Königsblau will Kredit zurückgewinnen

Schalke-Krise: Chelsea als Chance?

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Schalkes Julian Draxler (l.) und Chelseas Cesar Azpilicueta (r.) im Zweikampf (Archivbild vom 06.10.2013).

London - Der Champions-League-Knaller beim FC Chelsea kommt für Schalke womöglich gerade recht. Niemand erwartet derzeit einen Sieg. Eine Chance für die Keller-Elf, einen Schritt aus der Krise zu tun.

Die Erwartungen sind niedrig, doch alle beschwören die Chancen auf eine positive Überraschung. Nach dem Fehlstart in der Fußball-Bundesliga will der angeknockte FC Schalke 04 den Champions-League-Kracher beim FC Chelsea dazu nutzen, enger zusammenzurücken und einen Schritt aus der Krise zu tun. „Es gibt mit Sicherheit viele, die nicht an uns glauben. Es wird ein ähnliches Spiel wie gegen die Bayern. Wir müssen fighten, fighten, fighten“, forderte Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting vor dem Gastspiel beim englischen Topclub FC Chelsea an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/Sky).

Sogar Sky-Experte Franz Beckenbauer sieht in der Partie beim Tabellenführer der Premier League für die Königsblauen eine Möglichkeit zur Trendwende. „Das sind so Spiele, in denen man sich wieder rausziehen kann“, sagte der „Kaiser“. „In der Champions League haben wir es eigentlich immer geschafft, gute Leistungen anzuliefern, auch wenn es in der Liga nicht so gut lief“, betonte auch Benedikt Höwedes. „Wir sind in Chelsea nicht gefordert, das Spiel zum machen. Das könnte ein Vorteil sein.“

Der Schalker Kapitän flog allerdings am Dienstag nicht mit dem Team von Düsseldorf ab. „Höwedes mit Hüftbeuger-Teilanriss der Sehne vorerst nicht mit nach London“, teilte der Fußball-Bundesligist über Twitter mit. Die Blessur hatte er sich am Samstag beim blamablen 1:4 im Ligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach zugezogen. Nach einer Untersuchung bei Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München fiel die Entscheidung, dass Höwedes nicht nach London nachfliegt und stattdessen die nächsten Spiele pausiert.

Mit dem Ausfall von Höwedes verschlechtert sich im ersten Gruppenspiel der Königsklasse die bedenkliche Personalsituation der Schalker weiter. Ohnehin hat der in der Kritik stehende Trainer Jens Keller die verletzten Abwehrspieler Joel Matip, Felipe Santana, Atsuto Uchida und Sead Kolasinac nicht zur Verfügung. Zumindest Jan Kirchhoff ist nach auskurierter Sehnenverletzung wieder eine Option. Gleichwohl ist das Fehlen von Höwedes fatal: In Kaan Ayhan (19 Jahre) und U19-Europameister Marvin Friedrich (18) stünden nur zwei gelernte Innenverteidiger zur Verfügung, um das Starensemble von José Mourinho zu stoppen.

„Es hilf kein Jammern und kein Klagen. Das ist der falsche Weg, wir müssen jetzt da durch“, sagte Manager Horst Heldt. Es gelte nun, die zur Verfügung stehenden Spieler gut einzustellen. „Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, dass wir wieder in die Spur kommen.“

Immerhin werden Klaas-Jan Huntelaar und Julian Draxler, die in Mönchengladbach erst in der zweiten Hälfte eingewechselt wurden, wohl wieder in die Startelf rücken. Auch Max Meyer ist nach überstandenem Infekt einen Schritt weiter. „Jedes Spiel ist neu“, beschwor Huntelaar die vage Hoffnung auf Besserung. Torhüter Ralf Fährmann - schon immer ein Fan der „Blues“ - sieht die Chance, die letzten Eindrücke „zu korrigieren“.

Nach dem blamablen Pokal-Aus in Dresden und nur einem Punkt aus den ersten drei Bundesliga-Spielen sehnt sich der Revierclub nach dem ersten Pflichtspiel-Erfolg der neuen Saison. Dass dieser beim FC Chelsea gelingt, der mit vier Siegen grandios in die Saison auf der Insel startete, ist recht unwahrscheinlich. Das Mourinho-Team ist gespickt mit Topstars und mit den neu verpflichteten Spaniern Diego Costa und Cesc Fabregas sowie „Altmeister“ Didier Drogba eher noch stärker als in der Vorsaison - und da verlor Schalke bereits beide Gruppenpartien gegen die „Blues“ mit 0:3. Von den bisher vier Vergleichen mit Chelsea unterlag Schalke dreimal, spielte einmal 0:0.

dpa

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