Draxler ist bereit für eine Führungsrolle beim FC Schalke

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Julian Draxler

GELSENKIRCHEN - Julian Draxler ist beim FC Schalke 04 vom talentierten Nachwuchs- zum Nationalspieler und Hoffnungsträger gereift. Über seine künftige Rolle beim Revierklub spach der Jungstar mit Jörg Strohschein.

Es gibt in der kommenden Saison einen neuen Julian Draxler zu sehen. Einen 19-Jährigen, der eine Führungsrolle beim FC Schalke übernehmen soll und will. Wie fühlt sich die neue Rolle für Sie an?

Draxler: Zunächst einmal freue ich mich über die Rückendeckung, die ich vom Verein bekomme. Das spürt man an jedem Tag, dadurch habe ich sehr viel Selbstvertrauen. Ich fühle mich sehr gut.

Bei Ihrer Vertragsverlängerung im Mai wurden Sie vom Verein mit einer Plakatkampagne wie ein Star präsentiert. Wie lebt es sich mit diesem neuen Image?

Draxler: Die öffentliche Wahrnehmung war ja schon immer da. Durch diese Aktion hat sich das nochmal gesteigert. Ich bin aber immer noch der Gleiche, der ich vorher war. Es ist ja nicht so, dass ich mit breiter Brust durch die Gänge laufe und mir denke, ich bin hier jetzt der Star.

Wie wollen Sie Ihre neue Führungsrolle ausfüllen?

Draxler: Ich muss da sicher auch noch ein wenig reinwachsen. Zuletzt habe ich auf der linken Seite gespielt. Ich würde aber gerne in der zentralen Rolle spielen, weil ich glaube, dass das für meine persönliche Entwicklung und für die Mannschaft das Beste wäre. Gerade wenn es mal nicht läuft, will ich mich nicht verstecken, sondern für meine Mannschaft in die Bresche springen.

Können Sie eigentlich völlig ausblenden, dass Sie vor kurzem Angebote von Klubs wie Real Madrid oder dem FC Chelsea bekommen haben, die bereit waren, die festgeschriebene Ablösesumme von 45 Millionen Euro für Sie zu zahlen?

Draxler: Als die Angebote kamen, musste man sich kneifen und fragen, ob das alles so real ist. Ich müsste auch lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht darüber nachgedacht hätte. Solche Angebote bekommt man vielleicht nie mehr im Leben. Das ist der Traum von jedem Jungen, mal für solche Mannschaften zu spielen. Aber ich bin jetzt mit Schalke in die Saison gegangen und deshalb sind die anderen Vereine für mich momentan kein Thema.

Was hat den Ausschlag dafür gegeben, dass Sie sich für Schalke entschieden haben?

Draxler: Zum einen, weil ich mich sehr wohl fühle in Schalke. Hier ist meine gewohnte Umgebung, hier ist meine Familie. Zum anderen birgt so ein Vereinswechsel auch im Hinblick auf die WM 2014 ein Risiko in sich. Hier kann ich in eine Führungsrolle schlüpfen, die ich wahrscheinlich bei einem anderen Verein noch nicht inne haben würde.

Sie sind erstmals von den Kollegen in den Mannschaftsrat gewählt worden. Wie sehen Sie dort Ihre Rolle?

Draxler: Auch da muss ich erst einmal hineinwachsen. So eine Aufgabe hatte ich noch nie, auch in meinen Jugendmannschaften nicht. Deshalb schaue ich mir erst einmal an, was anderen dort so machen. Wenn meine Meinung gefragt ist, dann werde ich sie auch äußern. Dafür bin ich schließlich in diesen Kreis berufen worden. Aber in diesem Bereich werde ich sicher nicht das Führungszepter in die Hand nehmen. Meine Prioritäten liegen auf dem Platz.

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