er die Fans nicht so." Viele Schalke-Fans haben ihrem Idol den Wechsel Anfang September nicht verziehen. 

In den sozialen Medien muss der Youngster nach wie vor heftige Anfeindungen ertragen. "Ähnlich wie bei Manuel Neuer werden ein paar Fans richtig sauer sein. Das wird richtig heiß für ihn werden", glaubt Schalkes Mittelfeldspieler Johannes Geis.

Pfiffe gegen Draxler erwartet

Schalkes Fan-Beauftragter Thomas Kirschner rechnet nicht mit Schlimmerem. "Sicher wird es Pfiffe geben, vielleicht ein Spruchband", sagte Kirschner dem kicker, "ich erwarte aber nichts Dramatisches." Schalkes Coach Andre Breitenreiter wollte die Bedeutung von Draxlers Rückkehr nicht so hoch hängen. "Hier spielt der FC Schalke gegen den VfL Wolfsburg und nicht gegen Julian Draxler", sagte der Trainer, meinte aber auch: "Es wird sicher kein leichtes Spiel für Julian. 

Er ist immer noch ein Schalker Jung." In Wolfsburg hat man kein Verständnis für die aufgeheizte Stimmung beim Gegner. "Ich fände es nicht fair, wenn ein Spieler, der sich nach wie vor Schalke verbunden fühlt, ausgepfiffen würde", sagte Manager Allofs den Wolfsburger Nachrichten.

Hoffnung auf Zusatz-Motivation bei Draxler

Trainer Dieter Hecking hofft auf eine Zusatzmotivation bei Draxler. "Vielleicht lösen die Aktionen der Fans bei ihm ja die Reaktion aus: Jetzt zeige ich es euch erst recht." Eine gute Vorstellung im eigenen Wohnzimmer würde Draxler sicherlich helfen. 

Bislang ist seine Bilanz in Wolfsburg bescheiden, trotz einer Rekordablöse von 35 Millionen Euro plus Bonuszahlungen. Zwar deutet der Nationalspieler sein Vermögen immer wieder mit besonderen Szenen oder Toren wie beim 1:1 gegen Köln an, zur echten Verstärkung ist der Junge aus dem Ruhrpott in der VW-Stadt aber noch nicht gereift. - sid

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