Da war mehr drin in der Europa League

Viele Chancen, aber kein Tor: Schalke vergibt Sieg gegen Donezk

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Younes Belhanda (unten) vergab in der ersten Halbzeit die große Chance zur Schalker Führung.

Lwiw -  Da war mehr drin: Trotz allerbester Chancen reichte es für den FC Schalke 04 im Zwischenrunden-Hinspiel der Europa League in Lwiw gegen Schachtjor Donezk nur zu einem torlosen Remis. Damit stehen die Chancen für den Einzug ins Achtelfinale der Europa League am kommenden Donnerstag in Gelsenkirchen (19 Uhr) zwar gut, doch verpassten es die Blauweißen in der Ukraine, für eine Vorentscheidung zu sorgen.

Schalkes Trainer André Breitenreiter überraschte in Donezk mit einer personellen Veränderung in der Offensive. Nachdem der bislang so enttäuschende Franco Di Santo erst gar mit in die Ukraine gereist war, musste Klaas-Jan Huntelaar zunächst auf der Bank Platz nehmen. Ein ungewohntes Gefühl für den Niederländer, der ansonsten zum Inventar der Schalker Startelf gehört. Für Huntelaar ins Sturmzentrum war Eric Maxim Choupo-Moting gerückt. Leroy Sané und Max Meyer besetzten die Außenpositionen, während Neuzugang Younes Belhanda die zentrale Position im offensiven Mittelfeld übernahm. In dieser taktischen Formation hatte Breitenreiter bislang noch nie ein Spiel begonnen.

„Es wird kein Selbstläufer“, hatte Schalkes Coach zudem geunkt – und behielt damit recht. Obwohl Schachtjor noch mitten in der Winterpause steckt (Saisonstart erst am 5. März), zeigten sich die Ukrainer aufgeweckt und bissig. Auch der Umstand, dass das Team vom rumänischen Trainer-Urgestein Mircea Lucescu auf zwei brasilianische Schlüsselspieler der Hinrunde verzichten musste, wurde nicht unbedingt deutlich: Teixeira hatte Donezk für gut 50 Millionen Ablösesumme in diesem Winter in Richtung China verlassen. Und sein Landsmann Fred ist wegen eines Dopingsvergehen noch bis Ende Juni für sämtliche Wettbewerbe gesperrt.

Schalker Partie gegen Donezk endet torlos

Dennoch hätten die Schalker in Führung gehen können, vielleicht sogar müssen. In der 14. Minute offenbarte sich Belhanda nach schöner Schalker Angriffsaktion eine Riesenchance zur Führung: Doch der Franzose mit marokkanischen Wurzeln fackelte bei seinem Schuss, den Schachtjors Altstar Dario Srna noch von der Linie kratzen konnte.

Danach waren es mehr und mehr die Gastgeber, die den Ton angaben – unterstützt von einem impulsiven und extrem lauten Publikum. In der 23. Minute musste Fährmann so ziemlich alles zeigen, was er kann, als er den Schuss von Olexandr Gladkiy abwehrte. Sechs Minuten später war es Viktor Kovalenko, der aus spitzem Winkel leicht verzog. Dafür hatte auf der Gegenseite Roman Neustädter per Kopf die Riesenchance zur Führung, doch visierte er nach der Ecke von Johannes Geis direkt Schachtjor-Keeper Andriy Pyatov an.

Im zweiten Durchgang hätten die Schalker dann eigentlich alles ganz schnell klar machen müssen. Doch die Blau-Weißen vergaben gleich drei Chancen in Folge in allerbester Position und scheiterten jeweils an Pyatov: Zunächst Sané per Kopf (48.), danach Belhanda freistehend nach Pass von Leon Goretzka (61.) und schließlich Meyer aus dem Gewühl (64.). Als der Ball nach einem Kopfball von Joel Matip schließlich doch im Netz landete (68.), entschied Schiedsrichter Hüseyin Göcek auf Foulspiel. Belhanda blieb weiter glücklos, und als Geis in der 76. Minute auch noch einen indirekten Freistoß wegen verbotener Rückgabe auf den Torwart aus sechs Metern in die Mauer schoss, verzweifelten die 1400 mitgereisten Schalker Fans, deren Team nach Gelb-Rot gegen Kucher (86.) am Ende in Überzahl war.

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