Kampf um die Champions League-Plätze

Nach 1:2-Niederlage hat Schalke den FSV Mainz im Nacken

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Younes Belhanda erzielte zwar seinen ersten Bundesliga-Treffer - der FC Schalke unterlag trotzdem in Mainz.

Mainz - Der Jubel der 30.107 Besucher in der Mainzer Arena bei Abpfiff war bemerkenswert laut. Weder die Anhänger noch die Spieler von Mainz 05 konnten ihr Glück so richtig fassen. Die Reinhessen hatten den FC Schalke 04 tatsächlich mit 2:1 besiegt stehen nun punktgleich (33) mit dem Ruhrgebietsklub im vorderen Drittel der Bundesligatabelle.

Während die Mainzer feierten, gingen die Schalker mit gesenkten Häuptern und in dem Wissen vom Feld, dass sie nicht genug in diese Partie investiert hatten und dass sie letztlich der verdiente Verlierer waren. „Die Mainzer haben unglaublich gekämpft. Sie haben das über 90 Minuten lang besser gemacht als wie“, gab Schalke-Keeper Ralf Fährmann zu. Und der Ex-Mainzer Johannes Geis meinte: „Ein paar Details haben heute nicht gestimmt. Mainz war einfach gut eingestellt.“

Neben der sportlichen Auseinandersetzung der beiden Mannschaften hatte auch die Personalie Christian Heidel bei dieser Partie eine große Brisanz. Der Mainzer Manager soll spätestens im Sommer Nachfolger von Schalkes-Sportvorstand Horst Heldt werden. Allerdings verweigert Heidel seit Wochen eine Bestätigung seines überaus wahrscheinlichen Wechsels nach Gelsenkirchen. Zumindest verriet er vor der Begegnung, dass die notwendigen Voraussetzungen weder auf Mainzer noch auf Schalker Seite bislang gegeben sind. „Wenn ich wechsele, dann muss auf beiden Seiten alles 100-prozentig geklärt sein“, sagte Heidel. In Schalke muss der Aufsichtsrat der Verpflichtung noch mit Zweidrittel-Mehrheit zustimmen, worauf wohl auch Heidel schon seit Wochen wartet und mittlerweile auch schon leicht genervt wirkt.

Und so unentschlossen sich die Schalker außerhalb des Platzes zeigen, so fragil traten sie anfänglich auch bei den Rheinhessen auf. Und sie hatten Glück, dass sie nicht bereits in der Anfangsphase in Rückstand gerieten. Nach zwei Minuten leistete sich Joel Matip einen gravierenden technischen Fehler, der Jairo Samperio zu einem Torschuss einlud. Und auch Mainz-Angreifer Córdoba hatte vier Minuten später bereits die Führung auf dem Fuß, allerdings parierte Schalkes Torhüter Ralf Fährmann in letzter Sekunde. Die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter benötigte rund zehn Minuten, bis sie ihre unerklärliche Nervosität ablegte und ihnen ein einigermaßen ansehnliches Aufbauspiel gelang. Torgefahr entwickelten die Schalker dabei allerdings gut wie gar nicht, außer sie kam durch eine Standardsituation vor das Mainzer Tor. Aber auch dort fehlte letztlich der nötige Wille und die Präzision, den Ball über die Torlinie zu drücken.

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FC Schalke verliert gegen FSV Mainz

Auch die Mainzer wirkten bei ihren Angriffen nicht gerade übermäßig zielstrebig, dennoch gelang ihnen die Führung. Einen Eckball konnte Roman Neustädter nur unzureichend aus dem Strafraum köpfen, Mainz-Verteidiger Gaetan Bussmann verwandelte nach 33 Minuten von der Strafraumgrenze per Direktabnahme zum 1:0. Im Anschluss hatten die Schalker zunächst keine Lösungen mehr zu bieten.

Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff versuchte es der Ruhrgebietsklub dann mit einer Überfalltaktik, die überraschend erfolgreich war. Younes Belhanda traf nach 46 Minuten zum Ausgleich, nachdem Verteidiger Stefan Bell zuvor bereits einen Schuss von Max Meyer auf der Torlinie gerettet hatte. In der Folge entwickelte sich ein hektisches Spiel, in dem sich beide Teams viele Abspielfehler leisteten, aber Mainz sich dennoch Vorteile erspielte. Julian Baumgartlinger erzielte nach 79 Minuten per Kopf das letztlich verdiente 2:1, dass die Mainzer dann ohne große Mühe über die Zeit retteten. - Jörg Strohschein

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