147. Duell steht an

Vor Revierderby: Schalke und BVB gehen am Stock

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Polizisten trennen die Fanlager des FC Schalke 04 (l.) und Borussia Dortmund (r.).

Gelsenkirchen/Dortmund - Von Verletzungen gebeutelt kämpfen Schalke 04 und Borussia Dortmund im 145. Revierderby um den Anschluss an die Spitzenplätze der Bundesliga.

Stotter-Start in die Saison, eine lange Verletztenliste, aber dennoch reichlich Emotionen vor dem wichtigsten Spiel des Jahres: Schalke 04 und Borussia Dortmund gehen hochmotiviert, aber mit einigen Problemen ins 145. Revierderby. „Wer hat die stärkere Bank?“ lautete die meist diskutierte Frage an den Biertischen. Denn Königsblau muss am Samstag (15.30 Uhr/Sky) auf acht, Schwarz-Gelb auf sieben Akteure verzichten.

„Egal, wer auf dem Platz stehen wird: Alle werden heiß sein. So ein Derby setzt immer besondere Kräfte frei“, glaubt Schalkes Trainer Jens Keller. Nach dem ersten Saisonsieg bei Werder Bremen (3:0) kann der ewig diskutierte Coach erst einmal durchatmen. „Der Sieg sollte jedem Spieler neues Selbstvertrauen gegeben haben“, hofft er.

Appelle, Durchhalteparolen und die Hoffnung auf eine Trendwende prägen die Stimmung in beiden Lagern. Zumal in der nächsten Woche die Auftritte in der Champions League auf dem Programm stehen. Schalke erwartet am Dienstag NK Maribor, während der BVB am Mittwoch beim RSC Anderlecht antreten muss.

Doch zunächst steht die Bundesliga im Fokus. „Wir stehen in der Tabelle noch nicht gut da, wir haben zu wenig Punkte“, erklärte Keller und sprach vermutlich auch seinem Dortmunder Kollegen Jürgen Klopp aus der Seele. Die Borussen haben nur zwei Zähler mehr auf dem Konto als der Erzrivale (5 Punkte).

Eine weitere Niederlage würde auch in Dortmund größere Unruhe auslösen, nicht nur weil Schalke vorbeiziehen würde. Denn Bayern München oder auch Bayer Leverkusen könnten ihren Vorsprung nach sechs Spieltagen schon auf sieben bzw. sechs Zähler ausbauen.

Zumindest Keller und Heldt sind sich einig: „Einen Favoriten gibt es am Samstag nicht.“ Wenngleich beim BVB in Weltmeister Matthias Ginter, Erik Durm und vermutlich Ciro Immobile die klangvolleren Namen auf der Reservebank sitzen. „Gute Verstärkungen und gute Qualität“, bestätigt Keller den Borussen und verrät Respekt. Man wolle dem BVB nicht ins offene Messer laufen, so der Schalke-Coach.

Denn abgesehen vom Auftritt in Bremen geriet seine Truppe in jedem Spiel in Rückstand. Von den Abwehrschwächen des BVB, der bereits neun Gegentore - allein viermal zwei Treffer - kassierte, wollen sich die Schalker nicht blenden lassen. Denn mit der erwarteten Rückkehr von Weltmeister Mats Hummels wird eine eingespielte Defensive auf dem Platz der ausverkauften Arena stehen.

Die lange Verletztenliste lässt auch BVB-Coach Klopp nicht als Entschuldigung gelten: „Wir müssen und werden mit der Situation umgehen.“ Auch er weiß, dass ein Derbysieg einige Knoten lösen, seine Mannschaft schneller ihren Rhythmus finden könnte.

Ohnehin ist für Heldt das Derby mehr als nur ein Stimmungsbarometer: „Es ist das größte Derby in Deutschland und gehört in Europa zu den Top drei.“ So hoffen die Verantwortlichen in beiden Klubs auf ein erneut friedliches Treffen der Nachbarn, nachdem die Begegnung vor einem Jahr auf Schalke für reichlich Negativschlagzeilen sorgte, aber die Begegnung in Dortmund im Frühjahr ohne größere Zwischenfälle blieb.

SID

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