Plan von Benedikt Höwedes und Co.:

Gute Europa-Laune ins Liga-Spiel gegen Augsburg übertragen

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Sidney Sam stand im letzten Schalker Gruppenspiel bei Asteras Tripolis nach achtwöchiger Verletzungspause erstmals wieder im Aufgebot.

Tripolis - Es war schon nach Mitternacht Ortszeit, als Benedikt Höwedes sein komödiantisches Talent entfaltete und seine gute Laune längst wieder gefunden hatte: Als Schiedsrichter Liran Liany durch die Mixed Zone lief, verabschiedete Höwedes den Israeli mit breitem Grinsen und wünschte diesem eine gute Heimreise. Die Ironie in Höwedes Stimme war dabei nicht zu überhören.

Liany hatte vor dem letzten Schalker Gruppenspiel bei Asteras Tripolis zunächst für einen kleinen Aufreger gesorgt, da er Höwedes untersagte, mit seiner Karbonmanschette aufzulaufen, die er zum Schutz seiner gebrochenen Mittelhand vom Schalker Mannschaftsarzt Andreas Falarzik verordnet bekommen hatte. 

„Er sagte, das sei zu gefährlich“, erzählte Höwedes nachher und Schalke-Manager Horst Heldt ergänzte: „Es war dem Schiri neu, dass das zulässig ist.“ Der Hinweis der Schalker, dass Höwedes die Manschette in den vergangenen vier Partien ohne Einwand hatte tragen dürfen, fruchtete bei Liany nicht. So wurde in Rücksprache mit Farlarzik die Manschette gegen einen festen Verband getauscht - und Höwedes durfte auflaufen. 

Verschnaufpause für Sané und Meyer

Schließlich ging alles gut. Die Schalker gewannen die Partie bei den allenfalls zweitklassigen Griechen wie schon im Hinspiel mit 4:0 (2:0), ohne dass Höwedes an seiner rechten Hand erneut zu Schaden kam. 

„Es war ein komplett runder Tag“, freute sich auch Trainer André Breitenreiter, der auf der Peloponnes zur großen Rotation angesetzt hatte. Gleich sechs Spieler waren aus der Startelf gerutscht, um ihnen eine kleine Verschnaufpause zu geben. Unter anderem Leroy Sané und Max Meyer. 

Sidney Sam zurück an Bord

Letzterer war in der 79. Minute eingewechselt worden und hatte mit seinem Treffer zum 4:0 (86.) schließlich für den Endstand gesorgt. Zuvor hatten Franco Di Santo mit seinem fünften Europa-League-Treffer in dieser Saison (29.) und Eric Maxim Choupo-Moting (37./78.) für Schalke getroffen. 

Der nach achtwöchiger Verletzungspause erstmals wieder eingesetzte Sidney Sam hielt die gesamten 94 Minuten Spielzeit durch, setzte aber keine großen Akzente. 

Souverän durch die Gruppe marschiert

„Wir sind glücklich und stolz, die Gruppenphase als ungeschlagener Tabellenführer beendet zu haben“, sagte Breitenreiter und antwortete auf die Frage, was unter dem Strich in dieser Gruppenphase bliebe: „Ganz viel über dem Strich.“ Auch Horst Heldt war voll des Lobes: „Wir sind souverän durch die Gruppe marschiert und haben das alles sehr gut gemacht.“ 

So scheinen die Schalker nach den kleineren Misstönen in den vergangenen Wochen auf ein besinnliches Weihnachtsfest zuzusteuern. In der Europa League, die mit so vielen prominenten Namen wie lange nicht mehr in die K.o.-Phase startet, wartet bei der Auslosung am Montag ein attraktiver Gegner. 

Gute Ausgangslage für Rückrunde winkt

Und zum Ende der Hinrunde in der Bundesliga, in der die Schalker am Sonntag (15.30 Uhr) beim FC Augsburg und abschließend gegen 1899 Hoffenheim ran müssen, winkt eine gute Ausgangslage für die Rückrunde. 

Allerdings dürfte insbesondere die Partie bei den Schwaben am Sonntag eine hohe Hürde werden. „Die Augsburger werden eine ziemlich breite Brust haben“, glaubt Höwedes angesichts deren 3:1-Sieges bei Partizan Belgrad, der in Augsburg geradezu als „Wunder“ eingeschätzt wurde. „Die werden jetzt bestimmt in der Kabine sitzen und ein Bierchen trinken“, mutmaßte Höwedes in der Nacht zu Freitag. Und ergänzte schmunzelnd: „Vielleicht trinken sie ja zwei zu viel.“

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