Nur Sieg gegen Wolfsburg sorgt auf Schalke für Ruhe

+
Von Trainer André Breitenreiter kritisiert: Schalkes Neuzugang Younes Belhanda.

Gelsenkirchen - André Breitenreiter macht kein Hehl daraus, dass die Turbulenzen der Vorwoche nicht spurlos an ihm vorübergegangen waren. Die öffentlich geworden Kritik an seiner Person hatte selbst für Schalker Verhältnisse für enormen Aufruhr gesorgt.

Die Wogen glätteten sich erst nach dem 2:0-Auswärtssieg bei Darmstadt 98 am vergangenen Wochenende. Weshalb Breitenreiter die zurückliegenden Tage so beschreibt: „Gefühlt hatten wir Urlaub.“ 

Nur Erfolg bringt Ruhe rein

Die Frage wird sein, wie lange diese Phase im maßlos nervösen Schalke anhalten wird. Breitenreiter ahnt, dass es nur ein wirksames Beruhigungsmittel für diesen Klub gibt: eine konstant verabreichte Dosis Erfolg.

Der „Dreier“ in Darmstadt hatte wie ein hoch effektiver Tranquilizer gewirkt. Doch ein erneuter Rückschlag am Samstag in der Heim-Partie gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr) könnte das zentrale Nervensystem dieses Vereins wieder völlig aus dem Gleichgewicht bringen.

Breitenreiter weiß um die Schwere der Aufgabe und lässt sich auch nicht durch die kleine Negativ-Serie, die die Wolfsburger derzeit durchleben, täuschen: „Der VfL hat eine exzellente Mannschaft und ist ein sehr gut geführter Verein. Sie durchleben gerade eine Phase, die wohl jeder mal durchmacht. Aber sie behalten die Ruhe“, sagt der Schalker Coach. 

Und es scheint ein wenig Neid durchzuklingen, wenn Breitenreiter die offenbare Besonnenheit der „Wölfe“ unterstreicht. Obwohl diese seit sechs Spielen nicht gewonnen haben, ist von großer Unruhe in der selbsternannten Autostadt nicht viel zu spüren. Auf Schalke wäre das wohl nicht so.

Sieg wäre Schritt in Richtung internationale Plätze

Gleichzeitig ahnt Breitenreiter, dass die Sieglos-Serie der Wolfsburger bald enden dürfte. Und da der Werksklub aktuell nur drei Zähler hinter den Schalkern liegt, wäre ein Erfolg über den VfL ein Riesenschritt in Richtung internationale Plätze.

Zumal auch die Aussichten nicht schlecht stehen, dass die vor den Schalkern liegenden Teams von Bayer Leverkusen (gegen Bayern München) und Hertha BSC (gegen Borussia Dortmund) an diesem Wochenende Federn lassen könnten. 

Eine Niederlage der Blauweißen könnte andererseits wieder äußerst dunkle Wolken über dem Berger Feld aufziehen lassen. Denn bereits am ersten Rückrunden-Spieltag hatten die Schalker durch die Heim-Pleite gegen Werder Bremen die Riesenchance ausgelassen, der patzenden Konkurrenz auf den Leib zu rücken. 

Sollte eine ähnliche Gelegenheit nochmals und dann auch noch erneut vor eigenem Publikum ausgelassen werden, dürfte der Schalker Pulsschlag neue Spitzenwerte erreichen. 

Tasci-Verpflichtung scheiterte

Breitenreiter wird in der Rückrunde im Großen und Ganzen mit dem Kader auskommen müssen, der ihm auch in der Hinrunde zur Verfügung stand. Die erhoffte Verpflichtung von Serdar Tasci scheiterte, da sich der Nationalspieler für den FC Bayern München entschied.

„Wir wollten nicht in Aktionismus verfallen“, sagt Breitenreiter: „Das Gesamtpaket hat letztlich nicht gestimmt, und wir wollten nicht auf alle Forderungen der abgebenden Vereine eingehen.“ Auf der Innenverteidiger-Position vertraue er nun auf die jungen Spieler wie Thilo Kehrer oder Marvin Friedrich.

Neuzugang Alessandro Schöpf mit starkem Einsatz

Zudem traut der Schalker Coach den vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg verpflichteten Alessandro Schöpf einiges zu. „Schöpfi hat in den drei Minuten Einsatzzeit in Darmstadt soviel gezeigt, wie andere in 90 Minuten nicht“, sagt Breitenreiter: „Er macht sich sehr gut. Er hat eine saubere Einstellung und einen guten Charakter.“ 

Schelte gab es dagegen für den zweiten Neuzugang Younes Belhanda. Der Tunesier habe nach Aussage von Breitenreiter am Anfang „gute Ansätze gezeigt, was in den letzten beiden Wochen aber nicht mehr der Fall war“. Die Einschätzung habe Breitenreiter dem offensiven Mittelfeldspieler auch in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt.

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare