Der Nächste, bitte? Weinzierl auf Schalke eingeführt

+

Gelsenkirchen - Es ist nicht immer von Vorteil, prominent zu sein, erst recht nicht, wenn ein Teil dieser Berühmtheit daher rührt, der neue Trainer des FC Schalke 04 zu sein. So fing sich Markus Weinzierl in den vergangenen Tagen einen Korb, als er ein Haus für sich und seine Familie mieten wollte.

„Ich habe schon eine Absage bekommen, weil der Vermieter einen langfristigen Mieter haben wollte“, erzählt Weinzierl und lacht. Da war die Referenz, Übungsleiter des FC Schalke 04 zu sein, nicht besonders förderlich.

Denn die Fluktuation auf dieser Position war in den vergangenen Jahren enorm. Huub Stevens war der letzte Trainer, der seinen Vertrag in diesem Verein erfüllt hat – während seiner ersten Amtsperiode von 1996 bis 2002. Zuletzt war in Gelsenkirchen André Breitenreiter nach nur einem Jahr einigermaßen kolossal gescheitert, nachdem er bei seiner Vorstellung noch felsenfest davon überzeugt gewesen war, „genau der richtige“ Trainer für diesen Verein zu sein.

So grüßte am Mittwoch ein wenig das Murmeltier, als die Schalker mal wieder einen neuen Übungsleiter präsentierten. Als der neue Manager Christian Heidel seinen Wunschtrainer in den Pressekonferenzraum im Bauch der Schalker Arena führte, wartete eine gewaltige Medienschar auf den neuen Hoffnungsträger. Heidel hatte Weinzierl beim FC Augsburg für eine kolportierte Ablösesumme von etwas über drei Millionen Euro losgeeist. In der festen Überzeugung, „den bestmöglichen Trainer für Schalke gefunden zu haben“.

Bayer Weinzierl gibt sich optimistisch

Dies wird der 41-jährige Niederbayer in den kommenden Monaten beweisen müssen. Als „positiv denkender Mensch“ geht Weinzierl die Aufgabe auf alle Fälle optimistisch an. „Ich sehe das als Riesenherausforderung“, so Weinzierl, der bereits ein Jahr zuvor mit den Schalkern verhandelt hatte. „Damals habe ich es aber nicht als richtigen Moment empfunden, die Augsburger Mannschaft zu verlassen“, sagt Weinzierl, der erst im April 2015 seinen Vertrag bei den Schwaben verlängert hatte. Nun sehe die Angelegenheit anders aus: „Ich habe mit dem FCA alles erreicht, was man erreichen kann. Und jetzt ist es ein guter Zeitpunkt, den Kader hier in Schalke zu übernehmen.“

Tatsächlich bietet sich in diesem Sommer die reelle Chance auf einen Neustart in Gelsenkirchen. Mit Heidel und Weinzierl ist die sportliche Führung des Klubs komplett ausgetauscht worden. Den vorhandenen Spielerkader hält Weinzierl für qualitativ ansprechend. „Ich habe in der Mannschaft gute Ansätze in der vergangenen Saison gesehen, ich sehe die Qualität nicht als schlecht an.“ Allerdings fehle dem jungen Schalker Team noch der eine oder andere erfahrene Spieler. Diese Akteure sollen in den kommenden Wochen noch verpflichtet werden. „Man braucht eine Achse, die das Spiel stabilisiert“, sagt Weinzierl. Mit der Verpflichtung des 33-jährigen Abwehrroutiniers Naldo habe man bereits den ersten wichtigen Schritt gemacht.

"Erstmal abwarten, wie der Kader aussieht“

Hinsichtlich seiner Zielsetzungen hält sich Weinzierl, der seine beiden Co-Trainer und einen Athletiktrainer aus Augsburg mitbringt, noch zurück. „Wir müssen erst einmal abwarten, wie der Kader aussieht.“ Allerdings stehe fest: „Alles außer Bayern München muss für Schalke in Reichweite sein.“ Dafür sieht sich der 41-Jährige in seinem neuen Job gewappnet, auch wenn er „schon Respekt“ vor der kommenden Aufgabe habe. Aber: „Ich habe mich lange darauf vorbereitet.“

Dennoch wird Markus Weinzierl dafür noch einige Zeit brauchen. Ein neues Zuhause zu finden, dürfte für ihn dagegen die geringste Herausforderung sein.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare