Interview mit Schalke-Sportdirektor

Ist "peinlich" das richtige Wort, Herr Heldt?

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Horst Heldt.

München - Nach der 1:5-Pleite gegen den FC Bayern war Schalke-Sportdirektor Horst Heldt natürlich bedient: das Interview.

Horst Heldt, ist peinlich das richtige Attribut für den Auftritt Ihrer Mannschaft in München?

Horst Heldt (44/Sportdirektor Schalke 04): Da reicht nicht nur ein Wort, aber peinlich ist sicher ein gutes Wort, was man in diesem Zusammenhang benutzen kann.

Wie kommt drei Tage nach dem 1:6 gegen Real erneut so eine Pleite zustande?

Heldt: Wir haben zu wenig Spieler auf dem Platz gehabt, die sich gewehrt haben. Wir waren mutlos. Nach zweieinhalb Minuten haben wir den ersten Nackenschlag bekommen. Da gingen die Köpfe nach unten. Da wollte keiner mehr den Ball haben, wir haben nicht im Verbund agiert und haben uns unserem Schicksal ergeben. Dann ist es gegen den FC Bayern einfach nicht mehr zu regeln.

Wie bewerten Sie die zweite Hälfte?

Heldt: In der zweiten Halbzeit war es ein wenig besser, aber das macht es auch nicht besser. Es macht die ganze Woche nicht besser. Es war eine bittere Woche, die richtig weh tut. Elf Gegentore in zwei Spielen - das ist erst einmal ein Fakt.

Sie hatten schon nach dem Real-Spiel die Führungsspieler kritisiert. Wie beurteilen Sie deren Leistung nun gegen die Bayern?

Heldt: Ich glaube, dass ich diesmal keinen herausarbeiten muss, bis auf Ralf (Fährmann, d. Red.), der was gezeigt hat. Ob jung, ob alt, alle, die auf dem Feld gestanden haben, die haben nichts gebracht.

Was bleibt nach zwei solchen Niederlagen hängen?

Heldt: Das werden wir beratschlagen, wie wir die Woche angehen. Es ist natürlich alles andere als hilfreich, dass die Hälfte der Spieler nicht da ist. Am Donnerstag kommen wir alle wieder zusammen und dann müssen wir sehen, wie wir bis Samstag das hinkriegen.

Kann man sich so eine Leistung als Verantwortlicher gefallen lassen oder ist man da machtlos?

Heldt: Ich kann die Spieler ja nicht abmelden. Uns fällt mit Sicherheit etwas ein, ratlos sind wir auch nicht. Wir haben jetzt eine bittere Woche hinter uns, aber trotzdem sind unsere Ziele ja noch möglich. Wir werden ein gesundes Maß finden zwischen dem, was in dieser Woche stattgefunden hat - das bleibt mit Sicherheit auch in Erinnerung - und der neuen Saison. Da wird es auch Entscheidungen geben. Es zählt erst mal, mit wem wir in die nächsten Spiele gehen.

Sie wollen nach außen also kein Zeichen setzen?

Heldt: Wir werden versuchen, das Richtige zu machen und nichts populistisches. Am Ende kann man jeden Spieler greifen. Der Zeitpunkt kommt - auch wenn es nicht morgen oder übermorgen ist. Als Verein sitzt man immer am längeren Hebel.

Wie meinen Sie das?

Heldt: So, wie ich es gesagt habe. Das lasse ich jetzt einfach mal so im Raum stehen.

Gibt es auch in Richtung Trainer irgendwelche Erkenntnisse?

Heldt: Wir haben nicht funktioniert. Da muss sich jeder Spieler hinterfragen. Aber wenn wir jetzt in Alibis gehen, dann ist es schon mal der nächste falsche Schritt.

aufgezeichnet in der Mixed Zone von Thomas Niklaus (SID)

 

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