Glücklicher Schalke-Sieg gegen Mönchengladbach

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Gelsenkirchen - Das war mehr Glück als Spielverstand: Der FC Schalke 04 gewann in einem der wohl kuriosesten Spiele der Saison gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 (0:0), rückte vorübergehend auf den vierten Tabellenrang und bleibt damit im Rennen um die Champions-League-Qualifikation. Während die Gladbacher Großchancen zuhauf vergaben, kamen die „Knappen“ in dieser packenden Partie zu zwei äußerst glücklichen Toren.

„Unfassbar, was Ralf Fährmann für Glanzparaden gezeigt hat“, sagte Schalkes Coach Andre Breitenreiter. „Wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren, die Gladbacher zu leichten Torchancen eingeladen.“ Gästetrainer Andre Schubert konnte nicht fassen, dass „auf der Anzeigetafel 2:1 für Schalke steht. Wir haben sie gerade in der ersten Halbzeit phasenweise schwindlig gespielt.“

Horst Heldt hatte bereits am Mittag einen wichtigen Termin: Beim Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies in Rheda fand ein erstes Treffen mit Heldts Nachfolger Christian Heidel statt. „Er hat alle Interna bekommen, die er benötigt“, berichtete Heldt von dem Gespräch, bei dem es in erster Linie um Personalien gegangen sein dürfte. Heidel, der Heldt im Sommer als Schalker Sportvorstand ablösen wird, sei „vollumfänglich informiert worden“.

Breitenreiter hatte im Vergleich zur 0:2-Pleite in Berlin gleich auf fünf Positionen umgebaut. Unter anderem fielen Johannes Geis und Klaas-Jan Huntelaar aus der Startelf. Dafür dürfte Leroy Sané mal wieder von Beginn an auf den Platz.

Dass die Schalker die erste Halbzeit ohne Gegentreffer überstanden, war fast ein Wunder – und zudem Verdienst von Fährmann, der einige herausragende Glanzparaden zeigte. Zwar hatten die Schalker gut angefangen und ein gefälliges Spiel gezeigt, doch verzagten die Blauweißen viel zu schnell. Die Gladbacher spürten dies und übernahmen mehr und mehr das Kommando. Der Ex-Schalker Raffael zeigte ein paar nette Kabinettstückchen, seine Großchancen (9./34.) nutzte er indes nicht. Ebenfalls zwei Mal in aussichtsreicher Position befanden sich Thorgan Hazard (15./18) und Lars Stindl (37./44.), doch auch sie scheiterten entweder an den eigenen Nerven oder eben an Fährmann. Wie auch Fabian Johnson, der in der 29. Minute freistehend über das Tor schoss.

Die Chancenbilanz der Schalker fiel im Vergleich mickrig aus: Eine abgefälschte Flanke von Sascha Riether lenkte Gladbach-Keeper Yann Sommer ins Toraus (24.), ehe er auch einen schönen Distanzschuss von Max Meyer entschärfte (37.).

Breitenreiter verzichtete auf personelle Wechsel in der Pause, und zunächst schien es so, als würde das Spiel so weitergehen wie in Durchgang eins. Bereits in der 47. Minute musste Fährmann erneut brillieren, als er einen Schuss von Hazard parierte.

Dann kam die 59. Minute, die wohl in keinem Saisonrückblick fehlen wird: Leroy Sané nahm Havard Nordtveit auf der linken Seite den Ball, sprintete in Richtung Gladbacher Tor, um dann einen Querpass vor das Gehäuse von Sommer zu spielen – den Nordtveit und schließlich Martin Hinteregger nach Doppelpass über die eigene Linie bugsierte. Einzigartiger Slapstick, das Eigentor des Jahres. Doch die Gladbacher gaben nicht auf: In der 79. Minute bediente Stindl Andreas Christensen mustergültig, der Fährmann zum 1:1 überwand. Aber vier Minuten später stand den Schalkern erneut der Dusel zur Seite: Leon Goretzkas abgefälschter Schuss fand seinen Weg zum 2:1 ins Ziel. Zwei weitere Glanzparaden von Fährmann retteten den Schalker schließlich Sieg.

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