Teurer Sieg gegen FCA

Draxler-Verletzung trübt Schalker Aufschwung

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Julian Draxler verletzte sich in der Partie gegen den FC Augsburg und wird Schalke wohl die gesamte Hinrunde fehlen.

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat den dritten Sieg unter Neu-Trainer di Matteo teuer bezahlen müssen. Hoffnungsträger Julian Draxler wird den Königsblauen wohl die gesamte Hinrunde fehlen.

Torgarant Klaas-Jan Huntelaar hat Schalke 04 trotz einer erneut wenig berauschenden Vorstellung in die obere Tabellenhälfte der Fußball-Bundesliga geschossen. Die Freude über das 1:0 (1:0) gegen den FC Augsburg wurde am Freitag allerdings durch die schwere Oberschenkelblessur von Julian Draxler getrübt, der laut Schalkes Sportvorstand Horst Heldt in der Hinrunde keine Rolle mehr spielen wird. Der Weltmeister verletzte sich nach wenigen Sekunden.

Huntelaar sorgte in der 37. Minute zumindest für eine gelungene Generalprobe für das Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Sporting Lissabon. Durch den dritten Heimsieg nacheinander zog Schalke an den Augsburgern vorbei, die auch ihr viertes Gastspiel bei den Königsblauen verloren und ihre Schwäche auf fremden Plätzen mit der vierten Auswärtspleite in Serie fortsetzten.

„Heute war ein Arbeitssieg, dann ist es schön, wenn man drei Punkte macht. Das 1:0 reicht, aber wir müssen das noch besser ausspielen, dann machen wir noch ein, zwei Tore. So kriegen war fast noch das 1:1“, sagte Huntelaar im TV-Sender Sky. „Unter dem neuen Trainer sind wir relativ erfolgreich, damit können wir zufrieden sein. Wie wir aufgetreten sind, da haben wir noch Luft oben“, erklärte Kapitän Benedikt Höwedes.

Der Spielplan von Schalkes Trainer Roberto Di Matteo war schon kurz nach Anpfiff über den Haufen geworfen. Nach einem Zweikampf mit Verhaegh und einem Ausfallschritt fasste sich Draxler an den rechten hinteren Oberschenkel. Der Weltmeister musste gestützt von Betreuern mit aufgerissenem Trikot den Platz verlassen und wurde durch Chinedu Obasi ersetzt. Nach einer Untersuchung im Krankenhaus war klar, dass Draxler nicht nur in Lissabon und für das EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar am 14. November sowie das Länderspiel in Spanien vier Tage ausfällt. Der Offensivspieler ist Schalkes achter Ausfall.

Die Gastgeber brauchten vor 60 954 Zuschauern eine ganze Weile, um sich neu zu sortieren. Die Augsburger, bei denen Tobias Werner nach seiner Sperre zurückkehrte, waren in einer mäßigen Partie anfangs die aktivere und auch gefährlichere Mannschaft. Alexander Esswein nahm eine Eingabe von Abdul Rahman Baba frei vor dem Tor direkt, setzte den Ball aber vorbei (13.). Bei einem vielversprechenden Konter wartete Dominik Kohr zu lange mit dem Abschluss (33.).

Augsburgs Kapitän Paul Verhaegh trauerte vergebenen Chancen nach: „Wir waren klar die bessere Mannschaft. Es ist unglaublich, dass wir nichts mitgenommen haben, wenn man das komplette Spiel gesehen hat“, klagte Huntelaars niederländischer Landsmann. Von einer unnötigen und unverdienten Niederlage sprach Trainer Markus Weinzierl: „Ein Fehlpass hat uns viel kaputt gemacht. In Schalke so zu dominieren und ein gutes Spiel abzuliefern - da ist es umso bitterer, dann ohne Punkte nach Hause zu fahren.“

Dagegen nutzten die Gelsenkirchener den ersten vielversprechenden Angriff zur Führung. Nach einem Augsburger Ballverlust stürmte Rechtsverteidiger Atsuto Uchida, der seinen Vertrag gerade erst bis 2018 verlängert hat, auf und davon. Uchidas Eingabe drückte Huntelaar zu seinem vierten Saisontor ins Netz, obwohl er einziger Schalker gegen vier Augsburger im Strafraum war. Das Tor wirkte befreiend, zwei Minuten später scheiterte Obasi an Torhüter Marwin Hitz (39.).

Große Dominanz oder spielerische Klasse strahlte die Mannschaft von Di Matteo auch trotz des Startelf-Debüts von Max Meyer unter dem Italiener weiter nicht aus. Defensiv standen seine Schützlinge jedoch stabil und bleiben damit zu Hause in dieser Saison ungeschlagen. Torwart Ralf Fährmann musste nur gegen den Ex-Schalker Halil Altintop retten (67.), Tim Matavz schoss vorbei (90.+2). Hitz parierte noch gegen Obasi (86.) und Teamkollege Jan-Ingwer Callsen-Bracker (87.).

dpa

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