Schalke vergibt beim 0:0 in Frankfurt erneut Sprung nach oben

Frankfurts Haris Seferovic (rechts) im Duell mit Schalkes Sead Kolasinac.
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Frankfurts Haris Seferovic (rechts) im Duell mit Schalkes Sead Kolasinac.

Frankfurt - In der Schluss-Viertelstunde konnte man André Breitenreiter auf der Trainerbank immer wieder dabei beobachten, wie er lamentierte und dem Rest des Trainerstabes in aufgebrachter Stimmung kleine Vorträge hielt. Schalkes Cheftrainer hatte ganz offensichtlich nicht die beste Laune. Was aber auch kein Wunder war. 

Denn die Schalker mussten beim 0:0 bei Eintracht Frankfurt den nächsten Rückschlag verkraften. Nach der 0:3-Pleite gegen Schachtjor Donezkam Donnerstag und dem damit verbundenen frühzeitigen Aus in der Europa League gab es bei den Hessen die nächste Enttäuschung. Womit die Königsblauen zum wiederholten Male die Riesenchance ausließen, die Patzer der Konkurrenz zu nutzen und in der Tabelle auf einen der angestrebten Plätze zu klettern.

Statt durch einen Sieg auf Platz vier zu springen, bleiben die Schalker Tabellen-Siebter – und damit außerhalb der Ränge, die zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb qualifizieren. „Das war bestimmt kein schönes Spiel“, sagte Breitenreiter: „Für uns ging es heute darum, Stabilität zu zeigen. Das haben wir in der Defensive geschafft.“

Schalke kommt in Frankfurt nicht über ein 0:0 hinaus

Erschreckend schwach präsentierten sich die Schalker dagegen erneut in der Offensive, von der mal wieder so gut wie keine Gefahr ausging. Ganze zwei Schüsse aufs Frankfurter Tor gaben die Schalker ab, sieben Mal setzen sie ingesamt zum Torschuss ab – viel zu wenig für eine Mannschaft mit internationalen Ambitionen. Erneut glücklos blieb dabei auch Klaas-Jan Huntelaar, der nach 75 Minuten mit langem Gesicht vom Platz schlich, als in Breitenreiter auswechselte.

Während die Königsblauen nach dem fünften Pflichtspiel ohne Sieg um die Qualifikation für den internationalen Fußball bangen müssen, geht auch am Main die Angst um. Drei Punkte aus den vergangenen fünf Partien – die Frankfurter liegen auch wegen der punktenden Konkurrenz weiter nur zwei Zähler vor dem Relegationsrang 16.

Die Formschwäche beider Teams wurde über weite Strecken fast bilderbuchartig deutlich. In einem selten höhepunktarmen Erstliga-Kick bekamen die Zuschauer nur ein Minimum an Qualität zu sehen, von gefälligen Kombinationen ganz zu schweigen. In den gesamten ersten 45 Minuten sorgte allein ein Kopfball von Marco Russ an die Latte (24. Minute) für Gefahr – das war’s. Ansonsten: Unzulänglichkeiten und Fehler en masse auf beiden Seiten, dazu blanke Mutlosigkeit. Spielerische Glanzpunkte blieben völlig aus.

In einer strukturarmen Partie waren die abstiegsgefährdeten Frankfurter noch etwas aktiver, obwohl auch bei den Profis des in die Kritik geratenen Trainers Armin Veh die Verunsicherung immer wieder zu spüren war. Zur einzigen Chance in Halbzeit eins musste fast zwangsläufig eine Standardsituation herhalten: Nach einem Freistoß von Szabolcs Huszti beförderte Russ den Ball an den Pfosten.

Auf Jung-Nationalspieler Leroy Sané hatte der zu Saisonbeginn auf Schalke noch gefeierte Breitenreiter in der Startelf überraschenderweiseverzichtet. Erst nach 66 Minuten wurde der 20-Jährige eingewechselt, kurz zuvor war bereits der gleichaltrige Max Meyer in die Partie gekommen. Wirklich besser wurde das Schalker Spiel aber auch mit den beiden Youngstern nicht. Eine gute Chance gab’s immerhin doch noch durch Pierre Emile Højbjerg (85.) – aber auch die führte nicht zum Erfolg. - WA

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